3/5 Synology DS215+ im Test : Schnelles 2-Bay-NAS mit exotischem SoC

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Benchmarks

Im Folgenden sind die Testergebnisse der Synology DS215+ in verschiedene Untergruppen gegliedert. Die Lese- und Schreibgeschwindigkeit wird dabei im RAID1- und im JBOD-Festplattenverbund getestet – optional auch mit aktivierter Verschlüsselung im RAID1, die bei Synology ordnerbasiert gelöst ist, so dass nicht das ganze Laufwerk verschlüsselt werden muss. Die Lautstärke und die Leistungsaufnahme werden ebenso wie das Preis-Geschwindigkeits-Verhältnis des NAS gesondert behandelt. Die einzelnen Ergebnisse jeder Kategorie können über die Schaltflächen über den Diagrammen durchgeschaltet werden. Die Einzelheiten zur Testmethodik, die den Ergebnissen zugrundeliegt, sind in einem gesonderten Artikel „So testet ComputerBase NAS-Systeme“ zusammengefasst.

Dateitransfer

Bei der Schreib- und Lesegeschwindigkeit platziert sich die Synology DS215+ ganz vorne im Testfeld der 2-Bay-NAS und liegt im Durchschnitt knapp vor der DS214 und DS214play von Synology sowie der HS-251 von QNAP. Von Synologys günstigerem Kassenschlager, der DS215j, kann sich die DS215+ bei echten Dateiübertragungen im Schnitt 13 Prozent absetzen. Bei der Schreibgeschwindigkeit beträgt dieser Unterschied 26 Prozent, bei der Lesegeschwindigkeit, bei der die NAS-Systeme immer dichter zusammenrücken, liegt die DS215+ allerdings nur 3 Prozent vor der DS215j.

Die Testergebnisse, die mitunter an der maximalen Übertragungsgeschwindigkeit eines einzelnen 1-Gigabit-Netzwerkanschlusses liegen, offenbaren bereits, dass die DS215+ Nutzen aus ihrer zweiten Netzwerkschnittstelle und Link Aggregation ziehen können sollte, worauf im weiteren Verlauf des Tests näher eingegangen wird.

Im Intel NAS Performance Toolkit beträgt der Vorsprung der DS215+ vor der DS215j im Durchschnitt 12 Prozent. Auch den bisherigen Spitzenreiter in diesem Test unter den NAS-Systemen für zwei Festplatten, die QNAP HS-251, schlägt die DS215+ um 7 Prozent.

Verschlüsselung

Die DS215+ unterstützt die von Synology bekannte, ordnerbasierte AES-256-Verschlüsselung, bei der nicht zwingend das gesamte Laufwerk verschlüsselt werden muss. Der Nutzer kann somit einzelne Ordner mit einer Verschlüsselung schützen, während andere Ordner ohne Verschlüsselung von schnelleren Übertragungsraten profitieren. Da die DS215+ auf einen Annapurna Labs Alpine AL-212 mit zwei 1,4 GHz schnellen Kernen auf ARMv7-Architektur zurückgreift, kann sie nicht auf leistungssteigernde Befehlssätze wie etwa Intels AES-N-Instruktionen der Synology DS415+ oder einen schnellen Intel Celeron J1800, wie ihn die QNAP HS-251 bietet, zurückgreifen.

Während die Schreibgeschwindigkeit der DS215+ bei aktivierter Verschlüsselung nicht an die Leistung der HS-251 von QNAP heranreicht, fällt die Lesegeschwindigkeit der DS215+ höher aus als bei der HS-251 und stellt den neuen Bestwert für 2-Bay-NAS in dieser Disziplin im Testfeld auf. An die Synology DS415+ kommt die DS215+ jedoch weder beim Schreiben noch beim Lesen heran. Dennoch sind die Übertragungsgeschwindigkeiten der DS215+ bei aktivierter Verschlüsselung auf einem Niveau, das eine alltägliche Nutzung dieser Funktion für sensible Daten ermöglicht – anders, als es bei vielen günstigeren NAS-Systemen der Fall ist.

Auch die DS215j lässt die DS215+ in diesem Test deutlich hinter sich und ist im Schnitt mehr als doppelt so schnell wie das günstigere Modell aus eigenem Hause.

Wie auch bei QNAPs HS-251, kann die DS215+ mitunter deutlich vom Einsatz von Link Aggregation bei gleichzeitigem Zugriff mehrerer Nutzer auf den Netzwerkspeicher profitieren. Lediglich die Schreibgeschwindigkeit einer einzelnen großen Datei legt nicht in dem Maße zu, wie die Leseraten sowie die Lese- und Schreibraten eines großen Ordners mit vielen kleinen Dateien. Die Schreibgeschwindigkeit kann in diesem Fall von rund 75 auf fast 130 MB/s zulegen.

Wer die Möglichkeit im eigenen Netzwerk hat, sollte die beiden Netzwerkanschlüsse der DS215+ entsprechend nutzen, um insbesondere die Transferraten bei simultanem Zugriff auf das NAS zu verbessern. Wenn das eigene Netzwerk keine Unterstützung für Link Aggregation bietet, kann der zweite Netzwerkanschluss nur zur Ausfallsicherheit genutzt werden.

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