3/4 Google G1 im Test : Das erste Handy vom Android-Macher

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Oberfläche & Software (Fortsetzung)

Die eben beschriebene – übrigens völlig naheliegende – Fokussierung hat für wahre Freunde google'scher Anwendungen immense Vorteile, da nicht etwa nur der Einstieg aufgrund der bekannten Oberflächen im Handumdrehen gelingt. Zudem hat man seine Daten aufgrund der zentralen Webspeicherung bei intensiver Nutzung der genannten Programme (E-Mails, Kontakte, Kalendereinträge) jederzeit verfügbar, was eine stetige Synchronisation mit einem PC sowie die aufwändige regelmäßige Absicherung eigentlich unnötig macht. Eigentlich, denn: Dazu bedarf es selbstredend und in Erinnerung an das Vorwort zu diesem Test einem ausgeprägten Vertrauen in die Konzernethik und in die Stabilität und Sicherheit der Google-Server. Die Synchronisation erfolgt dabei übrigens in automatischen Intervallen, wobei der Nutzer die Möglichkeit hat festzulegen, welche Datensätze genau abgeglichen werden sollen.

Android Marktplatz
G1 Oberfläche
G1 Browser
Einige Eindrücke von der Oberfläche des G1

Doch auch Liebhaber von Dritt-Software können auf ihre Kosten kommen. Abseits der standardmäßigen Software-Ausstattung bietet der im stetigen Ausbau befindliche Android-Marktplatz jede Menge Abwechslung und gehört schon jetzt zu den besten Features der neuen Plattform. In Anlehnung an den Apple App Store können hier im Geiste des offenen Android-Ansatzes diverse zusätzliche Anwendungen heruntergeladen werden. Die Auswahl ist zwar noch nicht riesig, bietet aber beispielsweise mit Spielen (u.a. Snake), Kommunikationsprogrammen (u.a. Opera Mini) und einer Vielzahl von Office-Anwendungen bereits jetzt ausreichenden Raum, um die Software-Ausstattung des G1 nach belieben zu erweitern. Löblich auch, dass die Installation von Angeboten von Dritt-Webseiten hier anders als beim iPhone erlaubt ist und dass viele zusätzliche Anwendungen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Im Rahmen unseres Tests erwies sich das Bewertungssystem überdies als Funktionsfähigkeit, da ansprechende Angebote als erstes geführt werden, während weniger starke Applikationen auf den hinteren Rängen zu finden sind.

Kommunikation & Multimedia

Die Kommunikations- und Multimediamöglichkeiten eines Smartphones gehören ebenfalls zu den wichtigeren Aspekte der Bewertung. Dabei gilt, dass ein bestimmter, den Features entsprechender Standard in der Ausstattung erreicht werden muss. Beim G1 ist die UMTS-Unterstützung mit HSDPA und damit theoretischen Downloadraten von bis zu 7,2 Mbit/s deswegen unersetzlich. Im Ballungszentrum Berlin liefen die vielfältigen Online-Tätigkeiten am G1 aus diesem Grund – abgesehen von einigen wenigen Netzaussetzern – in einem hervorragenden Tempo ab. Auch die weiteren obligatorischen Optionen wie das Einklinken in ein lokales WLAN (802.11b/g) oder die Verbindung über Bluetooth 2.0 (EDR) gehören zum Standard-Repertoire, dass man nicht mehr missen möchte. Die Sprachqualität bewegt sich ebenfalls in einem annehmbaren Bereich.

Mit Blick auf die Multimedia-Fähigkeit weiß das G1 indes weniger zu überzeugen. Wer einmal ein Video auf dem riesigen HTC Touch HD angeschaut hat, wird sich mit dem eher kleinen HVGA-Display des G1 zumindest für derlei Anwendungsbereiche nicht so recht anfreunden können. Die Sound-Leistung des G1 ist dagegen angemessen, während die integrierte 3,2 Megapixel Kamera mit Auto-Fokus bescheidene Bilder liefert, wobei zusätzlich negativ angemerkt werden muss, dass das Aufrufen der Fotografie-Funktion über einen billigen Plastikknopf äußerst schleppend verläuft. Zudem ist die Kamera des G1 nicht in der Lage, Videos aufzunehmen. Ein letzter Kritikpunkt stellt in diesem Zusammenhang auch das gänzliche Fehlen eines 3,5-mm-Klinkensteckers dar. Statt über diesen müssen beispielsweise Headsets umständlich via Adapter an den somit universellen USB-Anschluss angestöpselt werden.

