Moto Z Play & Moto G4 Play im Test : Spiel mit mir, so lange du willst

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Moto Z Play & Moto G4 Play im Test: Spiel mit mir, so lange du willst

Vor ziemlich genau einem Jahr sorgte das – damals noch unter der Marke Motorola laufende – Moto X für einen Überraschungs-Hit in der Smartphone-Branche, indem es eine Mischung aus rekordverdächtigen Laufzeiten und allgemein guter Hardware zum fairen Preis bot. Mit dem Moto Z Play gibt es nun einen Nachfolger, der von – jetzt – Lenovo wieder über die langen Laufzeiten beworben wird. Das Play ist aber auch eine günstigere Alternative zum Flaggschiff Moto Z, so wie vor einem Jahr beim Moto X.

Auch ein Play vom Moto G4

Ein Play-Modell gibt es neuerdings nicht nur für das Flaggschiff, sondern auch dem Moto G4 wird eine Sparversion zur Seite gestellt. Das Moto G4 Play markiert den neuen Einstieg in die Serie, darüber liegen das Moto G4 und die Ausbaustufe Moto G4 Plus.

100 Euro mehr für eine bessere Ausstattung

Das Moto Z Play hat eine unverbindliche Preisempfehlung von 449 Euro, ist somit also 100 Euro teurer als das Moto X Play zur Markteinführung. Vergleicht man jedoch die Modelle mit gleicher Speicherausstattung, liegt die Preisdifferenz nur noch bei 20 Euro. Dennoch: Wer nur 16 GB benötigt, hat diese Option jetzt nicht mehr. Das Moto G4 Play wiederum kostet 159 Euro, 10 Euro weniger als von Lenovo angekündigt. Somit kostet es 70 Euro weniger als das Moto G4 und 140 Euro weniger als das G4 Plus.

Acht Modelle sorgen für Durcheinander

Die neue Modellvielfalt bei Lenovo trägt jedoch nicht gerade zur Übersicht im Sortiment bei. Das aktuelle Moto-Sortiment von Lenovo setzt sich aus drei G-, drei X- und zwei Z-Modellen zusammen. Für fast alle Smartphones gibt es darüber hinaus noch Optionen im Moto Maker, die internen Speicher und Arbeitsspeicher betreffen. Die nachfolgende Tabelle bringt Ordnung in das Durcheinander.

Lenovo Moto Z Play
Lenovo Moto Z
Lenovo Moto G4 Play
Lenovo Moto G4
Software:
(bei Erscheinen)
Android 6.0
Display: 5,50 Zoll
1.080 × 1.920, 401 ppi
Super AMOLED
5,50 Zoll
1.440 × 2.560, 534 ppi
AMOLED, Gorilla Glass
5,00 Zoll
720 × 1.280, 294 ppi
IPS
5,50 Zoll
1.080 × 1.920, 401 ppi
IPS
Bedienung: Touch
Fingerabdrucksensor
Touch
SoC: Qualcomm Snapdragon 625
8 × Cortex-A53, 2,00 GHz
14 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 820
2 × Kryo, 1,80 GHz
2 × Kryo, 1,36 GHz
14 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 410
4 × Cortex-A53, 1,20 GHz
28 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 617
8 × Cortex-A53, 1,50 GHz
28 nm, 64-Bit
GPU: Adreno 506
650 MHz
Adreno 530
624 MHz
Adreno 306
450 MHz
Adreno 405
550 MHz
RAM: 3.072 MB
LPDDR3
4.096 MB
LPDDR4
2.048 MB
LPDDR3
Speicher: 32 GB (+microSD) 32 / 64 GB (+microSD) 16 GB (+microSD) 16 / 32 GB (+microSD)
Kamera: 16,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/2,0, AF
13,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/1,8, AF, OIS
8,0 MP, 1080p
Dual-LED, f/2,0, AF
13,0 MP, 1080p
LED, f/2,0, AF
Sekundär-Kamera: Nein
Frontkamera: 5,0 MP, 1080p
LED, f/2,2, AF
5,0 MP, 1080p
Display-Blitz, f/2,2, AF
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Ja
↓300 ↑150 Mbit/s
Advanced
↓300 ↑50 Mbit/s
Ja
↓150 ↑50 Mbit/s
WLAN: 802.11 a/b/g/n
Wi-Fi Direct, Miracast
802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct, Miracast
802.11 b/g/n
Wi-Fi Direct, Miracast
802.11 a/b/g/n
Wi-Fi Direct, Miracast
Bluetooth: 4.0 Low Energy 4.1 Low Energy 4.2 Low Energy
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou
Weitere Standards: USB 2.0 Typ C, NFC Micro-USB 2.0
SIM-Karte: Nano-SIM, Dual-SIM Nano-SIM Micro-SIM, Dual-SIM
Akku: 3.510 mAh
fest verbaut
2.600 mAh
fest verbaut
2.800 mAh (10,60 Wh)
austauschbar
3.000 mAh
fest verbaut
Größe (B×H×T): 76,4 × 156,4 × 7,00 mm 75,3 × 155,3 × 5,19 mm 72,0 × 144,4 × 9,90 mm 76,2 × 153,0 × 9,80 mm
Schutzart:
Gewicht: 165 g 136 g 137 g 155 g
Preis: ab 409 € ab 560 € / – ab 156 € ab 195 € / 264 €

