HoloActive Touch: BMW zeigt radikales Cockpit in der Studie „i Inside Future“

Nicolas La Rocco 39 Kommentare
HoloActive Touch: BMW zeigt radikales Cockpit in der Studie „i Inside Future“

BMW zeigt auf der CES 2017 die Fahrzeugstudie „i Inside Future“, die einen Ausblick in die Zukunft des autonomen Automobils und einen Vorgeschmack auf das Interieur der übernächsten Generation geben soll. Das „HoloActive Touch“ lässt Bedienelemente in der Mittelkonsole vor dem Nutzer schweben und per Gestensteuerung bedienen.

Drei Bedienkonzepte zu einem vereint

Eine Skulptur sei das vorgestellte Fahrzeug, erklärt BMW. Diese Beschreibung ist angesichts der offenen Bauweise und der markanten Linienführung nicht von der Hand zu weisen. Im Mittelpunkt der Studie steht das neue Cockpit mit seinem „HoloActive Touch“ genannten Bedienkonzept. Es soll ein Head-up-Display, die bereits in Serie erhältliche BMW-Gestensteuerung und einen Touchscreen zu einer Anzeigelösung vereinen und nutzt dafür eine holografische Darstellung mit haptischem Feedback.

Das HoloActive Touch ist in der Mittelkonsole der Studie „i Inside Future“ verbaut und sieht auf den ersten Blick nach einer unscheinbaren schwarzen Fläche aus, da zunächst keine Bedienelemente erkennbar sind. Von der Fahrerposition aus sind jedoch auf Anhieb die im Raum schwebenden holografischen Anzeigen sichtbar. Laut BMW wird die Darstellung „durch geschicktes Spiegeln erzeugt“, sodass vor Ort beim Probesitzen tatsächlich der Eindruck eines Holo-Displays entsteht. Die Darstellung erfolgt in Farbe, ist ausreichend scharf sowie hell und ist hinsichtlich der Schaltflächen frei konfigurierbar.

Und plötzlich vibriert die Luft

Die unter der Darstellung liegende Oberfläche der Mittelkonsole muss für die Bedienung nicht berührt werden, diese erfolgt über eine Gestensteuerung im freien Raum darüber. Eine Kamera im Innenraum des Fahrzeugs zeichnet Handbewegungen und insbesondere die Position der Fingerspitzen auf, um die richtigen virtuellen Schaltflächen auszulösen. Der Anwender erhält während dieses Vorgangs ein kurzes haptisches Feedback, das über eine Ultraschallquelle ausgesendet wird.

ComputerBase konnte das System kurz vor Ort ausprobieren und eine schnelle Vibration in den Fingerspitzen spüren, die ausreichend ist, um eine getätigte Eingabe zu bestätigen.

BMW verzichtet beim HoloActive Touch auf verschachtelte Menüs oder viele Auswahlpunkte. Häufig kommt es nur zur Darstellung von zwei Punkten, etwa ja oder nein für eine auf dem großen gebogenen Hauptdisplay gestellte Frage. Auf dem Display kurz unterhalb der Windschutzscheibe finden die aufwendigeren Anzeigen statt. Das Hauptdisplay fragt zum Beispiel, ob sich der Fahrer energetisch oder ruhig fühlt, ob eine bekannte oder alternative Route gewählt werden soll, und das HoloActive Touch bietet entsprechende Antworten zur Auswahl. Der Fahrer soll möglichst kurz vom Verkehr abgelenkt werden, wobei dieser Aspekt bei einem autonomen Pkw die meiste Zeit keine Rolle spielen dürfte.

Riesendisplay und Lesestoff für den Fond

Auf den hinteren zwei Sitzplätzen offenbart sich der Blick auf ein riesiges Display, es gibt aber auch eine Bücherecke unter einer Art Regal auf der rechten Seite des Innenraums. Die Sitze sind aus Holz gefertigt, darunter zieht sich ein Moosteppich – alles wirkt sehr organisch gestaltet, aber auch weit von der Serienproduktion entfernt.