3/5 Google Nexus 5 im Test : Gute Hardware, tolle Software

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Performance & Android 4.4

Schnell, schneller, Nexus 5. Dieser Tage kommt kaum noch ein Flaggschiff ohne das Qualcomm-Topmodell Snapdragon 800 aus, so auch das Nexus 5. Im Zusammenspiel mit Adreno-330-GPU und zwei Gigabyte RAM zählt das Nexus 5 zu den schnellsten Geräten, die der Markt zu bieten hat. In den Benchmarks liegt das Nexus 5 auf einem Niveau mit dem Sony Xperia Z1, Asus Padfone oder Samsung Galaxy Note 3. Nur das Apple iPhone 5S liefert im Schnitt die etwas besseren Werte.

Obwohl die Ergebnisse auf einem Niveau mit anderen Android-Flaggschiffen liegen, fühlt sich das Nexus 5 im Alltag eine Ecke schneller an. Die Android-Oberfläche kennt keine Ruckler, wo Chrome auf dem Nexus 4 noch leicht stotterte, meistert das Nexus 5 souverän aufwendige Webseiten. Apps und Spiele starten schneller, Videos laden zügiger, und auch das Gerät selbst startet flotter.

Google Nexus 5
Google Nexus 5
Google Nexus 5 / Nexus 4
Google Nexus 5 / Nexus 4
Google Nexus 5
Google Nexus 5

Mit dem Nexus 5 gibt es bezüglich der Geschwindigkeit bis auf einen Punkt keinen Anlass zur Kritik. Bei diesem Punkt geht es um das Thema Throttling. Throttling beschreibt das Heruntertakten des Prozessors, damit dieser innerhalb seines Temperaturlimits bleibt. Das Nexus 5 senkt den Takt ab 63 °C um 300 MHz, ab 69 °C um weitere 200 MHz und darüber hinaus um insgesamt bis zu 1,2 GHz, sodass etwa 1,0 GHz „Resttakt“ übrig bleiben. Das hat bereits nach einem Durchlauf Einfluss auf den gesamten Benchmark-Parcours, weshalb wir zwischen den einzelnen Tests Pausen von etwa 15 Minuten eingelegt haben. Die höchsten Werte erzielt das Nexus 5 nach zehn Minuten im Kühlschrank, wobei wir diese Ergebnisse nicht mit aufgenommen haben.

Glücklicherweise hat das Throttling keinen spürbaren Einfluss auf die Geschwindigkeit im Alltag. Auch nach mehreren Durchläufen in 3DMark, GFXBench oder Geekbench kam es im Rennspiel „Asphalt 8: Airborne“ nicht zu Aussetzern. Nur das Menü von 3DMark reagierte mit Stottern auf die hohe Belastung. Android selbst ließ sich auch bei hohen Temperaturen flüssig bedienen.

Android 4.4 „KitKat“

Version 4.4 „KitKat“ stellt die größte Veränderung für Android seit der Einführung von „Ice Cream Sandwich“ im Oktober 2011 dar. Zwei Jahre nach Android 4.0 begrüßt Android 4.4 den Anwender mit einem neuen Design, angepasster Navigation und erweitertem Funktionsumfang. Außerdem möchte Google die Anforderungen an das System mit „Project Svelte“ reduzieren, sodass auch Geräte mit nur 512 MB Arbeitsspeicher Android 4.4 nutzen können. Des Weiteren kündigt sich mit der Android Runtime (ART) ein Nachfolger der Dalvik Virtual Machine an, die statt Just-in-time-Kompilierung (JIT) auf Ahead-of-time-Kompilierung (AOT) setzt und Geschwindigkeitsverbesserungen mit sich bringen soll, weil die Übersetzung in Maschinencode bereits mit der Installation und nicht bei Ausführung einer Applikation stattfindet. Als Standard kommt aber weiterhin die Dalvik Virtual Machine zum Einsatz, weil noch nicht alle Apps (etwa WhatsApp) ART unterstützen. Wir konzentrieren uns im Überblick allerdings auf die für Anwender offensichtlichen Veränderungen.