Glas, Aluminium & Kunststoff

Man nehme ein Moto Z und addiere 2 Millimeter Bautiefe, und schon ist das Moto Z Play fertig. Das günstigere Modell sieht dem Topmodell zum Verwechseln ähnlich, ist im direkten Vergleich aber deutlich dicker, wenngleich 7 Millimeter immer noch nicht viel sind. Das Moto Z ist mit seinen 5 Millimetern Bautiefe einfach ein extremes Vorbild.

Die Sandwich-Bauweise aus Glas, Alu und wieder Glas hinterlässt einen sehr stabilen Eindruck und weiß optisch zu gefallen. Nicht ganz ins Bild will der Fingerabdrucksensor passen, der wie eine Notlösung schnell noch unter das Display platziert aussieht. Die Kamera steht trotz des tieferen Gehäuses wieder hervor, sofern keine der sogenannten „Style Shells“ an der Rückseite fixiert wird. Eine davon liegt dem Lieferumfang bei und sorgt für eine plane Rückseite. Fixpunkte der „Style Shell“ sind die Kamera selbst und ein Magnet mit Pogopin an der Unterseite. Dort sitzen auch die weiteren Kontakte, um wie beim Moto Z die Moto-Mods zu befestigen.

Die Klinkenbuchse kommt zurück

Die Verarbeitung des Smartphones ist durch die Bank sehr gut, wäre da nicht die unsäglich unpräzise gefräste USB-Typ-C-Buchse, die mit Hammer und Meißel entstanden sein könnte. Das USB-Kabel lässt sich dennoch sauber einstecken, und siehe da, es gibt sogar noch eine Klinkenbuchse, die nicht mal das Moto Z besitzt.

Das Moto G4 Play sieht von vorne schöner aus

Mit klassischen Kopfhörern kann auch das Moto G4 Play noch umgehen, dort werden diese aber an der Oberseite eingesteckt. Im Vergleich zum Moto G4 Plus fehlt der Fingerabdrucksensor, die Vorderseite sieht dadurch aber sogar besser aus. Trotzdem fehlt durch die Sparmaßnahme ein praktisches und sinnvolles Sicherheits-Feature.

Davon abgesehen ist das Moto G4 Play ein geschrumpftes Moto G4 (Plus), dessen Display nur noch 5,0 Zoll, statt 5,5 Zoll groß ist. Durch die insgesamt geringeren Abmessungen spricht es eher Besitzer eines Moto G3 an, als die anderen beiden Varianten. Mit größeren Händen lässt sich das Smartphone gerade noch mit einer Hand bedienen, der Durchschnittsnutzer wird das kleinere Display dennoch eher mit einer Hand halten und mit der anderen bedienen. Zu unsicher liegt das Smartphone sonst während der Bedienung in der Hand.

