Livestreaming : Meerkat wendet sich Facebook zu

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Livestreaming: Meerkat wendet sich Facebook zu
Bild: Meerkat

Das Zerwürfnis zwischen Meerkat und Twitter geht weiter: Nachdem das soziale Netzwerk den Livestreaming-Dienst zunehmend ausgeschlossen hat, bandelt Meerkat jetzt mit Facebook an. Für Twitters eigenes Angebot Periscope ist das keine gute Nachricht.

Die Distanz zwischen den Unternehmen wird in einer neuen Login-Politik deutlich: Statt über den Twitter-Account können Nutzer sich bei Meerkat nun mit ihren Facebook-Details einloggen. Außerdem können Status-Meldungen, etwa der Hinweis auf einen gerade gestarteten Stream, nun direkt auf Facebook gepostet werden – eine Funktion, die bis vor Kurzem noch Twitter-exklusiv war.

Die weitere Abkehr von Twitter ist mit dessen Vorgehen gegen Meerkat zu erklären. Erst im März hatte das soziale Netzwerk Meerkat von seinem Social Graph ausgeschlossen. Über diesen hatte Meerkat es seinen Nutzern ermöglicht, allein über die Follower-Beziehungen auf kurzem Wege ein Netzwerk für eigene Livestreams zu erstellen. Auch in dieser Hinsicht hält das am Wochenende veröffentlichte Update eine Neuerung bereit: Meerkat-Kontakte können jetzt auch automatisch im Adressbuch gesucht werden.

Aus Partnern wurden Konkurrenten

Die Abneigung zwischen Twitter und Meerkat liegt allerdings noch tiefer. So hatte Twitter ursprünglich erwogen, das populäre Meerkat zu kaufen und zu integrieren. Meerkat hatte zuletzt über 100.000 Nutzer und gilt aufgrund der Möglichkeit, schnell und einfach einen Livestream aufzusetzen, als mögliches „Next Big Thing“ im Bereich der sozialen Netzwerke.

Am Ende entschied man sich bei Twitter aber für einen eigenen Weg und hat nun mit Periscope einen direkten Meerkat-Konkurrent am Markt. Und Twitter begann damit, Meerkat Steine in den Weg zu legen. Dass auf den Ausschluss vom Social Graph die Ankündigung der Periscope-Übernahme folgte, dürfte kein Zufall gewesen sein.

Für Meerkat bedeuteten diese Umstände eine schwierige Situation. Schließlich ist der Dienst gerade durch seine enge Anbindung an Twitter so erfolgreich geworden. Mit der Facebook-Verknüpfung entrinnt der Dienst der Abhängigkeit zu einem guten Teil und könnte für Periscope nun erst recht zu einem Problem werden.