Erste Benchmarks eines Dual-Core-Sempron

Volker Rißka
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Während man hierzulande bis heute nicht einmal etwas von der Existenz eines solchen Prozessors gewusst hatte, sind im asiatischen Raum mehrere Tests zu AMDs Antwort auf die neuen Dual-Core-Celeron von Intel aufgetaucht. Die 1,8 GHz schnellen, neuen Dual-Core-Sempron wollen im hart umkämpften Budget-Markt ein Stück vom Kuchen bekommen.

Als hätte man es erwartet, wirklich neue Prozessoren sind die Dual-Core-Sempron nicht. Es handelt sich auch bei dem neuen Modell um einen Prozessor der K8-Familie, der auf den relativ neuen Brisbane-Kern vertraut, der im 65-nm-Herstellungsverfahren produziert wird. Der Prozessor taktet dabei mit 1.800 MHz, besitzt mit 2x 256 KB aber nur einen halb so großen L2-Cache wie alle bisherigen Brisbane-Prozessoren. Auch der Takt des HyperTransport ist noch einmal zurechtgestutzt – lediglich 800 statt 1.000 MHz stehen dem Sempron 2100+ zur Verfügung. Als Grundlage dient natürlich nach wie vor der Sockel AM2 mit seinen 940 Pins, der die übliche Speicherunterstützung von bis zu DDR2-800 beinhaltet.

AMD Dual-Core-Sempron 2100+
AMD Dual-Core-Sempron 2100+

Zwar kennt CPU-Z nicht den genauen Namen des Prozessors, dies ist aber auch der einzige kleine Fehler. Alle weiteren technischen Daten des Dual-Core-Sempron werden korrekt erkannt. Diese sind wie erwartet nichts Außergewöhnliches, so dass die Benchmarks beginnen konnten.

Dual-Core-Sempron ganz nah
Dual-Core-Sempron ganz nah
CPU-Z mit falsche Bezeichnung, der Rest aber stimmt
CPU-Z mit falsche Bezeichnung, der Rest aber stimmt

Im Test gegen einen Athlon 64 X2 3600, der über die gleiche L2-Cache-Bestückung verfügt, aber mit 2,0 GHz taktet, sieht der Sempron fast durchweg schlechter aus. Die 200 MHz Taktunterschied sind für den direkten Vergleich meist zuviel des Guten. Gegen den härtesten Konkurrenten von Intel, den neuen Celeron E1200 sieht es hingegen durchweg gut aus. Fast immer positioniert sich der Sempron in Front, von einigen kleinen Aussetzern einmal abgesehen. Die 1,6 GHz des kleinsten Celeron schlagen sich dennoch tapfer, da man davon ausgehen kann, dass es in Kürze auch schnellere Modelle geben wird, die dann am derzeitigen Sempron mit 1,8 GHz vorbeiziehen dürften.

3DMark06
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WinRAR
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Doom 3
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Half-Life 2
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Passend zu den ersten Tests berichten die Kollegen von Planet3DNow! über die ersten Anzeichen der neuen Prozessoren bei den Mainboardherstellern. So hat ASRock die BIOS' einiger Mainboards um die Unterstützung der Prozessoren mit der Nummer „SDO2100IAA4DO“ und „SDO2100IAA4DD“ erweitert – passend zu den erschienenen Tests mit besagten Modellen.

Zum Abschluss bleibt die Frage, ob die Welt eine solche CPU denn wirklich braucht und wenn ja, wo sie sich ansiedelt. Mit einem Preis von gerade einmal 30 Euro ist ein Athlon 64 X2 3600+ nicht nur schneller, sondern auch sehr, sehr günstig. Er kann zwar nicht die neuere 65-nm-Fertigung für sich in Anspruch nehmen, doch ob dies als alleiniges Argument für ein neuen Prozessor ausreicht, bleibt fraglich. Zieht man den Vergleich mit dem nahe liegenden Prozessor mit Brisbane-Kern, zeigt sich der AMD Athlon X2 BE-2300 mit 1,9 GHz. Dieser ist bereits ab 44 Euro verfügbar und ist zudem mit dem doppelten L2-Cache (2x 512 KB) ausgestattet. Der Dual-Core-Sempron 2100+ sollte also nochmals einige Euro unter dieser Variante liegen, die mit ihrer TDP von 45 Watt viele Fans gefunden hat. Alternativ gibt es für den gleichen Preis von 44 Euro auch eine 2,1-GHz-Variante, die wie der Sempron eine TDP von 65 Watt besitzt. Da der Start aber bisher auf den asiatischen Raum beschränkt war, bleibt fraglich, ob es der Prozessor bis in den europäischen Handel schafft. Eine offizielle Vorstellung von AMD steht noch aus, die diese Fragen klären dürfte.