3/4 Far Cry Primal im Test : Die Steinzeit als bunter Themenpark zum Spaß haben

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Kämpfe und gezähmte Tiere

Auch beim Kampf hat Primal einige frische Elemente zu bieten. Dabei ist vor allem die (etwas zu einfache) Tierzähmung zu nennen, dank der sich Takkar etwa einen Wolf oder einen Säbelzahntiger an die Seite rufen kann. Später kann sich der Protagonist so auch auf dem Rücken eines Bären oder eines Mammuts in die Schlacht stürzen, was in Kombination mit Pfeil und Bogen und geworfenen Speeren ziemlich effektiv ist.

Aufklärung per Eule, nicht per Drohne

Fast genauso gut gefällt uns die Eule, die als Aufklärer essentiell für ein geräuschloses Vorgehen ist. Per Tastendruck wechseln wir in die Vogelperspektive und markieren Feinde, um sie dann – von Gebüsch zu Gebüsch schleichend – leise auszuschalten oder zu umgehen. Das funktioniert dank einer relativ wachsamen, aber nicht gottgleichen KI sehr gut, sodass Schleicher in Far Cry Primal bei Bedarf durchaus auf ihre Kosten kommen können.

Far Cry Primal
Far Cry Primal (Bild: Ubisoft)

Schade ist, dass der durch den Wegfall von modernen Waffen so wichtige Nahkampf sehr simpel ausfällt. Draufhauen und springend ausweichen: Mehr Optionen stehen nicht zur Verfügung. In dieser Hinsicht wünschen wir uns mehr, vor allem die Möglichkeit, einem Schlag auszuweichen oder ihn abzublocken.

Ansonsten machen die Kämpfe in Primal aber durchaus Spaß. Mal stürzt sich Takkar zuvorderst mit seinem Knüppel in den Kampf, mal überraschen wir eine Gruppe Udam, indem wir einen Hang hinabrutschen oder aus einem Versteck heraus mit Pfeilen schießen. Dank vieler Möglichkeiten und einem moderat steigenden Schwierigkeitsgrad bleiben die Auseinandersetzung spannend.

Schöne Spielwelt, solide Technik

Ein weiterer Pluspunkt von Primal ist die Spielwelt. Von malerischen Steppen über dichte urzeitliche Wälder bis hin zu windigen Kaltgebieten haben die Umgebungen fast alles zu bieten, was man sich wünschen kann. Einziger Wermutstropfen ist, dass die Entwickler auch dieses Mal wieder dem Prinzip Masse folgen. So trifft man alle paar Meter auf Tiere oder Menschen, die sich gegenseitig jagen oder die den Protagonisten anfallen wollen – ein typisches Problem von Far Cry, das durchaus einen negativen Einfluss auf die Spielatmosphäre hat.

Technisch ist das Ganze gut in Szene gesetzt. Auf den Konsolen läuft Far Cry Primal flüssig. Einziges kleines Ärgernis sind immer mal wieder aufpoppende Strukturen und Texturen – ein Aspekt, von der die PC-Version weniger stark betroffen ist. In einem separaten Artikel wird ComputerBase das Thema Technik noch vor dem Marktstart der Version vertiefen.

Gut gefällt, dass man im Menü genau einstellen kann, welche Informationen angezeigt werden. Wer es schwieriger und authentischer mag, kann so zum Beispiel die Zielanzeige im Bild und die Aufzählung der eingesammelten Beute ausstellen.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist schließlich die Vertonung. Für die Dialoge haben Linguisten eine Proto-Indoeuropäisch Sprache rekonstruiert, die es bis vor etwa 5.000 Jahren tatsächlich gegeben hat. Zum Verständnis werden Untertitel eingeblendet. So könnten die Menschen der Mittelsteinzeit also tatsächlich gesprochen haben – eine sehr elegante Lösung für ein Spiel wie Primal.

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