Bundesregierung: Gewerbegebiete erhalten 350 Mio. Euro für Glasfaserausbau

Andreas Frischholz 20 Kommentare
Bundesregierung: Gewerbegebiete erhalten 350 Mio. Euro für Glasfaserausbau
Bild: Torsten Maue | CC BY 2.0

Eines der Ziele beim Breitbandausbau ist, dass auch sämtliche Unternehmen eine schnelle Internetanbindung erhalten und damit für die Digitalisierung gewappnet sind. Deswegen hat das für die digitale Infrastruktur zuständige Verkehrsministerium einen Sonderfonds in Höhe von 350 Millionen Euro aufgelegt.

Fördergelder für symmetrische Bandbreite von 1 Gbit/s

Verteilt werden die Gelder mit dem Sonderprogramm Gewerbegebiete, das im Herbst angekündigt wurde und heute startet. So will die Bundesregierung bis dato unterversorgte Gewerbe- und Industriegebiete sowie Häfen ans Glasfasernetz anschließen.

Die Förderung ist im Prinzip technologieneutral, allerdings müssen die Projekte eine symmetrische Mindestgeschwindigkeit von 1 Gbit/s bieten – die Vorgabe gilt also sowohl für den Download als auch den Upload. Der Fördersatz beträgt im Regelfall 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Der Höchstbetrag pro Projekt liegt bei 1 Million Euro und ist kombinierbar mit Förderprogrammen der Bundesländer.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erhofft sich, dass auf diese Weise noch weitere Investitionen angestoßen werden. „Mit dem Sonderprogramm Gewerbegebiete lösen wir Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro aus“, so Dobrindt.

Teil des großen Förderprogramms

Aus der Branche wird das neue Förderprogramm begrüßt. Stephan Albers, Geschäftsführer vom alternativen Provider-Verband Breko, erklärt in einer Stellungnahme: „Gerade in Hinsicht auf die Anbindung von Unternehmen mit ultraschnellen Glasfaseranschlüssen besteht dringender Handlungsbedarf, den die Bundesregierung mit ihrem klaren Fokus auf Glasfaser bis direkt zu den Unternehmen erkannt hat.“ Generell wären Förderprogramme ein wichtiger Baustein, um den Gigabit-Ausbau in den kommenden Monaten und Jahren zu beschleunigen.

Fraglich sei bei dem aktuellen Programm allerdings, ob die Eigenbeteiligung einem Erfolg im Weg stehen kann. Zudem kritisiert der Breko, dass Fördergelder nicht für Gebiete vergeben werden können, die im Nahbereich um die knapp 8.000 Hauptverteiler in Deutschland liegen. Das verhindere der Vectoring-II-Beschluss der Bundesnetzagentur.

Insgesamt rund 4 Milliarden Euro für den Breitbandausbau

Das Sonderprogramm Gewerbegebiet ist Teil des ohnehin schon bestehenden Förderprogramms. Insgesamt umfasst es 4 Milliarden Euro, um den Breitbandausbau in Deutschland voranzubringen. Dabei geht es vor allem um Gebiete, bei denen der Ausbau für Unternehmen aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht rentabel genug ist.

Seitens der Bundesregierung wird zwar stets betont, dass die Gelder in erster Linie in den Glasfaserausbau fließen sollen. Kritiker bemängeln allerdings, dass es im Kern ein technologieneutrales Programm ist, sodass die Fördermittel auch für den Vectoring bereitstehen, der weniger zukunftssicher als direkte Glasfaseranschlüsse (FTTB/H) ist.