Laufzeiten

Wie bei allen mobilen Geräten spielt die Laufzeit auch bei dem G1 eine nennenswerte Rolle. Der folgende Graph visualisiert eben diese auf Basis von Herstellerangaben.

Akku-Laufzeiten (Herstellerangaben)
  • Sprechzeit:
    • UMTS/HSDPA
      5:50
    • GSM
      6:46
    Angaben in Stunden, Minuten
  • Standby:
    • GSM
      13
    • UMTS/HSDPA
      17
    Angaben in Tage

Dazu muss bemerkt werden, dass die Angabe von Laufzeiten prinzipiell schwierig ist, da hier selbstredend verschiedene Aspekte eine Rolle spielen. Maßgeblich sind stets die Intensität der Nutzung sowie die dabei verwendeten Features. Die GPS-Funktion des G1 ist beispielsweise nicht ohne Grund standardmäßig deaktiviert – bei durchgängiger Aktivierung macht der Akku nach einigen Stunden schlapp. Doch auch im Rahmen einer konventionelleren Nutzung ist das Android-Smartphone kein Langläufer. Wer regelmäßig telefoniert, E-Mails schreibt, chattet und dann auch noch surft, sollte damit rechnen, dass das G1 nach 24 Stunden, aller spätestens nach zwei Tagen an die Steckdose gehängt werden muss, was keine explizit schlechte, aber auch keine herausragende Leistung bedeutet. Ein Aufladezyklus dauert übrigens ebenfalls annehmbare aber nicht bemerkenswerte 120 Minuten.

Synchronisation

Die Synchronisation des G1 mit einem PC ist – wie im Abschnitt „Oberfläche & Software“ – erwähnt aufgrund der webbasierten Lagerung der relevanten Dateien nicht notwendig. Dennoch ist es natürlich möglich, beliebige Daten wie zum Beispiel Fotos oder Musik mit einem externen Medium auszutauschen. Dazu bedarf es löblicherweise keiner separaten Software. Stattdessen wird das G1 als herkömmlicher USB-Massenspeicher erkannt, sodass man den Austausch entsprechend einfach per Drag & Drop vornehmen kann.

Verfügbarkeit & Preise

Das G1 ist in Deutschland seit dem 2. Februar erhältlich. Auch hierzulande wird das Android-Gerät exklusiv über T-Mobile vertrieben, wobei man je nach persönlichem Anspruch aus einigen Tarifen auswählen kann. Diese beginnen preislich bei 24,95 Euro („Combi Flat XS“) monatlich für eine Wochenend-Flatrate, 200 MB Inklusivvolumen und einen recht happigen Minutenpreis von 29 Cent in alle deutschen Netze. Allerdings schlägt das G1 dabei noch mit 59,95 Euro zu Buche.

Ab dem Tarif „Combi Flat S“ gibt es das Handy dann für einen Euro. Für das umfangreichste Tarifpaket „Combi Flat L“ werden monatlich bereits 119,95 Euro fällig. Dafür erhält man eine Flatrate für Gespräche in alle deutschen Netze, 3.000 SMS und 100 MMS in alle deutschen Netze sowie eine Daten-Flatrate und eine Flatrate zur Nutzung der T-Mobile-Hotspots. Für alle Kunden bis 25 Jahren und für alle Studenten bis zum vollendeten 29. Lebensjahr gibt es übrigens 10,- Euro Rabatt auf die Tarife Combi Flat M und L.

G1-Tarife
Combi Flat XS Combi Flat S Combi Flat M Combi Flat L
Weekend Flat,
0,29 €/Min. in alle dt. Netze,
200 MB Inklusivvolumen
Weekend Flat,
Fest- oder T-Mobile Flat,
T-Mobile SMS Flat,
5 MMS netzintern,
Data Flat,
HotSpot Flat
Festnetz- und T-Mobile Flat,
T-Mobile SMS Flat T-Mobile MMS Flat,
Data FlatHotSpot Flat
Flat in alle Netze,
3000 SMS in alle Netze,
100 MMS in alle Netze,
Data Flat,
HotSpot Flat
24,95 Euro/Monat 44,95 Euro/Monat 59,95 Euro/Monat 119,95 Euro/Monat
G1: 59,95- Euro* G1: 1,- Euro G1: 1,- Euro G1: 1,- Euro
*Promotion-Aktion befristet bis zum 31.03.2009

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