4/6 Festplatten mit 5 bis 8 TB im Test : 33 TByte von HGST, Seagate, Toshiba und Western Digital

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Leistung

CrystalDiskMark

Beim sequenziellen Transfer liegt die Seagate Desktop HDD mit Transferraten von über 230 MB/s an der Spitze. Die Festplatte profitiert dabei von der hohen Datendichte pro Platter. Die HGST Ultrastar He8 besitzt zwar die gleiche Gesamtkapazität, verteilt diese aber auf sieben statt sechs Scheiben, wodurch Datendichte und Datendurchsatz niedriger ausfallen. Der Abstand zur Spitze ist dabei deutlich: Die Helium-HDD erreicht nur knapp 190 MB/s. WD Red Pro, WD Black und Toshiba X300 reihen sich dazwischen ein.

Das zweite und dritte Diagramm (durcklickbar über die Pfeile) verdeutlicht, wo die wahre Schwäche bei HDDs gegenüber der SSD-Technik liegt. Beim wahlfreien Dateizugriff (4K random) erreichen die Festplatten nur einen Bruchteil der IOPS einer SSD. Die Server-HDD von HGST zeigt beim Lesen bei einer Befehlswarteschlange von 1 (QD1) ihre Stärke und ist dabei fast doppelt so schnell wie die anderen HDDs. Beim Schreiben ist sie wiederum das Schlusslicht. Bei 32 ausstehenden Befehlen (QD32) liest die Seagate-Festplatte Daten schneller und ist beim Schreiben abermals der Spitzenreiter. Zwischen den WD-Modellen und der Toshiba X300 sind die Abstände insgesamt gering.

Dauertransfer & Zugriffszeit (h2benchw)

CrystalDiskMark gab nur einen Ausblick auf die maximale Leistung auf den schnellen Außenbereichen der HDDs. Wird jedoch mehr von der Speicherkapazität genutzt, müssen Daten auch über die langsameren Innenspuren übertragen werden. Der Dauertest mit h2benchw verdeutlicht, dass zwischen maximaler und minimaler Transferrate große Unterschiede liegen und liefert einen Mittelwert als plausiblere Messgröße.

An der Rangfolge beim sequenziellen Datentransfer ändert sich dadurch jedoch nichts. Die Seagate Desktop HDD bleibt mit einer mittleren Datenrate von 180 MB/s an der Spitze, gefolgt von der nur 3 bis 4 Prozent langsameren WD Red Pro. WD Black, Toshiba X300 und HGST Ultrastar He8 schenken sich mit 167, 165 und 163 MB/s kaum etwas.

Beim Schreiben zeigt sich die einzige Disziplin, in der die als Referenz hinzugezogene SSD das Nachsehen hat. Bei größeren Dateitransfers bricht die Schreibleistung der Crucial BX200 rapide ein. Mit 71 MB/s im Mittel wird nicht ein mal die Hälfte der Geschwindigkeit der HDDs erreicht. Nur in der Spitze, wo die Daten noch in den speziellen Zwischenspeicher der SSD passen, eilt die BX200 mit rund 370 MB/s davon. Dabei ist aber zu bemerken, dass das Schreiben großer Datenmengen keine generelle Schwäche von SSDs ist. Die Crucial BX200 ist vielmehr eines der günstigen Einstiegsmodelle mit einer solche Schreibschwäche.

Mit rund 12 Millisekunden besitzen die „schwarze“ und die „rote“ HDD von Western Digital die niedrigste Zugriffszeit beim Lesen, wobei das Modell von Toshiba für den Dateizugriff lediglich ein Prozent länger benötigt. Der bisherige Transferkönig Seagate Desktop HDD bildet mit 13,5 Millisekunden das Schlusslicht hinter der Ultrastar H8, die einen auffällig hohen Maximalwert lieferte. Beim Schreiben hat h2benchw wiederum die im Durchschnitt niedrigste Zugriffszeit bei der HGST-Festplatte gemessen. Auch die Seagate-HDD ist hierbei schneller als das restliche Testfeld. Gegenüber dem Lesetest ist das Resultat somit nahezu umgekehrt.

SSDs bewegen sich mit Zugriffszeiten im Bereich von deutlich weniger als einer Millisekunde in einer ganz anderen Dimension und sind beim Dateizugriff damit zigfach schneller als HDDs, was sie insbesondere als Systemlaufwerke interessant macht.

PCMark 8 Storage Test

In diesem Trace-Benchmark spiegeln sich die Erkenntnisse der vorherigen Tests wider: Die Seagate-HDD ist am schnellsten, die HGST-HDD am langsamsten und der Rest liegt dicht auf in der Mitte. Dass SSDs die Arbeit mit Anwendungen deutlich beschleunigen, wird abermals ersichtlich.

Dateitransfer in der Praxis

Dass die mit Benchmarks gewonnenen Erkenntnisse zur Leistung nicht zwingend 1:1 im praktischen Alltagseinsatz gelten müssen, zeigt sich anhand der Praxistests. Beim Schreiben von Daten erweist sich die WD Red Pro als schnellstes Laufwerk mit Magnetspeichertechnik und lässt auch die Seagate Desktop HDD hinter sich, die wiederum beim Lesen die Nase vorn hat. Insbesondere beim Schreiben sind HGST Ultrastar He8 und Toshiba X300 deutlich abgeschlagen und auch beim Lesen langsamer als der Rest. Die WD Black belegt oftmals den Platz in der Mitte.

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