Roaming-Gebühren : Verbraucherschützer kritisieren Pläne der EU-Staaten

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Roaming-Gebühren: Verbraucherschützer kritisieren Pläne der EU-Staaten
Bild: Thomas Kohler (CC BY 2.0)

Dass die EU-Staaten sich gegen eine Abschaffung der Roaming-Gebühren innerhalb von Europa sträuben, stößt bei den Verbraucherschutzverbänden (vzbv) auf Kritik. Bei den Plänen dürfe es keine Kehrtwende geben, fordert vzbv-Vorstand Klaus Müller.

Selbst wenn die Unternehmen mit den Roaming-Gebühren ordentlich Einnahmen erzielen, wären diese überflüssig. Denn die Preise für Endkunden müssten sich nach Ansicht von Müller ohnehin stärker an den realen Kosten der Unternehmen orientieren. Dazu zählen auch Ungereimtheiten bei Preisstrukturen, die sich an Ländergrenzen orientieren. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum ein Gespräch von Deutschland ins Ausland teurer sein soll als ein Telefonat in die umgekehrte Richtung“, so Müller.

Zumal es beim Roaming nicht nur um billige Telefonate gehe. Vielmehr vertrage sich ein einheitlicher europäischer Binnenmarkt – so wie er von der EU-Kommission geplant wird – nicht mit Nationalstaatsgrenzen für die Kommunikation.

Ursprünglich hatte die EU-Kommission geplant, die Roaming-Gebühren innerhalb von Europa bis 2016 schrittweise abzuschaffen. Telekommunikationsanbieter kritisierten das Vorhaben – und fanden bei den EU-Staaten offene Ohren. So hatte der EU-Rat bereits am 28. April einen Vorschlag (PDF-Datei via Statewatch) unterbreitet, der keine vollständige Abschaffung der Roaming-Gebühren vorsieht.

Stattdessen sollen die Provider verpflichtet werden, den Kunden lediglich ein geringes Telefon- und Datenvolumen einzuräumen, dass auch im EU-Ausland ohne zusätzliche Gebühren abgerechnet wird. Konkret handelt es sich dabei pro Jahr um:

  • 50 Minuten für Telefonate
  • 50 SMS
  • 100 Megabyte Datenvolumen

Bei dem Vorschlag handelt es sich allerdings nicht um eine finale Fassung, sondern vielmehr um die Position des EU-Rates für die Verhandlungen mit EU-Kommission und EU-Parlament. Wie die Regelung letztlich ausfällt, lässt sich derzeit also nicht abschätzen.

Dass die Roaming-Pläne heute nochmals von den Verbraucherschutz-Verbänden aufgegriffen wurden, hängt mit den aktuellen Medienberichten zusammen. So hatte die Bild – unter Berufung auf das bereits bekannte Positionspapier – berichtet, dass die Roaming-Kosten weiter bestehen bleiben sollen.