Das Leben des David Gale
9/10
@Energy88
Ich bin mir da noch nicht so sicher, weil ich in der ersten Hälfte des Films sehr abgelenkt worden bin, aber ich glaube ich kenne die Antwort zu deiner Frage.
Die Antwort steckt in seinen Vortrag vor seinen Studenten. Moment ich zitiere:
"Sie verstehen was Lacomb meint! Träume müssen auf jeden Fall unrealistisch sein, denn in dem Augenblick, in der Sekunde, wenn man bekommt, was man sucht, will und kann man es nicht mehr wollen! Damit man weiterhin existieren kann, sollten die Objekte der Begierde immerwährend abwesend sein."
Da er sein Traum verwirklicht hat (er hat letztendlich durch sein Tod bewiesen, dass das System nicht richtig ist oder falsch ist) konnte er nicht mehr am Leben bleiben. Der 2.Teil des Zitats erklärt es "..., sollten die Objekte der Begierde immerwährend abwesend sein." . Das war es ja eben nicht, somit keine Existenz.
Wieso er die Reporterin herum rennen ließ? Ist auch dabei. Zitat:
„Die Jagd ist schöner als das Töten“ oder „Gib acht darauf was du dir wünscht“! Nicht weil man es bekommt, sondern weil man dazu verdammt wäre, es nicht mehr haben zu wollen, wenn man es hat!"
Der 2. Teil erklärt es eigentlich. Er wäre verdammt gewesen, wenn es zu 100% sicher wäre, dass sein Plan aufgeht, weil laut seinem Plan (und der Frau, die Suizid begann) hätte er schon das, was er will und somit würde es nicht mehr haben wollen. Deswegen hat er die Reporterin beauftragt, dass sie vielleicht doch rechtzeitig die Story klärt und somit gab es andauernd eine "Jagd" und es war also nicht zu 100% sicher, dass sein Plan aufgeht.
Im Grunde genommen hätte er auf jeden Fall gewonnen. Weil wenn sein Plan aufgeht, ging es ja auch, dann hat er endlich sein Traum erreicht und der Nebeneffekt ist sein Tod.
Wenn die Reporterin es aufgedeckt hätte, dann wäre sein Traum noch da, somit hätte er eine Daseinsberechtigung, weil die "Jagd" noch besteht und er nicht beim "Töten" gewesen wäre. Hoffe es war verständlich