Netgear ReadyNAS RN214 im Test : Mit btrfs-Korrektur gegen QNAP und Synology

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Netgear ReadyNAS RN214 im Test: Mit btrfs-Korrektur gegen QNAP und Synology

Nicht nur Synology bietet mit der kürzlich von ComputerBase getesteten DS716+ das Copy-on-Write-Dateisystem btrfs im eigenen NAS-Portfolio an, sondern auch Netgear setzt auf das neue Dateisystem zur Datensicherheit, das mittels Prüfsummen einen Schutz vor Datenübertragungsfehlern bietet. Anders als bei Synology hat der Käufer aber nicht die Möglichkeit, sich zwischen ext4 oder btrfs als Dateisystem der internen Platten zu entscheiden – bei Netgear wird als internes Dateisystem immer btrfs genutzt.

Darüber hinaus unterstützt Netgear Snapshots in unbegrenzter Anzahl und einen Bit-Rot-Schutz vor schleichendem Verlust von einzelnen Bits auf den Datenträgern inklusive Korrektur eines erkannten fehlerhaften Bits. Synology bietet diese Korrektur in der DS716+ trotz btrfs derzeit nicht, sondern erkennt lediglich fehlerhafte Bits. Bei Netgear kann dieser Schutz auf Ordnerebene vom Benutzer manuell ein- oder ausgeschaltet werden. Netgear selbst zeigt in der Benutzeroberfläche bei Aktivierung des Bit-Rot-Schutzes einen Warnhinweis an, dass sich diese Funktion auf die Leistung des NAS auswirken könnte. Ob und in welchem Maße dies der Fall ist, wird ComputerBase prüfen.

Anders als Synology setzt Netgear für btrfs aber keinen Intel-Prozessor voraus, sondern ermöglicht eine Nutzung auch bei ARM-basierten NAS-Systemen. Die neuen ReadyNAS-Modelle der 210er-Serie setzen zudem auf ein aktuelles SoC von Annapurna Labs mit vier Kernen und 1,4 Gigahertz Takt, den AL-214, sowie zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Netgear selbst betitelt die RN212 und RN214 angesichts dieser Daten als „Prosumer-Power-Pack“.

Mit vier Festplatten geht ein LC-Display einher

Während das ReadyNAS 212 auf zwei Festplatteneinschübe setzt, verfügt das getestete ReadyNAS 214 über vier Einbaurahmen. Die Mainboards in beiden Modellen sind dabei identisch, so dass auch das kleinere Modell über zwei Gigabyte RAM, den Annapurna Labs AL-214 mit vier Kernen, drei USB-3.0-Anschlüsse, zwei LAN-Schnittstellen und einen eSATA-Port verfügt. Die LAN-Anschlüsse unterstützen Link Aggregation, so dass der Datendurchsatz zum RN214 bei entsprechender Netzwerkinfrastruktur erhöht werden kann. Das Gehäuse beider Modelle unterscheidet sich jedoch nicht nur in Bezug auf die Größe, sondern das RN214 bietet im Gegensatz zum RN212 ein zweizeiliges Status-LC-Display, auf dem Informationen zum System wie die IP-Adresse und etwaige Hintergrundaufgaben wie die RAID-Synchronisierung angezeigt werden. Die unverbindliche Preisempfehlung des ReadyNAS 212 liegt bei 349 Euro, die des ReadyNAS 214 bei 449 Euro. Auf beide Modelle gibt Netgear drei Jahre Garantie.

Den Schutz der Daten möchte Netgear aber auch mit anderen Funktionen unterstützen und spricht hierbei von einem „5-Stufen-Dateischutz“, den das ReadyNAS 214 bietet. Hierzu zählen die automatische RAID-Erstellung, die bei einem Festplattenausfall schützt, die Snapshot-Funktion, mit der versehentlich gelöschte Daten wiederhergestellt werden können, die Echtzeit-Antivirensoftware auf dem NAS, der Bit-Rot-Schutz und die Möglichkeit des Cloud-Backups des NAS.

Netgear RN214
Synology DS415+
Synology DS716+
SoC: Annapurna AL-214
ARMv7
1,40 GHz, 4 Kern(e), 4 Thread(s)
Intel Atom C2538
x86
2,40 GHz, 4 Kern(e), 4 Thread(s)
Intel Celeron N3150
x86
1,60 GHz, 4 Kern(e), 4 Thread(s)
RAM: 2.048 MB
Festplatteneinschübe: 4 2
S-ATA-Standard: I/II/III
HDD-Format: 2,5" & 3,5"
RAID-Level: Einzellaufwerk, JBOD, RAID 0, RAID 1
RAID 5, RAID 5 + Hot Spare, RAID 6, RAID 10
Einzellaufwerk, JBOD, RAID 0, RAID 1
I/O-Ports: 2 × LAN
3 × USB 3.0, 1 × eSATA
2 × LAN
1 × USB 2.0, 2 × USB 3.0, 1 × eSATA
2 × LAN
3 × USB 3.0, 1 × eSATA
Wake on LAN: Ja
Verschlüsselung: AES-256 (laufwerksbasiert) AES-256 (ordnerbasiert)
Lüfter: 1 × 92 × 92 × 25 mm 2 × 92 × 92 × 25 mm 1 × 92 × 92 × 25 mm
Netzteil: 84 Watt (extern) 100 Watt (extern) 65 Watt (extern)
Maße (H×B×T): 205,0 × 134,0 × 223,0 mm 165,0 × 203,0 × 233,2 mm 157,0 × 103,5 × 232,0 mm
Leergewicht: 4,02 kg 2,05 kg 1,75 kg
Preis: ab 383 € ab 550 € ab 460 €

Mit der DS215+ von Synology befindet sich bereits ein NAS im Testfeld, das auf ein SoC von Annapurna Labs setzt, das allerdings nur über zwei Kerne verfügt. Darüber hinaus hat die DS215+ mit einem Gigabyte nur halb so viel Arbeitsspeicher und ist für maximal zwei, statt vier Festplatten ausgelegt. Snapshots und btrfs sind bei der DS215+ nicht vorhanden. Beides bietet im Testfeld lediglich die Synology DS716+. Im Bereich der 4-Bay-NAS wird das Netgear ReadyNAS 214 insbesondere zeigen müssen, ob es sich gegen die x86-Modelle mit Celeron- oder Atom-Prozessoren wie die QNAP TS-451 und Synology DS415+ behaupten kann.

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