Wegen Datendiebstahl : Verizon stellt Yahoo-Übernahme infrage

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Wegen Datendiebstahl: Verizon stellt Yahoo-Übernahme infrage
Bild: Yahoo

Eigentlich schien die Übernahme von Yahoo durch Verizon bereits sicher zu sein. Wegen des im September bekanntgewordenen Diebstahls von über 500 Millionen Yahoo-Kontodaten stellt der größte US-Mobilfunkanbieter den Deal aber doch wieder infrage. Verizon beabsichtigt laut Bericht, den Kaufpreis signifikant zu senken.

Auswirkung des Hacks auf den Kaufpreis strittig

Verizons Chef-Justiziar Craig Silliman forderte auf einer konzerneigenen Veranstaltung von Yahoo, das volle Ausmaß des Datendiebstahls offenzulegen: „Wir haben guten Grund zu der Annahme, dass die Auswirkung [des Diebstahls, Anm. der Redaktion] äußerst relevant ist.“ Yahoo solle Verizon daher die kompletten Auswirkungen verdeutlichen. Wenn Yahoo denke, der Hackerangriff falle hinsichtlich der Übernahme nicht ins Gewicht, müsse der Internetkonzern dies erläutern.

Anfang Oktober berichtete die New York Post bereits über erneute Preisverhandlungen, weil Verizon von einem wegen des Hacks verminderten Marktwert von Yahoo ausgehe. Der Mobilfunkanbieter beabsichtige aufgrund des Hackerangriffs, bei dem Datendiebe E-Mail-Adressen, Passwörter und Telefonnummern von 500 Millionen Yahoo-Konten erbeuteten, die Übernahmesumme um eine Milliarde US-Dollar zu senken. Ursprünglich waren 4,83 Milliarden US-Dollar vereinbart.

Eine Yahoo-Sprecherin zeigte sich gegenüber TechCrunch trotz der angespannten Verhandlungssituation mit Verizon zuversichtlich: „Wir vertrauen in den Marktwert von Yahoo und arbeiten weiter auf eine Eingliederung bei Verizon hin.

Wann erfuhr Yahoo von dem Datendiebstahl?

Obwohl Verizon die Yahoo-Übernahme bereits verkündete, könnte der Hackerangriff dem Mobilfunk-Riesen doch noch eine Möglichkeit geben, den Deal scheitern zu lassen. Außer den noch zu klärenden Auswirkungen des Datendiebstahls auf die Kaufsumme steht auch die Frage im Raum, wann Yahoo von dem Hack erfuhr.

Kurz nach der Bekanntgabe im September versicherte Yahoo zwar, während der Übernahmeverhandlungen im Sommer noch nichts von dem Diebstahl gewusst zu haben. Berichte deuten aber darauf hin, dass Yahoo-Chefin Marissa Mayer schon im Juli von dem Hackerangriff erfuhr, also im Zeitraum der abschließenden Übernahmegespräche. Falls Yahoo tatsächlich frühzeitig Kenntnis von dem Datenleck hatte, hätte der Konzern laut US-Gesetz die Öffentlichkeit und Investoren binnen vier Tagen darüber informieren müssen.