5/6 Wazabee 3D Display im Test : Monitor für echtes 3D-Erlebnis ohne Brille

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Alltagstest

Um den Bericht nicht unvollständig zu Ende zu führen, muss auch der übliche Alltagstest durch das Wazabee 3D Display bestritten werden. Das an dem Gerät so gar nichts alltäglich ist, schlägt sich im Office-Parcours allerdings mehr als deutlich nieder. Alles steht und fällt in diesem Fall mit der Barrieremaske, die, wie bereits beschrieben, zu deutlichen Einschränkungen vor allem bei der Lesbarkeit führt. Aber auch die Farbwiedergabe und vor allem die Helligkeit des Displays entsprechen mit vorgeschaltetem Raster nicht mehr den ursprünglichen Werten des NEC-Bildschirms. Wer ernsthaft versucht, das Geräte auf Farbtreue zu kalibrieren, kann nur scheitern, wie die Messung mit dem Colorimeter zeigt:

Messung mit Colorimeter nach Kalibrierung
Messung mit Colorimeter nach Kalibrierung

So ist der Monitor ab Werk mit einem deutlichen Grünstich versehen, der jedoch bei vielen Displays mit TN-Panel auffällt. Eine Hardware-Korrektur ist nur begrenzt möglich, die heißen Eisen würde erst ein Monitorprofil aus dem Feuer holen, wie es durch die Pantone-Software angelegt werden würde. Theoretisch geht die Farbkorrektur dabei jedoch auch mit Farbverlusten daher, da verschiedene Töne verworfen werden müssten. Dies hat in der Regel stufige Übergänge bei der Farbdarstellung zur Folge. In diesem Fall ist das jedoch nur von geringem Interesse: Ob das Bild nun durchgestuft ist, kann man durch das Raster kaum im Detail erkennen. Die Bildbetrachtung kann so ohnehin nicht gerettet werden.

Viel heller kann man den Bildschirm auch nicht machen. Die Barrieremaske schluckt derart viel Licht, dass die eigentlich anvisierten 140 cd/m² selbst bei voller Helligkeit nicht mehr erreicht werden können. Stattdessen sinkt die gemessene Helligkeit auf durchschnittlich 45 (!) cd/m². Der Schein trügt aber zumindest etwas: Der gemessene Wert ist ein Durchschnitt über eine bestimmte Teilfläche des Displays. Diese Teilfläche ist natürlich auch durch die Barrieremaske durchzogen, sodass kein Licht durch das Raster hindurch kommt. Die sichtbaren Pixel sind deutlich heller, weshalb subjektiv zwar ein dunkles, aber nicht völlig kraftloses Bild angezeigt wird. Positiver Nebeneffekt: Auch Lichthöfe werden so geschluckt, was dem subjektiven Kontrasteindruck und dem Schwarzwert entgegenkommt. Auch gemessen ergibt sich daher ein Schwarzpunkt von 0,1 cd/m² und ein rechnerischer Kontrastumfang von 450:1, was angesichts der geringen Helligkeit sehr gut ist.

Helligkeitsmessung des Wazabee 3D Displays
Helligkeitsmessung des Wazabee 3D Displays

Die Helligkeitsverteilung auf dem Display ist subjektiv gut. Von großartiger Helligkeit kann aber auch nicht wirklich die Rede sein. In einer Ecke des Bildschirms ergibt sich eine messtechnisch festgestellte Abweichung von beinahe zehn cd/m² – was, ausgehend vom Mittelpunkt, etwa einen 20-prozentigen Helligkeitsverlust bedeutet. Sichtbar ist das aber nicht.

Die Blickwinkel im 2D-Betrieb sind – wen wundert's – auch kein Maßstab. Die Barrieremaske trübt die Sicht von der Seite oder aus der vertikalen Achse zusätzlich. Farbverfälschungen interessieren dabei kaum noch, sind aber größtenteils erstaunlich gering. Tatsächlich ergibt sich nur aus der krassen Sicht von unten auf den Bildschirm ein sehr deutliches Abdriften weißer Töne ins Rote. Da der 3D-Eindruck laut Spatial View aber ohnehin nur aus einem Winkel von 120° betrachtet werden sollte, sind richtig schräge Ansichten eher irrelevant.

Das Interpolationsverhalten ist beim Wazabee 3D Display schlussendlich vollkommen abnormal: Es gibt faktisch keines. Jedes Programm, das über den Treiber gestartet wird, wird in der nativen Auflösung des Monitors ausgeführt. Dass muss auch so sein, damit die nicht veränderbare Barrieremaske ihren Dienst verrichten kann – diese funktioniert nämlich nur bei der nativen Auflösung korrekt. Im 2D-Betrieb kann die Auflösung natürlich variiert werden. Das Ziel einer solchen Handlung kann aber nur sein, etwaige Verfransungen, die durch die Barrieremaske bedingt werden, mit einer größeren Darstellung auszugleichen. Dass auch das Bild in geringerer als der nativen Auflösung dabei nicht durch Schärfe brilliert, sollte einleuchten.

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