Synology DS716+ im Test : Mit Prüfsummen und Snapshots gegen Datenverlust

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Synology DS716+ im Test: Mit Prüfsummen und Snapshots gegen Datenverlust

Die DS716+ als Nachfolger der DS713+ ist das letzte NAS für zwei Festplatten im Portfolio von Synology, das auf die x86-Architektur und ein SoC von Intel setzt. Während beim Vorgänger, der DS713+, noch ein Intel Atom D2700 zum Einsatz kam, verfügt die DS716+ mit dem Intel Celeron N3150 über ein deutlich moderneres SoC der Braswell-Generation, das im 14-nm-Verfahren gefertigt wird. Das SoC taktet die vier Kerne mit 1,6 GHz Basistakt, kann diesen jedoch über einen Turbo automatisch auf bis zu 2,08 GHz anheben. Die Celeron-CPU verspricht dank Unterstützung für Intels AES New Instructions eine schnelle Verschlüsselung der Daten auf dem NAS. Intel nennt für den N3150 eine TDP von 6 Watt, wobei die Scenario Design Power (SDP) bei lediglich 4 Watt liegen soll. Der neue Celeron N3150 soll so nicht nur zu einer besseren Leistung im Vergleich zur DS713+ führen, sondern auch die Leistungsaufnahme soll gesenkt worden sein, da der Intel Atom D2700 über eine TDP von 10 Watt verfügt.

Die größte Neuerung der DS716+ steckt aber in der Software. Als erstes Tower-NAS im Angebot von Synology unterstützt die DS716+ zusätzlich zum ext4-Dateisystem auch das Copy-On-Write-Dateisystem btrfs. Durch btrfs kann die Datensicherheit erhöht werden, indem die gespeicherten Daten mittels Prüfsummen bei jedem Leseprozess auf ihre Integrität geprüft werden, wodurch Datenkorruption verhindert wird. Knackende Aussetzer in alten MP3-Dateien oder schwarze Linien in häufig kopierten JPG-Dateien, die durch eine Beschädigung der Datei entstehen, gehören somit der Vergangenheit an. Darüber hinaus ermöglicht btrfs die Erstellung von Snapshots, so dass versehentlich gelöschte Daten, sofern ein passender Snapshot gespeichert wurde, wiederhergestellt werden können. Je Ordner können dabei maximal 64 Schnappschüsse vorgehalten werden. Standardmäßig ist die Copy-On-Write- und Prüfsummen-Funktion von btrfs beim Erstellen eines Freigabeordners aktiviert, sie kann bei Bedarf jedoch manuell ausgeschaltet werden.

In der aktuellen Version 5.2 von Synologys DiskStation-Manager-Betriebssystem unterstützt neben drei RackStations lediglich die DS716+ btrfs. Hierin hebt sie sich derzeit von den anderen NAS-Modellen im Portfolio von Synology ab. Im neuen DSM 6.0, der aktuell in einer öffentlichen Beta getestet werden kann, wird btrfs auch für ein paar ältere Modelle freigegeben. Neben einer ganzen Reihe von RackStations befinden sich unter den Modellen, die eine btrfs-Unterstützung in DSM 6.0 erhalten, auch die DiskStations DS2415+, DS1815+, DS1515+ und DS415+. Voraussetzung für eine Unterstützung von btrfs sind bei Synology allerdings ein Intel-Prozessor und mindestens 2 GB RAM – eine Einschränkung, die nicht vom Dateisystem vorgegeben, sondern von Synology gewählt wurde. Modelle wie die DS215+ werden somit auch mit der finalen Version von DSM 6.0 btrfs nicht unterstützen, sondern es bleibt eine Funktion für die größeren Business-NAS.

Synology DS716+
Synology DS713+
Synology DS215+
SoC: Intel Celeron N3150
x86
1,60 GHz, 4 Kern(e), 4 Thread(s)
Intel Atom D2700
x86
2,13 GHz, 2 Kern(e), 4 Thread(s)
Annapurna AL-212
ARMv7
1,40 GHz, 2 Kern(e), 2 Thread(s)
RAM: 2.048 MB 1.024 MB
Festplatteneinschübe: 2
S-ATA-Standard: I/II/III
HDD-Format: 2,5" & 3,5"
RAID-Level: Einzellaufwerk, JBOD, RAID 0, RAID 1
I/O-Ports: 2 × LAN
3 × USB 3.0, 1 × eSATA
2 × LAN
1 × USB 2.0, 2 × USB 3.0, 1 × eSATA
2 × LAN
2 × USB 3.0, 1 × eSATA
Wake on LAN: Ja
Verschlüsselung: AES-256 (ordnerbasiert)
Lüfter: 1 × 92 × 92 × 25 mm
Netzteil: 65 Watt (extern) 72 Watt (extern)
Maße (H×B×T): 157,0 × 103,5 × 232,0 mm
Leergewicht: 1,75 kg 1,69 kg
Preis: ab € 450 ab € 250

Im Vergleich zum Vorgänger hat Synology darüber hinaus den Arbeitsspeicher von 1.024 auf 2.048 MB verdoppelt und den letzten verbliebenen USB-2.0-Port der DS713+ gegen einen weiteren USB-3.0-Port ersetzt. Das bisher schnellste 2-Bay-NAS von Synology, die DS215+, bietet im direkten Vergleich auf dem Papier das langsamere SoC und einen USB-3.0-Anschluss weniger. Ob sich die DS716+ im Alltag von der DS215+ absetzen kann und der Preisaufschlag von derzeit knapp 140 Euro gerechtfertigt ist, dem geht ComputerBase im Folgenden ebenso nach wie der Frage, wie sich btrfs und die Aktivierung der Datenintegrität auf die Leistung auswirken.

Update 05.01.2016 09:50 Uhr

Wie Synology inzwischen gegenüber ComputerBase bestätigte, unterstützt die DS716+ nicht die bitrot-correction von btrfs, so dass ein Fehler lediglich festgestellt, aber nicht automatisch behoben werden kann. Synology gibt als Grund an, dass die native bitrot-correction nicht effizient genug sei und zu viel Speicherplatz benötige. Synology arbeite aber derzeit an einem eigenen Korrektur-Algorithmus, der effizienter sein soll.

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