Qualcomm Snapdragon 835: Sparsamer Octa-Core in 10 nm mit Gigabit-LTE 2/3

Robert Kern 27 Kommentare

„Kryo 280 ist unsere effizienteste CPU“

Beim Snapdragon 835 handelt es sich um ein Semi-Custom-Design, das auf ARM-Cortex-Technologie fußt. Den Snapdragon 810 hat Qualcomm, um schnell einen 64-Bit-fähigen Chip anbieten zu können, komplett von ARM übernommen, der Snapdragon 820 wiederum war ein komplettes Eigendesign. Die Entscheidung über Anpassungen fällt von Fall zu Fall.

Snapdragon 835 Snapdragon 820 Snapdragon 810 Snapdragon 805
CPU 4 × Kryo 280
bis zu 2,45 GHz
&
4 × Kryo 280
bis zu 1,9 GHz
2 × Kryo
bis zu 2,15 GHz
&
2 × Kryo
bis zu 1,59 GHz
4 × Cortex-A57
bis zu 2,00 GHz
&
4 × Cortex-A53
bis zu 1,55 GHz
4 × Krait 450
bis zu 2,70 GHz
Speicher 2 × 32-Bit
LPDDR4X @ 1866
2 × 32-Bit
LPDDR4 @ 1.866 MHz
2 × 32-Bit
LPDDR4 @ 1.555 MHz
4 × 32-Bit
LPDDR3 @ 800 MHz
GPU Adreno 540 Adreno 530
bis zu 624 MHz
Adreno 430
bis zu 600 MHz
Adreno 420
bis zu 600 MHz
Fertigung 10 nm LPE 14 nm LPP 20 nm HPm 28 nm HPm

Auf dem Chip finden sich acht Kryo 280 getaufte CPU-Kerne, aufgeteilt in zwei Cluster nach ARMs big.LITTLE-Prinzip. Der starke Cluster rechnet mit bis zu 2,45 GHz Takt und besitzt 2 MB L2-Cache. Beim Effizienz-Cluster liegen bis zu 1,9 GHz Takt an und der L2-Cache beträgt 1 MB.

Rund 80 Prozent der Rechenzeit verbringen die Anwendungen eines Smartphones auf dem kleinen Quadcore-Cluster, das zeige deren Bedeutung, so Qualcomm. Die Verdopplung des jeweiligen Caches reduziere aufwendige Zugriffe auf den Speicher und trage so wesentlich zur Effizienz bei.

Eine weitere Neuerung unter dem Dach der Effizienzsteigerung ist der Wechsel auf LPDDR4X-Arbeitsspeicher, der mit geringerer Spannung rund 20 Prozent sparsamer arbeitet. Aus Qualcomms groben Angaben lässt sich errechnen, dass der Snapdragon 835 im Vergleich zum Snapdragon 820 etwa 23 Prozent weniger Energie verbraucht.

Adreno 540 für UltraHD mit HDR10 und Q-Sync

HDR10 im Vergleich zu Standard-Dynamik
HDR10 im Vergleich zu Standard-Dynamik (Bild: Qualcomm)

Gegenüber der Adreno 530 im Vorgänger wurde die Grafikleistung nur um 25 Prozent gesteigert. Das ist ein deutlich geringerer Zuwachs gemessen an den über 80 Prozent beim letzten Generationswechsel. Auch die Grafikeinheit des Snapdragon 820 beherrschte die Bildausgabe in UHD-Auflösung bei 60 Hz, die Adreno 540 ziert nun das Ultra-HD-Premium-Logo und signalisiert die Unterstützung für 10-Bit-Farbtiefe. Mit HDR10 sollen 60 Prozent mehr Farben gezeigt werden können. Qualcomm integriert mit Q-Sync zudem eine Technologie, welche die Kopplung der Wiederholrate des Displays mit der Ausgabefrequenz der GPU ermöglicht. Wie bei G-Sync und FreeSync soll so eine flüssigere Bildausgabe erreicht werden.

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