2/3 Phicomm Passion im Test : Potentes Leichtgewicht mit Schwächen im Detail

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Display

Mit einer Auflösung von 1.080 × 1.920 Bildpunkten bewegt sich das Phicomm Passion in den oberen Gefilden der 5-Zoll-Klasse. Bei gleicher Display-Diagonale zeigt sich aktuell kein Smartphone mit höherer Auflösung. Erst bei Vergrößerung auf etwa 5,1 Zoll bieten Smartphones wie das Samsung Galaxy S6 eine höhere Auflösung. Das IPS-Panel resultiert in einem klaren, wenn auch mit einem leichten Blaustich versehenen Bild. Der Kontrast von 873:1 bewegt sich im Mittelfeld und ist auf dem Niveau des 5-Zoll-Rivalen Huawei Ascend P7. Weniger souverän gibt sich das Display bei direkter Sonneneinstrahlung. Eine maximale Helligkeit von 310 cd/m² ist sehr wenig. Um das Display gegen Kratzer zu schützen, versieht es Phicomm mit Gorilla Glass 3.

Performance & Software

Lässt ein 64-Bit-fähiger Octa-Core-SoC im Zusammenspiel mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher zunächst aufhorchen, milderte sich die erste Euphorie zu Beginn des Tests rasch. Denn erst nach einem System-Update während der Testphase kann das Phicomm Passion die gebotene Leistung vollends ausspielen. Im Tagesgeschehen ist das Smartphone allen Herausforderungen gewachsen und gibt Apps, Spiele und Multimedia-Anwendungen ohne Wartezeiten wieder. Eine Selbstverständlichkeit mag man annehmen, jedoch zeigten sich vor dem circa 320 Megabyte großen Update auf Build-Nummer P660wEU_0000_4.4.4_1.2T17_0312_NJ gravierende Probleme, denen sich der Hersteller innerhalb des Testverlaufs annahm.

Jene resultierten in Leistungseinbrüchen, die verstärkt auftraten, sobald mehrere Apps im Hintergrund geöffnet blieben. So nahm etwa das Verlassen des Messengers WhatsApp durch Betätigen des Homebuttons gleich mehrfach im Test einige Sekunden in Anspruch. Auch das Entsperren des Displays führte in der zunächst ausgelieferten Version zu Wartezeiten von drei bis fünf Sekunden nach der Wischgeste. Bis zum oben erwähnten Update zogen sich diese Verzögerungen und Wartezeiten durch den gesamten Testlauf, mit dem Update gehören sich glücklicherweise der Vergangenheit an. Das Phicomm Passion greift dabei auf Android 4.4.4 KitKat zurück. Ein Update auf Android 5.0 Lollipop ist nach Aussage des Herstellers vorerst nicht geplant.

Abseits der behobenen Verzögerungen ist nach dem Update in den Benchmarks keine weitere Leistungssteigerung zu verzeichnen. In rechenintensiven Vorgängen kann sich das Phicomm Passion somit in gleich mehreren Fällen dem LG G2 annähern. Häufig liegt es jedoch auf dem Niveau eines mit einem Snapdragon S4 Pro ausgestatteten Motorola X (1. Generation).

Dessen ungeachtet gestaltet sich die Oberfläche klar und strukturiert. Auch der 32 Gigabyte große Flash-Speicher steht dem Smartphone sehr gut. Nach Abzug sämtlicher vorinstallierten Programme verbleiben dem Nutzer etwa 28 Gigabyte, wobei von den Google-Apps nur der Play Store vorinstalliert ist. Weitere, bei anderen Smartphones bereits vorinstallierte Apps wie etwa YouTube müssen selbst heruntergeladen werden.

Mit Barometer und Schrittzähler ausgestattet lädt das Passion zudem zu sportlicher Aktivität ein. Gibt Ersteres sehr genaue Höhenwerte aus, liegt der Schrittzähler deutlich über den tatsächlich absolvierten Schritten. Endet ein Arbeitstag etwa mit 5.000 bis 8.000 Schritten, zeigt das Phicomm Passion bereits zum Feierabend eine Schrittzahl von über 28.000 an. Einzelne Wege werden vom Schrittzähler hingegen gar nicht wahrgenommen, so dass der etwa 400 Meter lange Gang zum Bäcker mitunter mit 0 Schritten verzeichnet wird.

Kamera

Die Hauptkamera des Phicomm Passion löst mit 16 Megapixeln auf und verfügt über eine lichtstarke Blende von f/2.0. Zwar spielen die in einer Auflösung von 4.208 × 2.368 Bildpunkten resultierenden Aufnahmen nicht in der Oberklasse mit, doch können sie sich durchaus sehen lassen. Gerade bei Außenaufnahmen in der Natur entstehen Bilder, die mehr als nur „Schnappschusscharakter“ bieten. Dies spiegelt vor allem die äußerst genaue Farbwiedergabe wider. Ein stimmiger Kontrast und eine gute Schärfe spielen diesem noch zu. Auch der Weißabgleich wird zumeist gut erkannt, verschiebt sich jedoch bei überwiegend weißen Flächen minimal in den Lilabereich.

Ihre Karten voll ausspielen kann die Kameraeinheit bei Aufnahmen von Gebäuden, die sehr detailreich erscheinen. Fortgeführt wird dieses Bild bei Detailaufnahmen im Nahbereich, doch ist der Autofokus hierbei nicht in Gänze treffsicher. Um das Fotomotiv, im Test eine verrostete Absperrkette, abzulichten, mussten mehrere Fokusanläufe in Kauf genommen werden.

Phicomm Passion – Kamera

Ein bekanntes Szenario zeigt sich bei starken Lichtunterschieden, wie sie etwa bei Gegenlichtaufnahmen der Fall sind. Wie bei einer Vielzahl der Smartphone-Kameras gestaltet es sich schwer, die Unterschiede auszugleichen. Ein ausgebrannter Himmel, doch dafür eine korrekt belichtete Umgebung. Oder eine zu dunkle Umgebung, doch dafür ein lebendiger Himmel. Doch selbst in der Fotografie kann diesem Problem oftmals nur durch den Einsatz von Filtern oder der nachträglichen Bildbearbeitung abgeholfen werden. Eine ausgewogene Belichtung der Umgebung ist über den Tag nur selten der Fall.

Aufnahmen bei dunklerer Umgebung geben sich verhalten. Die Kamera versucht mit Hilfe eines hohen ISO-Wertes (Lichtempfindlichkeit) sowie einer längeren Belichtungszeit, mehr Licht einzufangen. Dies geschieht jedoch immens zu Lasten der Bildqualität. Ein Bildrauschen sowie Unschärfe durch das Halten des Smartphones während der Aufnahme sind die Folge. In gemilderter Form finden sich diese Faktoren auch bei Innenaufnahmen bei Kunstlicht wieder.

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