Speicherpreise : DRAM-Chips könnten 40 Prozent günstiger werden

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Speicherpreise: DRAM-Chips könnten 40 Prozent günstiger werden

Nanya-Präsident Dr. Pei Ing Lee sagt einen großen Preisverfall bei DRAM-Chips im zweiten Halbjahr 2016 voraus. Um bis zu 40 Prozent könnten die Preise fallen, wenn Samsung, Micron und SK Hynix die Kapazitäten so ausbauen, wie geplant.

Der Durchschnittspreis für einen DDR3-1600-Speicherchip in der Größe von 4 Gbit liegt an der Speicherbörse DRAMeXchange in dieser Woche bei 1,67 US-Dollar, für einen DDR4-2133-Chip müssen 1,68 US-Dollar gezahlt werden. Der 8-Gbit-Chip für die Speicherriegel mit größerer Kapazität kostet mit 4,70 US-Dollar noch deutlich mehr, wenngleich der Trend auch dort einen stetigen Preisverfall sieht.

Die gleichen Preise für DDR3- und DDR4-Speicher sind auch in Deutschland bereits seit einiger Zeit nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Ein 16-GByte-Kit DDR4-2133 kostet 56 Euro aufwärts, der Preis beginnt bei 3,50 Euro pro Gigabyte. Bei DDR3-1600 sieht es nahezu exakt gleich aus, rund 3,60 Euro pro Gigabyte oder am Ende 58 Euro werden für das 16-GByte-Kit bestehend aus zwei Modulen nach Standard DDR3-1600 fällig. Die Aufpreise für schnelleren Speicher sind insbesondere auch bei DDR4 alles andere als hoch, DDR4-2666 gibt es bereits ab 4,50 Euro pro Gigabyte, DDR4-3000 ab 5,30 Euro pro Gigabyte – jeweils bei einem 16-GByte-Kit bestehend aus zwei Modulen.

Fallende Speicherpreise durch kleinere Fertigungstechnik

Nanya als kleinste der vier Speichergrößen auf dem Markt hat deshalb die Befürchtung, mehr und mehr unter die Räder zu kommen. Auch ohne den Kapazitätsausbau der drei Branchenriesen Samsung, SK Hynix und Micron sollen die Preise in diesem Jahr um 20 bis 30 Prozent nachgeben, was in erster Linie der kleineren Fertigungstechnik und der Umstellung auf die 20-nm-Technik geschuldet ist. Läuft der zusätzliche Kapazitätsausbau jedoch wie geplant, sind selbst 40 Prozent geringere Preise möglich.

Bereits im letzten Jahr hatte Nanya mit dem branchenweiten gefallenen Preis zu kämpfen, bei Nanya selbst gab dieser um 28 Prozent (PDF) nach. Im Rennen um die fortschrittlichste Fertigung spielt Nanya zudem keine Rolle, die ersten 20-nm-Chips sollen dort in einer Pilot-Produktion erst Anfang 2017 vom Band laufen.

Aktuelle Berichte aus Korea besagen jedoch, dass auch Samsung die fallenden Preise als Gefahr sieht und einige Investitionen in dem Bereich zurückfährt. Laut The Korea Times wird Samsung die Investitionen im DRAM-Segment um über 50 Prozent zurückfahren, im letzten Jahr wurden dort über 2 Milliarden US-Dollar investiert.