Goldman Sachs will Google E-Mails löschen lassen

Update Michael Schäfer
59 Kommentare

Was zunächst wie ein Aprilscherz klingt, könnte sich für die US-Investmentbank Goldman Sachs zu einem ernsten Problem entwickeln: Eine E-Mail mit vertraulichen Kundendaten wurde nicht an eine interne Adresse, sondern an einen Gmail-Account gesendet. Jetzt will das Unternehmen Google dazu bringen, die E-Mail zu löschen.

Goldman Sachs hat in einer Klage vor dem Obersten Gerichtshof des Bundesstaates New York erklärt, dass ein Mitarbeiter einer Vertragsfirma die Nachricht statt an eine interne @gs.com-Adresse an einen mit dem Unternehmen in keinem Zusammenhang stehenden @gmail.com-Account gesendet haben soll. Im Anschluss war es der Bank weder möglich, die E-Mail über die Googlemail-Funktion „Undo Send“ zurückzuholen, noch mit dem Inhaber des E-Mail-Accounts in Kontakt zu treten.

Um eine Verletzung des Datenschutzes durch Goldman Sachs abzuwenden, soll Google nun per Gerichtsbeschluss ermächtigt werden, die betroffene E-Mail zu löschen. Zudem benötigt die US-Investmentbank Informationen darüber, wer Zugriff auf die sensiblen Daten hatte. Google hat bereits eine Zusammenarbeit signalisiert, sollte das Gericht dem Antrag folgen.

Gegenüber Cnet.com gab ein Sprecher an, dass Google sich nicht zu einem laufenden Verfahren äußern werde. Goldman Sachs antwortete bislang nicht auf eine Anfrage. Wie auch immer das Gericht entscheidet, das Urteil wird zum Präzedenzfall für ähnliche Vorfälle werden.

Update

Mittlerweile bestätigte Goldman-Sachs-Sprecherin Andrea Raphael, dass Google dem Wunsch auf Sperrung der betreffenden E-Mail nachgekommen sei. Da der oder die Empfänger der irrtümlich versendeten E-Mail bisher nicht auf diese zugegriffen haben, liege nach Aussage der Investment-Bank auch keine Datenschutzverletzung vor. Eine Entscheidung zur eigentlichen Löschung der E-Mail seitens des Obersten Gerichtshofs des Bundesstaates New York steht dagegen nach wie vor aus.