12/14 Kaufberatung 2012 : Tipps für den IT-Wunschzettel

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Peripherie

von Max Doll und Martin Eckardt

Tastaturen

Bei wenigen Komponenten ist der individuelle Geschmack so ausschlaggebend wie bei Eingabegeräten, weshalb generelle Empfehlungen nur sehr begrenzt möglich sind – speziell im Hinblick auf das Tippgefühl. In niedrigen Preisklassen erwartet Käufer günstige Rubberdome-Technik, wahlweise mit hohen oder flachen Tasten. In letzterem Falle sollte zumindest darauf geachtet werden, dass die Caps per Scissor-Verfahren stabilisiert sind. Ansonsten entscheidet mehr oder wenige die gewünschte Ausstattung über das favorisierte Modell – nur von allzu günstigen, mit allzu vielen Features bestückten Modellen sollte man dann doch besser die Finger lassen. Viel Gegenwert für schmales Budget bietet in diesem Bereich die Cherry Evolution Stream XT für gerade einmal 14 Euro.

Cherry MX „red“
Cherry MX „red“

Im höherpreisigen Segment waren mit einer Vielzahl von neuen Tastaturen mechanische Schalter der Trend des Jahres. Mit vier verschiedenen Varianten alleine von Cherry, die mit linear steigendem Widerstand ohne und mit taktilem sowie akustischem Feedback angeboten werden sowie Varianten von Topre und Alps haben Betuchte im Segment ab 60 Euro die Qual der Wahl. Für das Geld winkt dafür eine enorme Langlebigkeit sowie ein gleichbleibend präzises Tippgefühl, wobei wiederum das individuelle Empfinden ausschlaggebend ist. An dieser Stelle kann daher nur empfohlen werden, die verbreiteten Cherry-Schalter selbst einmal Probe zu tippen oder sich anhand der jeweiligen Testberichte einen groben Eindruck der jeweiligen Charakteristik zu verschaffen.

Abseits der Schalter wurde der Markt vor allem mit „Gaming“-Tastaturen ab 80 Euro geflutet, die die Cherry-Technik in diesem Segment immer die rot oder schwarz kodierten, linearen Schalter mit weiteren Zutaten individualisiert haben. Dazu zählen ein Key-Rollover von mehr als sechs Tasten, aber auch Media-Shortcuts und -Zusatztasten, USB-Hubs, eine Beleuchtung oder Makrofunktionen. Ein rundum gelungenes Gesamtpaket hat sich bisher aber nicht ausmachen lassen, weshalb auch hier letztlich die individuelle Gewichtung der einzelnen Features und das Stilempfinden hinsichtlich der farblichen Ausleuchtung ausschlaggebend ist.

CM Storm Trigger
CM Storm Trigger

Für Designfreunde, die eher weniger schreiben und mehr spielen, könnten unter Umständen die Corsair K60 oder K90 für etwas über 80 Euro (K60) bzw. knapp 100 Euro (K90) interessant sein. Wer sowohl viel schreibt als auch über viel Geld verfügt, wird vielleicht mit einer über KeyboardCompany für 244 Euro gehandelten Topre Realforce eher glücklicher. Das beste Gesamtpaket, sowohl vom Layout als auch den Zusatzfunktionen, bietet allerdings den bisherigen Erfahrungen nach die noch moderat bepreiste und ebenfalls keineswegs perfekte CM Storm Trigger mit schwarzen MX-Switches für rund 90 Euro – wenngleich das kantige und aggressive Design polarisiert.

Mäuse

Auch 2012 bleibt ernsthaft spielertaugliche Maushardware nach wie vor kabelgebunden und setzt trotz allgemein auferlegter Touch-Begeisterung weiterhin auf die Zuverlässigkeit und Rückmeldung echter Mechaniken. Dabei wird der Peripherie-Dino, so denken wir, auch in den nächsten Jahren noch fröhlich über die Schreibtische dieser Welt fegen und in Kombination mit einer guten Tastatur noch lange Zeit das unangefochtene Peripherie-Duo bilden.

Während bei den Tastaturen mechanische Pendants ihren nächsten Frühling feiern, besinnt man sich auch in der Mauswelt einen Gang zurückschaltend auf Etabliertes. So statteten 2012 zahlreiche Maushersteller ihre Flaggschiffe nicht mit hochauflösender Laserabtastatung aus, sondern vertrauten auf die Dienste herkömmlich-optischer Sensorik. Diese erreicht zwar im Grenzfall nicht die exorbitanten Empfindlichkeiten der Laser, zeigt sich in der Praxis jedoch spürbar zuverlässiger, genauer und weniger fehleranfällig.

Zowie AM Spielermaus mit Avago ADNS 3090 Sensor
Zowie AM Spielermaus mit Avago ADNS 3090 Sensor

Insbesondere der Avago ADNS 3090 hat sich im zurückliegenden Jahr einen guten Ruf erarbeitet. Auf diesen Sensor vertraut beispielsweise die Zowie AM, die als leichte und pfeilschnelle Spielermaus mit symmetrischer Bauform für das Jahr 2012 im Gedächtnis bleiben und auch unter dem Weihnachtsbaum eine gute Figur abgeben wird.

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