Nvidia streicht 360 Stellen

Volker Rißka
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Dass der kalifornische Grafikspezialist in Schwierigkeiten steckt, ist nicht erst seit den zuletzt roten Quartalszahlen bekannt. Jen-Hsun Huang, CEO von Nvidia, kündigte deshalb an, bereits im Oktober 6,5 Prozent der 5.500-köpfigen Belegschaft entlassen zu müssen.

Die Entlassungen werden das Ergebnis des dritten Quartals mit 7 bis 10 Millionen US-Dollar belasten, jedoch sehe das Unternehmen keinen anderen Schritt, um weiterhin wirtschaftlich arbeiten zu können und wieder Gewinne einzufahren. Eine Konzentration auf das Kerngeschäft und die Produktgruppen GeForce und nForce soll dazu beitragen, dennoch werde aber auch die Entwicklung neuer Technologien nicht vernachlässigt. Als Beispiel dafür nannte Huang CUDA und Tesla, aber auch die Bereiche Tegra und SLI sollen weiterhin gefördert werden.

Nvidias aktuelle Geschäfte laufen mehr schlecht als recht, wie Nvidia zu den letzten Quartalszahlen selbst eingestehen musste. An der Börse sackte der Kurs der Aktie in den letzten Tagen auf ein Drei-Jahres-Tief. Mit genau 10 US-Dollar ist er nur noch einen Bruchteil dessen Wert, was vor einem Jahr noch auf dem Parkett geboten wurde. Damals stand der Kurs bei fast 40 US-Dollar. Aktuell steht der Kurs gegenüber dem Vortag mit 11 Prozent im Plus, was jedoch auf die gute Stimmung auf dem Parkett zurückzuführen ist.

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  • Volker Rißka E-Mail
    … schreibt seit dem Jahr 2002 über CPUs, deren Architekturen und Fertigungsverfahren sowie Mainboards und RAM.
Quelle: Pressemitteilung

Ergänzungen aus der Community

  • doesntmatter 19.09.2008 12:55
    Die Meldung scheint vielerlei Spekulationen auszulösen, ob berechtigt oder nicht. ich schließe mich an, daß es um strategische Beeinflussung der Aktionäre geht, "um weiterhin wirtschaftlich arbeiten zu können und wieder Gewinne einzufahren", Betonung auf Letzteres. nVidia wälzt ausgebliebene Gewinne auf die Belegschaft ab (wie viele andere ebenfalls). Welche Personen mit welchen Funktionen, Know-How betroffen sind, bleibt hier völlig offen. Die Situation auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt ist zudem nicht mit der deutschen vergleichbar, längerfristige Arbeitsverträge müssen m.W. nicht die Regel sein. Von aussen betrachtet läßt sich demzufolge der Stellenabbau von 360 Stellen bzw. 6,5% nicht einordnen.

    Dies kritisch zu der News an sich. Der Wertverfall der Aktien ist eine andere Geschichte, die starken Tages-Schwankungen sind üblich. Aussagen, daß die Geschäfte "schlecht" liefen, halte ich wiederum für strategisch. Kein Unternehmen sagt in der Öffentlichkeit die Wahrheit, weder vor potentiellen Kunden noch Aktionären noch vor der Presse.

    Vom geplanten Stellenabbau und Aktienkurs dann auf die Wertigkeit der Produkte zu schließen, dazu noch ausgewählter einzelner HighEnd-Modelle mit geringsten Marktanteilen, ist skuril. Typisch skuril für so manche Postings in den CB-News. Sachlich hätte ich viel eher Aussagen zum OEM-Geschäft bzw. zu den Mainboard-Chipsätzen erwartet, die sollten doch das Gros des Gewinngeschäftes ausmachen.

    ... Preissenkung nVidia? Damit man sich eure Karten auch leisten kann und nicht das doppelte fuer Leistung ausgeben muss, was man bei der Konkurrenz bekommt. "FreddyMercury, post: 4828305
    Das ist doch Blödsinn, lies mal die Preis-Leistungs-Angaben in den CB-Tests, keine der neueren nVidia-Karten kostet das Doppelte als eine leistungsgleiche ATI-Karte.
  • quotenkiller 19.09.2008 15:01
    ihr wisst aber schon, dass der grund für die roten zahlen bei nvidia (und somit für die entlassungen) das problem mit den mobilen gpu ist
    Der schmerzhafte Quartalsverlust ist in erster Linie auf Aufwendungen in Höhe von 196 Millionen US-Dollar in Folge von Qualitätsprobleme mit mobilen GPUs bzw. deren Packaging zurück zu führen, die Anfang August bekannt geworden waren. Um diese außerplanmäßigen Effekte bereinigt, betrug des Quartalsergebnis plus 75 Millionen US-Dollar
    quelle
  • BestPower²TDP 19.09.2008 18:19
    wir hatten doch vor ein paar Wochen schon mal das Thema gehabt. Auch da schrieb ich ja schon, das die defekten GPUs nur ein Problem für NV sind. Das zeigt sich jetzt recht deutlich.
    Die Entlassungen wären jetzt nicht nötig, wenn die Verkäufe zur Zeit stimmen würden. Da das nicht der Fall zu sein scheint, will NV schon jetzt mit den Entlassungen gegen steuern.
    Damit ist noch kein Chip besser, noch kein Chip kleiner in der Fertigung und auch noch keine neue Trendwende eingeleitet. Mehr noch, der IGP Sektor schein desaströs zu laufen.
    Die mobilen GPUs liegen wie Blei bei NV und keiner will das Zeug haben, nicht mal geschenkt. Und im Retail Markt stimmen zwar jetzt die Preise aber nicht die Gewinn Marge und dazu verliert NV hier Marktanteile an AMD. Das wird für NV noch viel schlimmer kommen. Ohne einen neuen Chip der auch wieder positive Nachrichten generiert und ohne Vertrauen im mobile Sektor wird es NV nicht mehr gelingen sich neu Aufzustellen. VIA wird ja nicht gekauft, Kredite dafür wird wohl kaum einer zur Zeit geben und Intel könnte NV bald den Rest geben. Den nicht AMD wird groß Marktanteile verlieren sondern NV. Den ohne Fuß im Netbook markt und den wird NV ohne eigene CPU nicht bekommen, ist dieser Boom markt zu für NV und damit auch bald das Marketing. "Wer ist NV? Mein eee läuft mit Intel und der meines Kumpels mit VIA aber ich kenne auch einen der hat nen Aopen mit AMD".

    NV sollte ganz schnell eine eigene CPU haben und die gibt es nur von VIA. Nur so kann NV sich seinen eigenen Markt sichern.