The Witcher 3 : Grafikkarten, Prozessoren und Kantenglättung im Test

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The Witcher 3: Grafikkarten, Prozessoren und Kantenglättung im Test
Bild: CD Projekt

Für The Witcher 3 hat das polnische Entwicklerteam CD Projekt eine neue Engine entwickelt, die auf den Namen REDengine 3 hört. Die Grafik soll nicht nur zu dem Besten gehören, was es aktuell gibt, sie tut es auch tatsächlich – vor allem in der PC-Version. Auf dem PC sind nicht nur höhere Auflösungen als auf den Konsolen möglich, sondern auch bezüglich der generellen Grafikqualität gibt es Vorteile, zum Beispiel bei den Schatten.

The Witcher 3 gehört zu Nvidias GameWorks-Programm und bietet somit einige GameWorks-Features. Mit von der Partie ist die oft genutzte Umgebungsverdeckung HBAO+. Noch ziemlich neu ist hingegen HairWorks (als Konkurrent für das nicht unterstützte TressFX von AMD), das eine bessere Haardarstellung ermöglichen soll. Bei HairWorks werden mit Hilfe von Tessellation 10.000 bis 60.000 Haarstränge pro Figur erzeugt, die physikalisch korrekt agieren sollen. Dies gilt wohlgemerkt für die Gegner. Geralt als Hauptfigur bietet durchschnittlich 30.000 Haarstränge, je nach Perspektive auch bis zu 115.000.

Darüber hinaus nutzt das Rollenspiel auch das Destruction-APEX aus Nvidias PhysX-Paket. Dieses ist für eine (teils) zerstörbare Umgebung zuständig. Während die anderen GameWorks-Effekte durchweg auf der GPU (bei Nvidia und AMD) berechnet werden, läuft PhysX durchgehend auf der CPU. Welche optischen Auswirkungen GameWorks auf das Spiel hat und inwieweit die Leistung beeinflusst wird, klärt ComputerBase im weiteren Verlauf des Artikels.

Testergebnisse

Da der Spieler in The Witcher 3 viel zu Fuß unterwegs ist, nutzt auch die Testsequenz eine solche Szene: Ein kleiner Spaziergang an einem Fluss vorbei mitsamt einem kleinen Abstecher ins (viele) Grün. Für die Testreihe kommen maximale Details mitsamt HBAO+ als Umgebungsverdeckung zum Einsatz. HairWorks ist bei den Standard-Testreihen deaktiviert. Bei einem zweiten Durchlauf sind die hübscheren Haare auf die Hauptfigur beschränkt.

Für sämtliche Benchmarks kommt das Grafikkarten-Testsystem zum Einsatz. Die anliegenden Taktraten bei den Grafikkarten lassen sich an dieser Stelle nachlesen. Als Treiber ist der Catalyst 15.4.1 beziehungsweise der GeForce 352.86 installiert.

21 Grafikkarten im Vergleich

The Witcher 3 benötigt nicht nur eine schnelle Grafikkarte, sondern deckt ebenso gnadenlos Architektur-Schwachstellen in der Hardware auf. So zeigt sich zum Beispiel schnell, dass die Maxwell-Grafikkarten den Kepler-Pendants klar überlegen sind. Bei AMD muss hingegen die Tahiti-GPU, die schwächste Ausbaustufe des GCN-Designs, Federn lassen. In beiden Fällen sind die Abstände zu den schnelleren und technisch besseren Modellen größer als in anderen Spielen.

Laut Entwickler nutzt The Witcher 3 die GPU in zahlreichen Berechnungen abseits der Grafikkarte. Dies ist zum Beispiel etwas, worin Maxwell Kepler klar überlegen ist. Und dies würde auch zum schwachen Abschneiden der Radeon R9 280X mit Tahiti-Chip passen. Denn obwohl sich GCN sehr gut fürs GPU-Computing eignet, kann Tahiti aufgrund der nur zwei vorhandenen ACE-Einheiten die ALUs nicht so effizient auslasten wie die anderen Rechenkerne. Bonaire hat im Vergleich dazu vier ACE-Einheiten, Tonga und Hawaii gleich acht. Pitcairn auf der Radeon R9 270X hat auch nur zwei ACE-Einheiten und bietet im Verhältnis eine bessere Geschwindigkeit, doch die Roh-Leistung ist deutlich geringer. Eine weitere Möglichkeit wäre auch Tessellation, bei der die neuen GCN-Iterationen und vor allem Tonga deutlich stärker sind als das Originaldesign. Ebenso denkbar ist eine Mischung aus beiden Faktoren.

Zurück zur allgemeinen Performance: Selbst in Full HD benötigt es für volle Details eine High-End-Grafikkarte. Die magische 60-FPS-Grenze erreicht einzig die GeForce GTX Titan X, alle anderen Grafikkarten liegen klar darunter. Gut spielbar mit über 40 FPS sind nur die GeForce GTX 970, GeForce GTX 980, Radeon R9 290 und Radeon R9 290X. Die GeForce GTX 780 Ti erreicht mit 35 FPS gerade noch spielbare Werte. Wer HairWorks nutzen möchte, muss dies in den meisten Fällen bei vollen Details gar nicht erst probieren. Einzig die GeForce GTX 980 und die GeForce GTX Titan X erreichen noch spielbare Werte. Die AMD-Produkte brechen enorm ein. Für 2.560 × 1.440 muss es dann mindestens eine GeForce GTX 980 sein, besser eine GeForce GTX Titan X. Bei allen anderen Produkten müssen die Details reduziert werden. Für ein flüssiges Spielen in 3.840 × 2.160 ist dies bei allen Grafikkarten notwendig. Und auch für das High-Preset sind fast alle Karten zu langsam.

Auch wenn The Witcher 3 an Nvidias GameWorks-Programm teilnimmt, agieren die Radeon-Grafikkarten erstaunlich stark, so lange HairWorks abgeschaltet bleibt. Während eine OC-Variante der Radeon R9 290X im Durchschnitt gleich schnell wie eine ebenso übertaktete GeForce GTX 970 agiert, ist die AMD-Karte in The Witcher 3 gute zehn Prozent schneller. Je nach Umgebung variiert der Abstand zwar, das Nachsehen hat die AMD-Karte allerdings nur sehr selten. Eine Preisklasse tiefer schneidet die Radeon R9 285 erstaunlich gut ab. Diese ist nicht nur überraschend schneller als die Radeon R9 280X, sondern auch ein gutes Stück flotter als die GeForce GTX 770 – die in anderen Spielen meistens in Front liegt. Selbst die GeForce GTX 960 kommt nicht an die AMD-Hardware heran.

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