nerdytec Couchmaster Cycon : Couchtisch mit einer Portion Nerdswag

, 72 Kommentare
nerdytec Couchmaster Cycon: Couchtisch mit einer Portion Nerdswag
Bild: nerdytec

Wird über Couchgaming diskutiert, fällt immer wieder der Name nerdytec. Der „Couchmaster“ des Unternehmens gilt als Referenz im Bereich des Couchgamings, auch weil er als „Lapdesk“ einen richtigen Stelltisch für das Sofa schafft. Damit unterscheidet sich das Konzept fundamental von den zuletzt verstärkt auf den Markt gebrachten Lapboards wie dem Roccat Sova oder Corsair Lapdog, die lediglich auf den Schoß gelegt werden. Welche Variante komfortabler ist, prüft ComputerBase anhand der aktuellen, rund 160 Euro teuren Version Couchmasters Cycon.

Aufbau und Konzept

Der Couchmaster Cycon ist als eine Art Couchtisch konzipiert und besteht aus diesem Grund aus drei Teilen. Die eigentliche Auflage, die wie bei Lapboards Maus und Tastatur aufnimmt, wird von zwei 60 × 23 × 18 cm (L × B × H) großen Schaumstoff-Quadern gestützt, die zugleich als Armauflage vorgesehen sind und flexibel angeordnet werden können. Damit lässt sich der Couchmaster hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Sitzfläche konfigurieren. Eine Verstellung der Höhe ist hingegen nicht vorgesehen.

Anschlüsse in Mengen

Als zentraler Hub des Couchmasters dient die 84 × 35 × 4 cm Hartplastik-Arbeitsfläche. In einem doppelten Boden stehen zwei Fächer zum Verstecken von Kabeln sowie ein USB-3.0-Hub mit drei Ports zur Verfügung. Dies erlaubt es, neben Maus und Tastatur auch einen durchgeschleiften Port des Eingabegeräts oder ein Headset zu nutzen. Die Verbindung des Headsets erscheint allerdings weniger ratsam, weil die Installation fest erfolgt und sich ein Kopfhörer nicht sicher fixieren lässt – er baumelt folglich munter an seinem Kabel herum. Ein weiterer USB-3.0-Anschluss ist alternativ aber auch auf der Oberseite der Auflage vorhanden.

Optional kann außerdem ein Netzteil angeschlossen werden. Dies wird dann nötig, wenn der kombinierte Stromverbrauch der verbundenen Peripherie 900 mA übersteigt. Eine solche Limitierung erklärt sich mit Blick auf den Anschluss: Verbunden wird der Couchmaster mit einem einzelnen USB-3.0-Port am Rechner. Wird der Cycon an einem Port der zweiten USB-Generation angeschlossen, sinkt der Grenzwert zudem auf 500 mA. Für Maus und Tastatur ist das aber immer noch völlig ausreichend, weshalb ein Netzteil nicht zum Lieferumfang gehört und offenbar eine Notlösung für Extremszenarien darstellt.

nerdytec hat den Längsten

Warum das so ist, erschließt sich mit Blick auf den Anschluss an den Rechner. Die Datenleitung wird zunächst über ein kurzes Kabelstück nach außen geführt und erst dann mit dem eigentlichen, fünf Meter langen aktiven USB-3.0-Kabel verbunden, was das Verstauen des Couchmasters erleichtert und Schäden beim versehentlichen Tritt auf die Leitung verhindert. Bei einem Netzteil besteht eine solche Möglichkeit nicht, die Trennung müsste hier umständlich an der Steckdose erfolgen, die – vorbehaltlich der Kabellänge und Entfernungen – nicht in der Nähe des Rechners liegen muss oder kann. So wird überdies eine separate Kabelführung nötig. Der Couchmaster Cycon gewährt mit Blick auf die reine Datenleitung grundsätzlich den meisten Freiraum hinsichtlich des Sitzabstandes sowie der Verlegung der Lebensader: Die fünf Meter Kabel übertreffen die Konkurrenz von Corsair und Roccat schon im Auslieferungszustand und können darüber hinaus noch einmal verdoppelt werden.

(Un-)Flexible Montage

Die Montage von Maus und Tastatur gestaltet sich gleichermaßen flexibel und unflexibel. Positiv ist, dass nerdytec keinerlei Vorgaben für die Art der Peripherie macht. Anders als bei Corsairs Lapdog können Maus und Tastatur frei gewählt und sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder angeordnet werden. Letzteres ist mit einem Lapboard grundsätzlich nicht möglich. Einschränkungen gibt es allenfalls hinsichtlich der Breite; wird das beigelegte Mauspad genutzt, darf darf das Chassis der Tastatur 54 Zentimeter nicht überschreiten. Selbst ausladende Modelle mit zahlreichen Makrotasten wie die Asus Strix Tactix Pro sind allerdings nicht breiter als 51 Zentimeter.

Unflexibel ist der Couchmaster nicht, weil – wie bei Lapboards – Maus und Tastatur fest montiert werden und sich nicht in Sekundenschnelle tauschen lassen, sondern weil Montage und Konfiguration umständlich sind. Drei „Säulen“ in den Kabelfächern sorgen zwar dafür, dass der Stecker entlastet wird und Peripherie nicht zu Boden fliegen kann, erfordern aber die korrekte Ablängung des Kabels. Hierbei gilt es, eine Balance zwischen Sturzschutz und Mobilität auf der Arbeitsunterlage zu finden, was schwerlich beim ersten Versuch gelingt. Das erfordert mehrfaches Öffnen der „Wartungsklappen“ auf der Unterseite, die jeweils mit immerhin fünf Schrauben befestigt werden.

Ein Mausbungee wird vermisst

Die Kabeldurchführungen an der Oberseite sind in Verbindung mit der Ablängung für die Maus keine gänzlich optimale Lösung, weil das Kabel unter Spannung steht und die Maus verschieben kann. Dies kann beim kurzzeitigen Loslassen des Nagers, abhängig von dessen Position in Relation zur Kabelführung, durchaus lästig werden – ein Mausbungee, das Abhilfe schaffen könnte, gehört allerdings nicht zur Ausstattung. Grundsätzlich vorteilhaft ist, dass sich die Peripherie noch bewegen lässt, was durchaus sinnvoll sein kann, um die Position der Tastatur etwa zum Schreiben längerer Texte anzupassen. Damit spielt der Couchmaster grundsätzliche Vorteile einer Arbeitsfläche aus. Wer zugunsten von Sturzsicherheit auf diese Eigenschaften verzichten möchte, kann die Tastatur allerdings mit beiliegendem Klettband vollständig fixieren und die Maus zum Transport in einer kleinen Tasche unterbringen.

Auf der nächsten Seite: Alltagserfahrungen