Design und Materialwahl sind naturgemäß simpler als beim Moto Z Play, der Gesamtaufbau ist aber dennoch gut. Praktisch ist die abnehmbare Rückseite, die Zugriff auf Akku, zwei SIM-Karten und eine Speicherkarte gewährt – ohne Entweder-oder-Hybridschacht, der nur eines zulässt.

1.080p & 720p auf 5,5 & 5,0 Zoll

Diagonale und Panel sind gleich: Moto Z Play und Moto Z werden mit OLED-Display ausgeliefert. Wer die Displays liefert, dürfte aber unterschiedlich sein. Beim Moto Z spricht Lenovo nur von AMOLED, beim Moto Z Play hingegen von Super AMOLED, was ein Indiz für Samsung ist. Die Auflösung liegt bei 1.080 × 1.920 Pixeln auf 5,5 Zoll, das Moto Z kommt bei gleicher Diagonale auf schärfere 1.440 × 2.560 Bildpunkte.

Seltener Helligkeits-Boost beim Moto Z Play

Für das Panel des Moto Z Play spricht die hohe Maximalhelligkeit im Automatikmodus. Selbst ein vollständig weißes Display erreicht dank Helligkeits-Boost noch eine für OLED-Displays untypisch hohe Helligkeit von 515 cd/m². Sehr gut fällt der für die Panel-Technik typische, gegen unendlich gehende Kontrast aus – Schwarz ist echt schwarz. Mit rund 20 cd/m² auf der niedrigsten Stufe der Helligkeit – manuell oder automatisch geregelt – ist das Display aber zu hell zum Lesen im Bett ohne weiteres Licht.

Zwei wenig brauchbare Display-Presets

Die Farbdarstellung des Moto Z Play lässt sich in den Android-Einstellungen zwischen „Standard“ und „Intensiv“ wählen. Das Intensiv-Preset ist quietschbunt mit satten Farben, wie man es von vielen OLED-Panels kennt. Farbecht ist das zwar nicht, es sieht aber zumindest sehr lebendig aus. Das Standard-Setting ist aber keine wirkliche Alternative, denn anstatt einer leichten Reduzierung dieses Effekts sieht das Display in diesem Modus trist und farblos aus. Alles wirkt wie mit einem Grauschleier überzogen.

Beim Moto G4 Play gibt es in den Einstellungen ebenfalls die beiden genannten Presets, jedoch besteht zwischen beiden kaum ein Unterschied im Vergleich. Das Intensiv-Preset bietet einen Hauch kräftigere Farben, das war es aber auch schon. Hier ist es fast egal, was der Kunde wählt, mit bloßem Auge muss man schon sehr genau hinsehen.

Das einzige Moto G4 mit nur 720p

Dass das Moto G4 Play das günstigste Modell der aktuellen G-Serie ist, macht sich zum einen an der Auflösung bemerkbar. 720 × 1.280 Pixel bietet das 5,0 Zoll große Panel, während Moto G4 und G4 Plus Full HD auf 5,5 Zoll darstellen. Das Ergebnis sind zwar weiterhin 294 ppi, im Detail sind aber kleine Pixelabstufungen erkennbar.

Günstiges Display, aber noch in Ordnung

Auch maximale Helligkeit und Kontrast fallen mit 420 cd/m² und 1.135:1 hinter das Moto G4 Plus zurück. Das Moto G4 hatte ComputerBase bisher nicht im Test. Die Blickwinkelstabilität des IPS-Panels ist befriedigend. Aufgrund eines leichten Abstands des Panels zur Glasscheibe kommt es früher als bei teureren Geräten zu Reflexionen und Farbverfälschungen; auch die Helligkeit nimmt früher ab. Für ein Smartphone um 150 Euro ist das beim Moto G4 Play Gebotene dennoch zufriedenstellend.

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