4/5 Alphacool Eisbaer im Test : Eine AiO-Kühlung für mehr als nur die CPU

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Einflüsse durch die Pumpe

Spannungs- und Drehzahlmessungen

Anlaufspannung und Drehzahlen unterliegen gewissen Serienstreuungen. Daher sollten Anwender diese Werte für die eigene Kühlung vor einer Drosselung immer selbst bestimmen, um einem Ausfall der Pumpe vorzubeugen.

Pumpendrehzahl
    • Pumpenspannung 12 Volt
      2.800
    • Pumpenspannung 6 Volt
      1.650
    • Pumpenspannung 4 Volt
      1.150

Alphacool gibt für die Pumpe der Eisbaer einen Spannungsbereich von 7 bis 13,5 Volt vor. Im Testsystem wurde die Pumpe mit 12, 6 und 4 Volt betrieben – auch bei 4 Volt arbeitet die Pumpe zuverlässig. Die Anlaufspannung des Testmusters beträgt niedrige 3 Volt, so dass die Pumpe mit den getesteten 4 Volt sicher anläuft. Ungedrosselt beträgt die Pumpendrehzahl gemäß Tachosignal etwa 2.800 U/min, womit die Herstellerangabe leicht überboten wird. Gedrosselt sinkt nicht nur die Drehzahl, sondern auch der Durchfluss, welcher dank der Modularität der Eisbaer mit entsprechendem Sensor gemessen werden kann.

Schalldruckmessungen

Eine verringerte Pumpenspannung sorgt nicht nur für eine geringere Drehzahl und damit weniger Durchfluss, sondern reduziert im Optimalfall auch den von der Pumpe erzeugten Schalldruck. Daher wird der Schalldruck der Pumpe im offenen Aufbau in den drei Spannungsstufen 12, 6 und 4 Volt gemessen.

Die Pumpe der Eisbaer ist bereits ungedrosselt verhältnismäßig leise, wenn auch das mechanische Summen der Pumpe subjektiv unangenehm klingt. Gedrosselt wird die Eisbaer nicht nur leiser, sondern auch bezüglich der subjektiven Geräuschcharakteristik angenehmer. Mit einer Pumpenspannung von 6 Volt kann die Pumpe bei geschlossenem Gehäuse ohne weitere Lärmquellen nur noch sehr leise wahrgenommen werden. Nicht mehr aus dem geschlossenen Gehäuse herauszuhören ist die Pumpe schließlich bei 4 Volt.

Kühlleistung bei gedrosselter Pumpe

Gedrosselt kann die Eisbaer bedenkenlos in leisen PCs eingesetzt werden. Um zu überprüfen, ob so noch genügend Leistung zur Kühlung der CPU im Testsystem zur Verfügung steht, wird die Kompaktwasserkühlung im Referenzzustand bei 800 U/min der Radiatorlüfter mit den drei Pumpenspannungen 12, 6 und 4 Volt vermessen.

Nach der Reduktion von 12 auf 6 Volt verliert die Eisbaer knapp 3 Kelvin. Eine noch stärkere Drosselung auf 4 Volt kostet zusätzlich etwas über 1 Kelvin. Die Kühlleistung leidet also unter der Drosselung, jedoch reicht die Leistung für den Normalgebrauch immer noch problemlos aus. Hinsichtlich eines möglichst leisen Betriebs sollte die Eisbaer daher gedrosselt oder zumindest mit einer CPU-temperaturabhängigen Drehzahlkurve für die Pumpe betrieben werden, so dass wenigstens im Leerlauf Stille gewahrt wird.

Durchfluss und Erweiterung

Wie bereits in der Detailbetrachtung der Eisbaer erläutert, kann die Kompaktwasserkühlung dank standardisierter G1/4"-Anschlüsse erweitert werden. Der kupferne Radiator lädt geradezu dazu ein, diese Kühlung als Einstieg in eine Custom-Wasserkühlung mit weiteren Kühlkörpern und Radiatoren zu nutzen. Bevor die Kühlung abseits des Schnellverschlusses geöffnet und erweitert wird, stehen aber einige Anschaffungen bevor: Alphacool legt der Eisbaer kein Zubehör zur Neubefüllung bei.

