3/5 QNAP TS-451 im Test : NAS mit Bay Trail, Quick Sync und Virtualisierung

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Virtualisierung

Mit der QEMU-basierten Virtualization Station bietet QNAP dank VT-x des Celeron J1800 auf der TS-451 die Möglichkeit, virtuelle Maschinen (VM) von Linux-, Unix- und Windows-Betriebssystemen zu betreiben. Hierfür muss die TS-x51 jedoch über mindestens 2 Gigabyte Arbeitsspeicher verfügen, so dass die angebotene Variante der TS-451 mit nur 1 Gigabyte Arbeitsspeicher keine Virtualisierung ermöglicht. Darüber hinaus gibt QNAP an, dass nur eine VM gleichzeitig gestartet sein kann. Im Test konnten jedoch problemlos mehrere VMs gleichzeitig ausgeführt werden.

Die Rücksprache mit QNAP ergab, dass die Angabe, der parallele Betrieb mehrerer VMs mit der TS-451 sei nicht möglich, falsch ist. Vielmehr hängt der parallele Betrieb vom den virtuellen Maschinen zugewiesenen RAM ab. 1,5 Gigabyte RAM sind für das NAS reserviert, die restlichen 2,5 Gigabyte können für VMs benutzt werden. Je nachdem, wie viel RAM den VMs zugewiesen wird, kann der Nutzer so auch mehrere VMs gleichzeitig laufen lassen. In der Redaktion ließen sich so drei Windows-8-Installationen parallel ausführen.

QNAP Virtualization Station

Für Endkunden ergibt sich durch QNAPs Virtualisierungsfunktion die Möglichkeit, jedes nur erdenkliche Programm auf dem NAS auszuführen und im Hintergrund laufen zu lassen, das auf dem NAS selbst nicht zur Verfügung steht. Abseits der Aggregation der IT-Systeme in kleinen Unternehmen bietet die Virtualisierung auf der TS-451 für Entwickler, die seit jeher zur Nutzung virtueller Maschinen gezwungen sind, um ihre Anwendungen oder Webseiten in unterschiedlichen Umgebungen zu testen, die Möglichkeit, diese vom eigenen System – insbesondere bei der Nutzung von Notebooks – auszulagern. Allerdings muss der Nutzer für die Virtualization Station einen LAN-Anschluss opfern, der fest zugewiesen wird. Die Nutzung eines WLAN-USB-Sticks als Netzwerkschnittstelle der VM ist derzeit nicht möglich. Link Aggregation oder die Anbindung der TS-451 an zwei unterschiedliche Netzwerke ist bei Nutzung der Virtualisierung nicht mehr möglich. Für viele Endkunden, deren Netzwerkrouter ohnehin kein 802.3ad unterstützt, eine zu verschmerzende Einschränkung.

Bei der Einrichtung einer VM kann der Benutzer in QTS auf vordefinierte Profile zurückgreifen oder die Einstellungen der VM frei festlegen. Dabei können neben dem zugewiesenen Speicherplatz auch die Anzahl der CPU-Kerne und die RAM-Größe festgelegt werden. Sobald die Installation der VM über ein ISO-Image abgeschlossen ist, kann der Benutzer diese ausführen und wahlweise über QNAPs Virtualization Station mit einem HTML-5-kompatiblen Browser oder über eine Remote-Desktop-Anwendung auf die VM zugreifen. Letzteres ist bei häufiger Nutzung die bessere Wahl, da die HTML-5-Konsole mitunter etwas ruckelig agiert. QNAP unterstützt neben dem Im- und Export von virtuellen Maschinen (Import: OVA, OVF, QVM, XML, VMX; Export: QVM, OVF) auch die Erstellung eines Snapshots, der den Zustand der VM zum Zeitpunkt des Snapshots sichert. Über eine Kontenverwaltung kann der Zugriff auf die virtuellen Maschinen eingeschränkt werden.

Die Installation von Windows 8 in einer VM verläuft auf der TS-451 problemlos, und auch die anschließende Treiberinstallation, für die QNAP ein ISO-Image zur Einbindung über die Benutzeroberfläche bereitstellt, verläuft ohne Schwierigkeiten. Der Betrieb der VM erweist sich als sehr stabil und zeigte im Test keinerlei Abstürze. Der Versuch, Daten über einen USB-Stick auf die VM zu kopieren, offenbarte jedoch, dass die USB-Ports der TS-451 nicht an die VM weitergeleitet werden können. Dies soll jedoch mit einem Update der Virtualization Station möglich werden.

Darüber hinaus wird der Dateitransfer zwischen der VM und dem restlichen, nicht der VM zugeordneten Festplattenspeicher der TS-451 auf 1 Gigabit pro Sekunde beschränkt – die Bandbreite des zugewiesenen LAN-Anschlusses –, da die Daten bei QNAPs Lösung über eine interne Bridge laufen. Ein Transfer über das Netzwerk erfolgt de facto jedoch nicht, so dass die Daten, die zwischen NAS-Volumen und VM ausgetauscht werden, die TS-451 nicht verlassen.

Der Nutzen der Virtualisierung hängt stark von den Bedürfnissen und Anforderungen des Käufers ab. Während Endkunden, die derzeit keine virtuellen Maschinen nutzen, gar keine Verwendung für diese Funktion haben werden, könnten insbesondere Power User und kleinere Unternehmen schnell Gefallen an ihr finden.

Um zu klären, inwiefern sich die Ausführung einer virtuellen Maschine auf die Leistung des NAS auswirkt, wurden die Dateiübertragungstests bei einer aktiven Windows-8-VM wiederholt. Der VM wurden dabei 2 Gigabyte RAM sowie zwei CPU-Kerne zugewiesen. Während der Dateiübertragung wurde durch das Streamen von Videos und das Aufrufen verschiedener Webseiten auf der VM fortwährend eine CPU-Last zwischen 50 und 100 Prozent simuliert.

Der Leistungsverlust durch die aktive und belastete virtuelle Maschine liegt im konkreten Beispiel bei rund 30 Prozent in sämtlichen Übertragungstests. Diese Leistungseinbußen sind zwar durchaus bemerkbar, lassen die gleichzeitige Nutzung als NAS und VM-Host dank der schnellen Übertragungsraten der TS-451 aber nicht unmöglich werden.

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