Lockscreen

Lockscreen
Lockscreen
Lockscreen Musik
Lockscreen Musik
Lockscreen & Kamera
Lockscreen & Kamera

Bereits auf dem Lockscreen zeigt sich Android mit transparenten Leisten und neuen Symbolen. Über den Pfeil, der den Kreis in Android 4.3 ersetzt, lässt sich Google Now öffnen. Die Kamera kann weiterhin per Wischgeste von rechts nach links, jetzt aber auch per Symbol geöffnet werden. Neu sind Musik-Cover im Vollbildformat inklusive Bedienelementen.

Homescreen & Google Now

Homescreen
Homescreen
Homescreen editieren
Homescreen editieren
Widget-Auswahl
Widget-Auswahl
Hintergründe
Hintergründe
Ordner
Ordner
App Drawer
App Drawer
Suche
Suche
Google Now
Google Now
Google Now
Google Now
Google Now Optionen
Google Now Optionen
Benachrichtigungen
Benachrichtigungen
Schnelleinstellungen
Schnelleinstellungen

Auf dem Homescreen angekommen, fällt Android 4.4 vor allem mit dem Google Experience Launcher (GEL) auf, der aktuell nur auf dem Nexus 5 vorhanden ist. Status- und Navigationsleiste sind transparent und mit weißen Symbolen versehen. Des Weiteren wurden viele Symbole optisch überarbeitet und liegen nun im größeren Format vor. Die Schriftart der Icons ist weiterhin „Roboto“, nun aber etwas näher zusammengerückt. Widgets werden nicht mehr über den Launcher, sonder direkt über den Homescreen hinzugefügt. Auch die Auswahl von Hintergründen wurde vereinfacht und auf ein Menü reduziert. Fortan lassen sich eigene Bilder und vorinstallierte Hintergründe aus einem Menü wählen. Der App-Drawer ist nun transparent und stellt wieder vier statt fünf (Nexus 4) Symbole pro Reihe dar. Fester Bestandteil von GEL ist Google Now, das sich per Wischgeste zum linken Homescreen öffnet. Zusätzliche Homescreens lassen sich nur nach rechts hinzufügen. Google Now lässt sich nur in englischer Sprache per „OK Google“ öffnen. Auch die Suchergebnisse sind auf Deutsch weniger vielfältig und umfangreich.

Kontakte & Wählfeld

Kontakte
Kontakte
Alle Kontakte
Alle Kontakte
Wählfeld
Wählfeld
Anrufer-ID
Anrufer-ID
Gewerbe suchen – Deutsch
Gewerbe suchen – Deutsch
Gewerbe suchen – Englisch
Gewerbe suchen – Englisch

Nach der Erstkonfiguration oder einer kompletten Neuinstallation von Android 4.4 finden sich in der Telefon-App auf den ersten Blick keine Kontakte. Diese verstecken sich hinter einer zusätzlichen Schaltfläche oder sammeln sich in der Favoriten-Liste an, wenn Anrufe getätigt wurden. Das Wählfeld legt sich über diese Liste und ist nicht länger eine eigenständige Seite. Highlight ist aber „Anrufer-ID“, worüber Personen (Google+) und Unternehmen gefunden und angerufen werden können, auch wenn sich diese nicht in den Kontakten befinden. So lässt sich etwa das nächstgelegene Restaurant ohne Kenntnis der Telefonnummer sofort anrufen. Für Anrufer-ID gilt wie für Google Now, dass das System auf Englisch ausgelegt ist. Der Suchbegriff „Pizza“ endete auf Deutsch in einer Sackgasse, führte auf Englisch aber zum Ziel.

