19/25 Radeon HD 5850 im Test : ATi macht DirectX 11 bezahlbar für alle

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Mikroruckler auf der Radeon HD 5800

Mikroruckler. Jeder versierte Multi-GPU-Nutzer beziehungsweise potenzielle Käufer sollte mittlerweile über das Problem zumindest etwas gehört haben. Ob man selber schon mit Mikrorucklern zu kämpfen hatte, hängt dagegen von vielen Faktoren ab. Der größte ist der Nutzer selbst, da längst nicht jeder für die zeitlich ungleichmäßig verteilten Frames anfällig ist.

Doch was sind Mikroruckler überhaupt? Genau das haben wir in früheren Artikeln ausführlich erklärt und wir wollen uns an dieser Stelle ausnahmsweise nur kurz selbst zitieren: [...] die als „Mikroruckler“ bezeichneten Unstimmigkeiten gibt es sowohl auf SLI- als auch auf CrossFire-Systemen. Dem Problem auf die Schliche zu kommen ist dabei kein leichtes Unterfangen, denn es tritt nicht in jedem Spiel auf. Darüber hinaus muss die Bildwiederholrate bei etwa 30 FPS oder darunter liegen, damit das Problem überhaupt zu einem als unstetig wahrgenommenen Spielablauf führen kann. Schaffen es zwei Grafikkarten weit über diesem Limit zu bleiben, treten die Ruckler nur noch schwer wahrnehmbar und irgendwann gar nicht mehr auf.

Und worin besteht das Problem genau? Nehmen wir als Beispiel eine Darstellung mit 30 Bildern pro Sekunde (FPS), bei der eine Einzelkarte alle 33 Millisekunden (eine Sekunde geteilt durch 30 Bilder) ein Bild an den Monitor schickt - ganz so wie es sein sollte. Im optimalen Fall wird das erste Frame nach 33 Millisekunden, das zweite Frame nach 66 Millisekunden, das dritte nach 99 Millisekunden und so weiter fertiggestellt. Auf CF- und SLI-Systemen kann es aufgrund des Problems allerdings dazu kommen, dass die Abstände zwischen den einzelnen Bildern stark variieren. Wird der Abstand zu groß, kann das Auge den Unterschied zwischen den beiden Frames wahrnehmen – das Bild ruckelt. Da hilft es auch nicht, dass einige Bilder in extrem verkürzten Abständen zum Monitor wandern. Was zählt, ist die kritische, obere Grenze.

Mittels des Tools Fraps kann man jene Frametimes aufzeichnen und hat somit einen Beweis, dass die Ruckler nicht nur Einbildung sind (es ist aber ohne weiteres möglich, dass die Zahlen nicht komplett der Wahrheit entsprechen, da der Grafikkartentreiber noch Einfluss auf die Bildausgabe hat, was von Fraps aber unbemerkt bleibt). Um die Frametimes auf der Radeon HD 5850 im CrossFire-Modus zu kontrollieren, haben wir uns neben dem Multi-GPU-Gespann eine einzelne Radeon HD 5850 geschnappt und überprüfen in den für das Problem anfälligen Spielen Crysis Warhead sowie Stalker: Clear Sky in verschiedenen Qualitätseinstellungen (um etwa 30 FPS zu erreichen) die Frametimes.

Wir verlassen uns dabei aber nicht nur auf die Zahlen, sondern achten mit unseren eigenen Augen auf die Mikroruckler. Wir starten Fraps erst dann, wenn wir der Meinung sind, dass das Spiel „unrund“ läuft beziehungsweise nach Angaben der FPS unrund laufen müsste. Damit schließen wir eine Fehlmessung von Fraps aus und kontrollieren mit zwei voneinander unabhängigen „Systemen“ den Spielfluss. Wir wollen es dem zudem Leser etwas leichter machen und stellen die Frametimes in mehreren Verlaufsdiagrammen dar und nicht mehr nur als nackte Zahlen. Die Diagramme stellen die Zeit dar, die die Grafikkarte benötigt, um von Frame A nach Frame B und anschließend nach Frame C bis hin zum 30. Frame zu schalten.

Eines gilt für sämtliche Multi-GPU-Gespanne, unabhängig davon, ob es sich um SLI oder CrossFire handelt: Je nach Spiel fällt die Intensität der Mikroruckler unterschiedlich aus. Und genau das können wir ebenso auf dem CrossFire-Duo der Radeon HD 5850 beobachten. In Crysis Warhead sind die Frametimes, abgesehen von einem Ausrutscher, bei einer FPS-Rate von 30 Bildern pro Sekunde recht gleichmäßig und Crysis Warhead fühlt sich dementsprechend gut spielbar an.

Anders sieht es dagegen bei Stalker: Clear Sky aus. Das Spiel erzeugt nicht nur extrem gezackte Frametimes, auch das Spielgeschehen ist nicht unbedingt berauschend. Stalker: Clear Sky ruckelt zwar nicht, zuckt in regelmäßigen Abständen aber sehr störend vor sich hin, wodurch die Anwendung unspielbar wird. Dabei müssen wir jedoch anmerken, dass der Egoshooter für CrossFire ein Worst-Case-Szenario ist – so intensiv treten die Mikroruckler nur in wenigen Spielen auf.

Während Nvidia also seit einiger Zeit aktiv mit dem Treiber gegen Mikroruckler vorgeht (ohne diese vollends zu entfernen), scheint sich bei ATi nicht allzu viel getan zu haben. Derzeit haben die Kanadier den Vorteil, dass zwei Radeon-HD-5850-Karten eine derart hohe Leistung aufweisen, dass kaum ein Spiel in die gefährliche 30-FPS-Zone kommt. Und auch während der Benchmarks sind die Mikroruckler nur in Extremszenarien wie Stalker: Clear Sky aufgetreten.

Nichtsdestotrotz werden zukünftige Spiele technisch einen Schritt nach vorne machen und dementsprechend die GPUs mehr fordern, weswegen die Problematik der Mikroruckler, die auf zwei Radeon-HD-5850-Karten derzeit ein nur eher kleines Hindernis ist, wieder negativer auffallen könnte.

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