So fehlen Kühlflüssigkeit zum Nachfüllen, eine Einfüllhilfe und ein Überbrückungsstecker für das Netzteil im Lieferumfang der Eisbaer. Die EXllusion von Lepa ist in dieser Hinsicht anwenderfreundlicher – die genannten Teile sind im Lieferumfang bereits enthalten. Absolute Pflicht für die Befüllung einer Wasserkühlung ist der ATX-Überbrückungsstecker. Dieser ermöglicht, dass die Pumpe als einzige Komponente vom Netzteil mit Strom versorgt werden kann. Das Befüllen der Eisbaer ist aufgrund des sehr kleinen Ausgleichsbehälters naturgemäß langwieriger als mit einem größeren Reservoir, da mit jedem Auffüllen des Behälters nur wenig Flüssigkeit in den Kreislauf gelangt.

Auch wenn nur über den Schnellverschluss eine Erweiterung der Eisbaer durchgeführt wird, muss der PC zwingend vom Strom getrennt sein, um die Hardware vor austretendem Wasser zu schützen. Solange der Rechner nicht am Netz ist, bedeuten einige Tropfen Wasser auf PC-Komponenten auch nicht sofort einen Totalschaden: Sofern die Flüssigkeit vor der erneuten Inbetriebnahme vollständig getrocknet ist, startet der PC aller Wahrscheinlichkeit nach problemlos wieder.

Durchflussmessungen der Alphacool Eisbaer

Die Durchflusswerte der Eisbaer werden in drei Varianten ermittelt. Zur Messung des Werkszustandes wird lediglich zusätzlich ein Durchflusssensor in den Kühlkreis der Eisbaer integriert. Zudem wird der Durchfluss im Werkszustand ohne die Schnellkupplung gemessen: Wer keine weiteren Komponenten per Schnellkupplung anbinden möchte und eine Anpassung der Schlauchlängen an das eigene System nicht scheut, kann den Schnellverschluss einfach aus dem Kreis entfernen. Als dritter Aufbau wird schließlich der Durchfluss ohne Schnellkupplung, aber mit einem zusätzlichen 240-Millimeter-Radiator und einem Alphacool GPX-Kühlkörper ermittelt.

Eine Limitierung bei der Messung wird allerdings durch den eingesetzten Durchflusssensor vorgegeben. Der Aquacomputer High Flow Sensor ist für Durchflusswerte oberhalb von 40 l/h ausgelegt. Jeder Wert darunter kann also nur als grobe Schätzung angesehen werden. Gemessen wurde mit den drei bekannten Pumpenspannungen von 12, 6 und 4 Volt. Fehlende Messwerte bedeuten nicht, dass das Wasser im Kreislauf zum Stillstand gekommen ist, sondern nur, dass der Sensor den Durchfluss nicht mehr erfassen kann.

Im Serienzustand erreicht die Eisbaer knapp 50 l/h. Ohne Schnellkupplung steigt der Durchfluss um immerhin 7 l/h. Die Erweiterung durch Kühler und Radiator kostet gegenüber dem Werkszustand 10 l/h. Gedrosselt sinkt der Durchfluss aber so stark, dass die Messung sehr ungenau und schwierig wird. In keinem der drei Testaufbauten konnte für 4 Volt Pumpenspannung vom Sensor ein konstanter Durchfluss ausgegeben werden – doch die Messung der Kühlleistung bei gedrosselter Pumpe zeigt, dass bereits ein so geringer Durchfluss für den Betrieb der Kompaktwasserkühlung ausreicht.

Genug für eine kleine Custom-Wasserkühlung

Sofern die Pumpe ungedrosselt betrieben wird, steht einer kleinen Erweiterung der Eisbaer um einen Grafikkartenkühler sowie einen zusätzlichen Radiator nichts im Wege. Bei reduzierter Pumpenspannung sollten jedoch zur Sicherheit alle Temperaturen im Auge behalten werden, da die Temperaturdifferenzen des Kühlmediums innerhalb eines Kreislaufs mit sinkendem Durchfluss steigen. Für ein großes Projekt mit einem wassergekühlten Crossfire- oder SLI-Gespann und mehreren Radiatoren ist die Eisbaer nicht ausgelegt. Zu diesem Zweck sollte eine stärkere Pumpe genutzt werden.

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