Nintendo Switch: Geringe Spieleanzahl zum Start ist Strategie

Max Doll 187 Kommentare
Nintendo Switch: Geringe Spieleanzahl zum Start ist Strategie
Bild: Nvidia

Gegenüber Investoren hat Nintendo die kleine Spielebasis zum Start der neuen Konsole Switch, die „von einigen Nutzern“ als „schwach“ bezeichnet worden sei, als bewusste Entscheidung verteidigt. Der Präsident des Unternehmens, Tatsumi Kimishima, argumentierte mit Vorteilen für das Marketing.

Kimishima erklärte, es sei „wichtig“, regelmäßig neue Spiele ohne größere Lücken zwischen einzelnen Veröffentlichungen auf den Markt zu bringen – dementsprechend habe das Unternehmen die Markteinführung der einzelnen Titel geplant. Tatsächlich folgen nach dem Startaufgebot von 1-2 Switch! und dem neuen Zelda-Titel im Laufe des Jahres unter anderem Mario Kart Deluxe 8, Splatoon 2, Xenoblade Chronicles 2, Arms und Super Mario Odyssey.

Switch soll im Gespräch bleiben

Diese Strategie solle „Konsumenten anspornen“, Switch kontinuierlich zu benutzen. Außerdem erzeuge das Vorgehen permanente Aufregung („buzz“) um die Konsole und kurble Verkäufe an. Unter anderem aus diesem Grund sollen die kommenden Spiele die Möglichkeiten der Switch veranschaulichen, darunter insbesondere die Option, „jederzeit überall mit jedem zu spielen“.

Die Titel werden außerdem den Wettwerb zwischen Spielern ausbauen und anstacheln. In diese Strategie passen etwa die Veröffentlichung von Mario Kart 8 Deluxe und Arms, insbesondere aber der Mehrspieler-Shooter Splatoon 2. Das Spiel werde wie von Fans gewünscht über einen Sprachchat verfügen und erlaube das Zusammenspiel von acht Switch-Konsolen in einem lokalen Netzwerk. Diese Strategie zielt auf das „Beleben“ der kompetitiven Szene, über die Nintendo eine größere Bandbreite Kunden ansprechen will.

Das Ziel dieser Strategie hat Nintendo im Laufe der Woche indirekt kommuniziert. Gegenüber der Nikkei (Google Translate) sagte Kimishima, das Unternehmen erwarte, von der Switch so viele Einheiten wie von der Wii abzusetzen – von der mehr als 100 Millionen Exemplare verkauft werden konnten. Diese Annahme begründete Kimishima mit der einzigartigen Weise zu spielen, die beide Konsolen verbinde.

Mehr Spiele als angekündigt

Außerdem äußerte sich Kimishima gegenüber Investoren noch einmal zur Unterstützung der Konsole durch unabhängige Publisher. Diese sei gegenüber der Vorstellung der Konsole gestiegen: Statt mehr als 80 Spielen von 50 Publishern würden nun mehr als 100 Spiele von 70 Publishern für die Konsole entwickelt. Aus welchen Sparten die Titel stammen und mit welchem (finanziellen) Aufwand sie erstellt werden, sagte Kimishima nicht. Auf aktuelle Triple-A-Spiele wie Battlefield und Call of Duty brauchen Fans aber im Allgemeinen nicht hoffen: Dafür ist die Hardware der Konsole zu schwach dimensioniert.