3/3 Nvidia GeForce 337.50 im Test : Erste Eindrücke vom „Wundertreiber“

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Nvidia „Wundertreiber“ vs. AMD Mantle

Laut Nvidia sollen die Treiberverbesserungen des GeForce 337.50 es mit AMDs Low-Level-API Mantle aufnehmen können. Ob dies der Fall ist wollen wir in Battlefield 4, Thief sowie dem Star-Swarm-Benchmark heraus finden. Als Betriebssystem kommt jeweils Windows 8.1 zum Einsatz.

In Battlefield 4 (Multiplayer) schafft es die GeForce GTX 780 Ti noch knapp vor der Radeon R9 290X mit „Mantle“ zu bleiben. In 1.280 × 720 ist die Nvidia-Karte vier Prozent zügiger, in 1.920 × 1.080 fünf Prozent. Der Sprung durch die Optimierungen ist allerdings kleiner als der bei AMD – die Nvidia startet auf höherem Niveau. Da die DirectX-Leistung der Radeon-Karten unter Windows 8.1 im Multiplayer-Modus aber schlechter als die der Konkurrenz ist, fällt es dort schwer zu sagen, woher bei AMD der große Schub kommt – sprich, ob Mantle einfach besonders gut oder DirectX besonders schlecht umgesetzt ist.

In Thief bringt Mantle dagegen deutlich größere Vorteile als der GeForce 337.50. Die GeForce GTX 780 Ti legt durch den neuen Treiber zwar gut zu, doch ermöglicht Mantle nochmal völlig andere Geschwindigkeitsschübe. Die Radeon R9 290X bleibt so um neunzehn beziehungsweise sechs Prozent schneller als die Nvidia-Karte.

In der Star-Swam-Techdemo zeigt sich gut, dass AMD den DirectX-Treiber offenbar deutlich schlechter auf eine hohe Anzahl an Draw Calls optimiert hat als Nvidia. Unter der Microsoft-API dreht die GeForce GTX 780 Ti Kreise um die Radeon R9 290X und arbeitet mit dem neuen Treiber (+28 Prozent gegenüber dem alten) fast doppelt so schnell. Daran ändert auch Mantle nicht viel. Die AMD-Karte kann dann zwar um 56 Prozent zulegen, liegt aber immer noch um 17 Prozent hinter der Konkurrenz. Bei Star Swam handelt es sich allerdings um eine Tech Demo, in deren Ergebnisse nicht allzu viel hinein interpretiert werden sollte.

Nvidia-Karten im Vergleich

Ob auch günstigere Grafikkarten von dem neuen Treiber profitieren, wollen wir anhand des integrierten Tests in Thief heraus finden. Teilnehmer sind die GeForce GTX 770, GeForce GTX 760 und die GeForce GTX 750 Ti.

Thief - Kartenvergleich
  • Integrierter Benchmark:
    • GeForce GTX 780 Ti @ 337.50
      93,3
    • GeForce GTX 780 Ti @ 335.23
      82,9
    • GeForce GTX 770 @ 337.50
      71,0
    • GeForce GTX 770 @ 335.23
      68,6
    • GeForce GTX 760 @ 337.50
      56,0
    • GeForce GTX 760 @ 335.23
      55,2
    • GeForce GTX 750 Ti @ 337.50
      43,1
    • GeForce GTX 750 Ti @ 335.23
      40,7

Ähnlich wie Mantle benötigt Nvidias neueste Treiber-Optimierung offenbar eine hohe freie GPU-Leistung. Während die GeForce GTX 780 Ti durch den Treiber noch 13 Prozent in Thief zulegt, sind es mit der GeForce GTX 770 nur noch drei Prozent, bei der GeForce GTX 760 ein Prozent. Die GeForce GTX 750 Ti auf Maxwell-Basis schlägt sich mit einem Plus von sechs Prozent interessanterweise etwas besser. Wir versuchen zu klären, ob es spezielle Maxwell-Optimierungen gibt, durch die der „Treiber-Trick“ besser greift.

Bildqualitätsvergleich

Auch wenn bereits seit Jahren keiner mehr Bildqualität für mehr Leistung geopfert hat, wollen wir an dieser Stelle kurz überprüfen, ob das auch für den GeForce 337.50 gilt. Dazu haben wir Screenshots von Battlefield 4 sowie Thief angefertigt, die beide am meisten profitieren.

Battlefield 4 mit GeForce 335.23
Battlefield 4 mit GeForce 335.23
Battlefield 4 mit GeForce 337.50
Battlefield 4 mit GeForce 337.50
Thief mit GeForce 335.23
Thief mit GeForce 335.23
Thief mit GeForce 337.50
Thief mit GeForce 337.50

Wie nicht anders zu erwarten können wir weder in Battlefield 4, noch in Thief grafische Unterschiede zwischen den Treibern ausmachen. Die Bilder sind aufgrund der (zwangsweise entstehenden) Unterschiede der Kameraperspektive zwar nicht identisch, dennoch lässt sich gut die Bildqualität beurteilen.

Fazit

Der GeForce 337.50 ist zweifellos mehr als „einfach ein neuer Treiber“. Die Leistungssteigerungen unter DirectX 11 gehen auch im Durchschnitt über die üblichen Zuwächse hinaus. Wunder vollbringt der Treiber allerdings nicht.

Zwar konnten auch wir zweistellige Zuwächse in bestimmten Spielen und Szenen nachstellen, die von Nvidia angekündigten Zuwächse bis hinauf zu 70 Prozent sind uns hingegen nicht begegnet. Es wird sie geben, davon gehen wir aus. Doch der Regelfall sind schon niedrigere zweistellige Performancegewinne nicht.

Einen echten Konkurrenten zur Low-Level-API „Mantle“ von AMD sehen wir in dem neuen Treiber nicht – Mantle ermöglicht doch deutlich größere Vorteile. Der Nachteil ist natürlich, dass ein Spiel Mantle eben unterstützen muss, während die (eben nicht so effektiven) Nvidia-Verbesserungen theoretisch überall greifen.

Ob AMD in zukünftigen Catalyst-Treibern ähnliche Optimierungen für alle Anwendung einer API heben können wird, bleibt zur Stunde ungeklärt. Eine entsprechende Anfrage blieb bis zur Veröffentlichung des Artikels noch unbeantwortet.

Schlussendlich lässt sich sagen, dass jeder Nvidia-Besitzer den GeForce 337.50 installieren sollte, auch wenn er noch eine Beta ist. Wahre Wunder sollten aber nicht von dem Treiber erwartet werden. Ob Windows 7 oder Windows 8.1 installiert ist, spielt dabei keine Rolle.

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