AMD Ryzen Threadripper: 64 PCIe-Lanes und Unterstützung für 2 TByte RAM

Volker Rißka 205 Kommentare
AMD Ryzen Threadripper: 64 PCIe-Lanes und Unterstützung für 2 TByte RAM

Die Mainboardhersteller hatten es schon verraten, jetzt hat auch AMD es endlich offiziell gemacht: Threadripper ist ein halber Naples alias „Epyc“, nicht nur in Bezug auf die Kerne. Die Faustregel gilt auch für die PCIe-Lanes und den Arbeitsspeicher, der damit so groß sein darf wie nie zuvor im Desktop.

2 TByte RAM in acht Slots möglich

2 TByte Speicher in Form von DDR4 sind möglich, aber dieser Wert ist zumindest aktuell noch theoretischer Natur. Denn in den Fußnoten verrät AMD, wie dieser mit einem X399-Mainboard angesprochen werden kann: In Form von acht Riegeln zu je 256 GByte. Die gibt es aber nicht im freien Handel, selbst 128-GByte-Riegel gibt es bisher nur für Server als LRDIMM und sie sind mit mindestens 2.500 Euro pro Modul überproportional teuer. An UDIMM, wie sie Threadripper ansprechen würde, ist in Form von 256 GByte-Riegeln in naher Zukunft nicht zu denken.

32 Threads für hohe Anwendungsleistung

Was Threadripper kann, demonstrierte AMD wie bei Ryzen 7 und 5 mit dem Programm Blender. Das Ryzen-Logo war dort in 13 Sekunden fertig gerendert, frühere Ryzen-7-Demos bei 3,4 GHz benötigten etwa 25 Sekunden für den Test. AMD verrät zwar offiziell noch keine Taktraten, das annähernd doppelt so gute Ergebnis bei doppelt so vielen Threads deutet aber auf vergleichbare Taktraten zu Ryzen 7 hin.

Das hat aber auch seinen Preis: Die TDP der CPU soll bei 180 Watt und damit 85 Watt höher liegen – diesen Wert wollte AMD noch nicht offiziell bestätigen, aber viele Mainboardhersteller haben ihre Platinen auf derartige Konfigurationen vorbereitet, Details hat Beispielsweise schon Asus zum ROG Zenith Extreme X399 verraten. Diese nennen auch einen ungefähren Termin: Ende Juli/Anfang August soll es soweit sein.

Auch an anderer Stelle hatten Mainboardhersteller bereits vorgegriffen: X399, der von den Features her identisch mit dem X370 ist, lautet der Name des Chipsatzes in Anlehnung an Intels X299. Auch die 64 PCIe-Lanes, die Threadripper mitbringt, waren bereits mehr als ein offenes Geheimnis. Davon werden aber „nur“ 48 PCIe-Lanes für Grafikkarten abgestellt, beim Einsatz von vier Grafikkarten wie es Quad-CrossFire theoretisch möglich macht, sind auch in Zukunft nicht alle Karten mit 16 Lanes versorgt.

Epyc kommt am 20. Juni

Neben einem Termin für Radeon RX Vega und den Informationen zu Ryzen Threadripper hat AMD auch den Starttermin für Epyc auf den 20. Juni terminiert. Viele Systeme sind bei Herstellern auf der Computex 2017 schon zu sehen und auch ComputerBase konnte diese begutachten, durfte aber weder Fotos aufnehmen, noch Informationen preisgeben. Alle bisherigen Informationen zu Epyc decken aber bereits den größten Wissensdurst, was einzig und allein noch fehlt sind die genauen Modelle, Preise und natürlich die Leistung im Alltag in Standard-Szenarien – ohne Hersteller-Auswahl und im Vergleich zu den neuen Intel-Server-Systemen auf Basis von Skylake-SP, die fast zeitgleich in den Markt entlassen werden.

Ruhig war es um die APU Raven Ridge als Kombination aus Zen und Vega. Erneut wurde bestätigt, dass sie Ende des Jahres kommt, ein Vorserien-Notebook nur kurz gezeigt. Am Informationsstand hat sich in den letzten Wochen nichts geändert, AMD hatte diesen erst Mitte Mai auf ihrem eigenen Event auf den neuesten Stand gebracht.