Spielen in Ultra HD/4K im Test: High-End-GPUs sind Pflicht, schnelle CPUs aber auch 2/3

Wolfgang Andermahr 258 Kommentare

Benchmarks in Ultra HD

Für den Artikel wurde ein völlig neuer Testparcours erstellt, der neben klassischen Triple-A-Titeln wie Battlefield 1 auch neue Spiele wie Prey sowie den Mehrspieler-Hit Overwatch beinhaltet. In allen Spielen wurde die maximale Detailstufe ausgewählt. Die aus Performancegründen einzige Ausnahme ist Watch Dogs 2. Dort war das Preset „High“ ausgewählt. Die Tests wurden auf einem frisch aufgespielten Windows 10 mitsamt Creators Update durchgeführt. Als Treiber war der GeForce 382.33 (Download) installiert.

Neben den klassischen Durchschnitts-FPS werden für alle Spiele Benchmarks zu den Frametimes, aus Übersichtsgründen angegeben als 99,0th-Percentile umgerechnet in FPS, angegeben. Sie zeigen an, unter welcher Schwelle die langsamsten ein Prozent der Frametimes in FPS liegen.

FPS in der Analyse

Bei den Durchschnitts-FPS sind die Unterschiede zwischen den sieben Prozessoren selbst mit einer Asus GeForce GTX 1080 Ti Strix OC (Test) gering. Die Differenz zwischen dem langsamsten Prozessor (Ryzen 5 1500X) und der schnellsten Variante (Core i7-7700K) beträgt gerade einmal sechs Prozent.

Im Detail zeigen AMDs Ryzen zwar, dass es in Ultra HD von Vorteil sein kann, zusätzliche CPU-Kerne zu haben. Der Ryzen 5 1600X ist zwei Prozent schneller als der Ryzen 5 1500X und der Ryzen 7 1800X wiederum zwei Prozent flotter als das Sechs-Kern-Modell. Und auch der Core i7-6850K erreicht durch die zusätzlichen zwei Kerne (und eventuell mehr Cache) das Niveau des höher getakteten und mit einer besseren Architektur ausgestatteten Core i7-7700K. Dem gegenüber steht aber ein durchschnittlicher Leistungsgewinn durch den Wechsel von der GeForce GTX 1080 auf die GeForce GTX 1080 Ti von über dreißig Prozent.

Mit einer MSI GeForce GTX 1080 Gaming X schrumpfen die Unterschiede noch weiter zusammen. Anstatt sechs Prozent beträgt der Abstand zwischen schnellster und langsamster CPU nur noch zwei Prozent. Die Aussage auf Basis der FPS scheint klar: Jeder Euro gehört in die GPU investiert. Ganz so einfach ist es aber nicht.

Frametimes in der Analyse

Das beweisen die Ergebnisse der Frametime-Messungen, also der Betrachtung der Abstände zwischen den einzelnen FPS. Denn bei diesen sind die Unterschiede deutlich größer und steigen mit der GeForce GTX 1080 Ti auf immerhin durchschnittlich 15 Prozent an. Interessanterweise ändern sich dabei die Positionen der CPUs untereinander im Vergleich zu den Durchschnitts-FPS. Und das hat System.

Konstantere Frametimes mit mehr Kernen

Die Frametime-Messungen machen deutlich, dass zusätzliche CPU-Kerne selbst in Ultra HD mit einer High-End-Grafikkarte etwas bringen können. Hier arbeitet der Ryzen 5 1600X plötzlich acht Prozent schneller als der Ryzen 5 1500X. Und der Ryzen 7 1800X ist dem kleineren Modell um weitere fünf Prozent voraus. Entsprechend steigt der Leistungsunterschied zwischen vier und acht Kernen bei AMD von vier Prozent (AVG-FPS) auf 13 Prozent an (Frametimes).

Insgesamt liefert jetzt der Core i7-6850K die beste Performance, der Ryzen 7 1800X liegt quasi gleich auf. Der Core i7-7700K ist jetzt wiederum ein Prozent langsamer als das AMD-Flaggschiff. Der Core i5-7600K folgt dann mit einem Abstand von fünf Prozent und agiert zwei Prozent langsamer als der Ryzen 5 1600X. Der Core i5-7500 liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Duell mit dem Ryzen 5 1500X.

Und auch mit einer GeForce GTX 1080 zeigen sich noch Unterschiede zwischen den Prozessoren, wenngleich diese mit maximal acht Prozent ein Stück kleiner ausfallen.

Die Spiele im Detail

In den einzelnen Spielen zeigt sich, dass manche Spiele wie Shadow Warrior 2 deutlich kleinere Unterschiede je nach eingesetztem Prozessor aufweisen. Die durchschnittlichen FPS sind quasi gleich, die Frametimes schwanken nur um zehn Prozent. Bei anderen Spielen ist aber das genaue Gegenteil der Fall, zum Beispiel im Mehrspielermodus von Battlefield 1. Hier variieren die Frametimes an der 99-Prozent-Schwelle mit 29 Prozent Unterschied am heftigsten. Und AMD stellt mit dem Ryzen 5 1500X interessanterweise den langsamsten und mit dem Ryzen 7 1800X auch den besten Prozessor. Ebenfalls sehr gut schneidet Ryzen in Prey ab, wo der Ryzen 1800X die schnellste CPU ist und der Ryzen 5 1600X gar mit dem Core i7-6850K gleich auf liegt.

Unter Ultra HD kommt die Zen-Architektur wiederum zum Beispiel in Watch Dogs 2 nicht gut zurecht. Der Ryzen 7 1800X ist dort sowohl bei den Durchschnitts-FPS als auch bei den Frametimes etwas langsamer als der Core i5-7500.

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