10/14 Kaufberatung 2012 : Tipps für den IT-Wunschzettel

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SSD

von Parwez Farsan

Auf dem SSD-Markt gab es in den letzten zwölf Monaten, zumindest was die Zahl der neuen Produkte betrifft, viel Bewegung. Ob sie nun Adata, Corsair, Intel, OCZ, Plextor, Samsung oder wie auch immer heißen, fast alle größeren Hersteller haben dieses Jahr mindestens eine neue Produktgeneration vorgestellt. Dabei kommen nicht nur die weiterhin weit verbreiteten SandForce- und Marvell-Controller, sondern auch Modelle von LAMD (Corsair), Eigenentwicklungen (Samsung) und neuerdings wieder Indilinx (OCZ) zum Einsatz. Dass mit Micron bzw. Crucial aber ausgerechnet einer der beiden wichtigsten Flash-Produzenten seit deutlich über einem Jahr anscheinend keinen Bedarf sieht, ein neues Spitzenmodell vorzustellen, kann durchaus zu denken geben.

SSDs
SSDs

Denn bei allen Leistungsverbesserungen, die die neuesten Solid State Drives gegenüber ihren Vorgängern bieten, fällt eines immer wieder auf: Im Alltag der meisten Heimanwender spielt es die meiste Zeit überhaupt keine Rolle, welches – halbwegs aktuelle – Modell zum Einsatz kommt. Unterschiede sind zwar messbar, ohne Stoppuhr in der Regel aber nicht wahrnehmbar, solange es nicht auf hohe sequenzielle Schreibraten ankommt. Dann gibt es durchaus deutliche Unterschiede, etwa beim Entpacken von Dateien oder wenn große Datenmengen von einer anderen SSD bzw. einem schnellen RAID-Verbund auf die SSD geschrieben werden. Doch kommt das so häufig vor? Eher nicht.

Es bietet sich daher an, das Hauptaugenmerk auf den Preis und die Zuverlässigkeit zu richten. Zum ersten Punkt lässt sich sagen, dass zumindest für den Moment die Talsohle erreicht sein dürfte, die Preise sind mittlerweile so niedrig, wie es selbst in der Branche kaum jemand vor einem Jahr erwartet hätte. Samsungs Serie 830 mit 256 Gigabyte kostete damals über 310 Euro, war also noch deutlich von der psychologisch wichtigen Grenze von einem Euro pro Gigabyte entfernt. Nichtmal ein Jahr später kostet Samsungs ehemaliges Flaggschiff nur noch rund 156 Euro und war teilweise sogar noch ein paar Euro günstiger. Deutlich mehr lässt sich nur mit Abstrichen bei der Leistung sparen, wie ein Blick in den Preisvergleich verrät.

Bei 120 bis 128 Gigabyte Speicherkapazität verhält es sich ähnlich, auch wenn die Auswahl an SSDs, die ein paar Euro weniger Kosten als Samsungs Dauerbrenner, etwas größer ist. Wer mit den Eigenheiten der SandForce-Controller leben kann, bekommt zum Beispiel von Kingston schon für unter 80 Euro ein modernes Solid State Drive mit SATA 6 Gb/s, während für Samsungs Serie 830 rund 89 Euro aufgerufen werden.

In puncto Zuverlässigkeit muss man sich bei den bekannten Herstellern keine allzu großen Sorgen machen. Belastbare Zahlen zu den Ausfallraten gibt es zwar nicht, die in jüngerer Zeit vergleichsweise wenigen Beschwerden in Internetforen sind aber ein Anzeichen dafür, dass sie eher niedrig sind.

Was folgt nun daraus? Auch wenn es mittlerweile zum x-ten Mal wiederholt wird: Für Otto Normalverbraucher ist die Samsung Serie 830 derzeit das beste Angebot. Wer einen anderen Hersteller bevorzugt, kann in den meisten Fällen aber genauso zuschlagen. Allzu viele Vorteile sollte er sich von den teureren SSDs im Alltag aber nicht erhoffen, die meisten Nutzer beanspruchen ein Solid State Drive schlicht nicht so stark, dass die Unterschiede an Relevanz gewinnen. Soll es dennoch das Neueste und Schnellste unter dem Weihnachtsbaum sein, sind die Plextor M5 Pro, die Samsung Serie 840 Pro (Aktion mit Freiflug bzw. Spiel von Samsung) oder – darauf deuten erste Tests hin – die kürzlich vorgestellte OCZ Vector einen Blick wert.

Und wenn man mehr Speicherplatz benötigt? Notebook-Nutzern bleibt in der Regel nichts anderes übrig, als entweder in eine teure SSD mit viel Speicherplatz zu investieren oder aber auf Leistung zu verzichten und eine herkömmliche Festplatte zu verbauen. Desktop-Nutzer haben es da deutlich komfortabler: Einfach zusätzlich zum Solid State Drive eine sparsame und leise „Green“-HDD einbauen – für die Dateiablage braucht man schließlich keinen teuren Flash-Speicher.

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