Linux: Bug in Intels Grafik-Stack crasht Plasma 5

Ferdinand Thommes
34 Kommentare
Linux: Bug in Intels Grafik-Stack crasht Plasma 5
Bild: Jared Tarbell | CC BY 2.0

In letzter Zeit häuften sich Berichte über Abstürze von KDE Plasma 5 und darauf laufende Apps. Schuld ist aber nicht KDE sondern Intels Grafik-Stack i915, wie sich jetzt herausstellte. Das berichtet KDE-Entwickler Martin Sandsmark jetzt auf der KDE-Mailingliste.

Der laut Sandsmark gravierende Fehler in Intels Treiber bringt OpenGL-Anwendungen in Zusammenhang mit der Beschleunigungsarchitektur Sandybridge's New Acceleration (SNA) zum Absturz. So neben der Plasmashell von Plasma 5 als Ganzem beispielsweise auch Gwenview, das Standardprogramm zum Betrachten und zur Verwaltung von Fotos und Bildern unter KDE. Außerdem sind auch Anwendungen wie Kodi und MPV betroffen

Der Fehler scheint erst kürzlich eingeschleppt worden zu sein und betrifft somit hauptsächlich Distributionen, die die aktuellen Intel-Treiber einsetzen. Welche Treiberversionen genau betroffen sind, ist noch unklar, allerdings datieren erste Bugreports den Fehler zurück auf November 2014. Der Fehler tritt unter anderem bei den Distributionen Ubuntu 15.04 Vivid Vervet und openSUSE Tumbleweed auf.

Sandsmark merkt an, dass Plasma 5 durch den Fehler ungerechtfertigt in einem schlechten Licht erscheine. Auch er habe anfangs an eine Instabilität in der grafischen Komponente der fünften KDE-Generation geglaubt. Jetzt möchte er mithilfe betroffener Anwender und der Entwicklergemeinde herausfinden, welche Version des Intel-Treibers den Fehler eingeführt hat. Sandsmark informierte die Intel-Entwickler über seine Erkenntnisse, die daraufhin den Schweregrad des Fehlers im Bugreport anhoben.

Für Betroffene gibt es einen Workaround, der die Abstürze einstellt, bis der Fehler behoben und in einem neuen Treiber verteilt wurde. Dazu muss als Root Hand an die Datei /etc/X11/xorg.conf.d/20-intel.conf gelegt werden. Ist die Datei nicht vorhanden, muss sie zuerst angelegt werden. Dann kann mit dem Editor der Wahl, etwa Vi oder Nano, die Beschleunigungsarchitektur auf „UXA“ festgelegt werden. Die temporär anzulegende Datei sollte dann folgendermaßen aussehen:

Section "Device"
        Identifier  "Intel Graphics"
        Driver      "intel"
        Option      "AccelMethod"  "uxa"
    EndSection

Sobald ein neuer Intel-Treiber mit einem Patch verfügbar ist, kann der Nutzer die Datei wieder löschen, da ansonsten die Grafik ausgebremst wird.