E-Mail & Hangouts

E-Mail-App
E-Mail-App
E-Mail-App
E-Mail-App
Hangouts
Hangouts
Hangouts
Hangouts
Hangouts
Hangouts
Tastatur
Tastatur

Lange Zeit hatte Google die Standard-App für E-Mails vernachlässigt, mit Android 4.4 ändert sich das. Endlich bietet auch die E-Mail-App das mittlerweile weit verbreitete Menü am linken Rand der App, das für eine bessere Navigation und Organisation sorgt. Das neue Programm erinnert mit seinen farbigen Quadraten und dem Anfangsbuchstaben des Kontakts stark an Gmail, was positiv zu verstehen ist. Hangouts ersetzt auf dem Nexus 5 die SMS-App, auf dem Nexus 4 ist sie auch mit KitKat weiterhin vorhanden. Die Chat-App dient nun auch der Organisation von SMS, wobei die Konversationen zwar in einer App, aber nicht in einem Stream dargestellt werden. Bei jedem Kontakt wird in Nachrichten per Hangouts und SMS unterschieden. Hier wäre Google mit der kompletten Zusammenführung beider Dienste besser beraten gewesen.

Quickoffice & Drucken

Quickoffice
Quickoffice
Suche nach Druckern
Suche nach Druckern
Drucken
Drucken

Seit September bietet Google die Büro-App Quickoffice kostenlos für Android und iOS an. Privatanwender mussten bis zur Umstellung 15 Euro für die App bezahlen. Unter Android 4.4 ist die App für das Erstellen, Betrachten und Editieren von Word-, Excel- und PowerPoint-Dokumenten ab Werk vorinstalliert, auch auf anderen Nexus-Geräten. Des Weiteren ist das Drucken über Google Cloud Print und HP ePrint nun fester Bestandteil des Betriebssystems.

Galerie und Bildbearbeitung

Galerie
Galerie
Bildbearbeitung
Bildbearbeitung
Bild spiegeln
Bild spiegeln
Helligkeit verändern
Helligkeit verändern
Kontrast einstellen
Kontrast einstellen
RGB-Kanäle anpassen
RGB-Kanäle anpassen

Obwohl Android mit „Google Fotos“ mittlerweile auch eine stark mit Google+ verknüpfte zweite Galerie bietet, hat Google die Standard-Version der Galerie für Android 4.4 überarbeitet. Die Übersicht gleicht der bisherigen Version, doch hat Google den Bereich Bildbearbeitung massiv um Effekte und Editierungsoptionen aufgestockt, was durch die Übernahme von Nik Software im September des vergangenen Jahres möglich wurde. Bilder werden immer in Kopie bearbeitet, sodass die Originale bei diesem Vorgang nicht zerstört werden können.

Vollbildmodus, Uhr, Öffnen von & Easter Egg

Vollbildmodus
Vollbildmodus
Uhr-App
Uhr-App
Weltuhr
Weltuhr
Öffnen von
Öffnen von
Über das Telefon
Über das Telefon
Android 4.4 Easter Egg
Android 4.4 Easter Egg

Android 4.4 bietet einen Vollbildmodus, über welchen bei entsprechender Unterstützung durch die App Status- und Navigationsleiste aus- und per Wischgeste wieder eingeblendet werden können. Zum Beispiel lassen sich so bei einem Spiel oder in Play Books ohne Verlassen der App Benachrichtigungen einsehen. Die neue Uhr-App integriert den Wecker aus der unteren linken Ecke in die obere Leiste mit den weiteren Symbolen, bei welchen das Icon für den Timer optisch angepasst wurde. Des Weiteren bietet Android 4.4 ein neues Menü zum systemweiten Öffnen von Dateien, eine neue Downloads-App mit weiteren Optionen zur Sortierung und Darstellung sowie im Bereich „Über das Telefon“ ein passend zur neuen Android-Version im KitKat-Look gestaltetes Easter Egg.

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