Flir One (Pro): Neue Wärmebildkameras für Android und iOS

Jan-Frederik Timm 18 Kommentare
Flir One (Pro): Neue Wärmebildkameras für Android und iOS

Flir legt die Wärmebildkamera One für Smartphones mit iOS und Android neu auf. Die Basisvariante der dritten Generation wird günstiger, löst aber auch geringer auf, die neue Flir One Pro kostet hingegen mehr. Beide eint ein neues Stecksystem, das sich besser an verschiedene Smartphones anpassen lässt.

Lightning und USB Typ C zum Ausfahren

Flir One und Flir One Pro gibt es erneut für Android und iOS, bei den Schnittstellen sind USB Typ C und Lightning verfügbar. Beide Stecker lassen sich in Zukunft über ein schwergängiges Rad um vier mm ein- und ausfahren. Dieses von Flir als „OneFit“ bezeichnete System ersetzt die bei den Vorgängern erforderlichen Hüllen für die Kameraeinheit, die den verbleibenden Spalt zum Smartphone ausgleichen mussten. Das Telefon selbst kam ohne Hülle daher. Mit dem neuen System kann ein Wackeln der Flir One (Pro) zumindest entlang einer Achse in der Regel vermieden werden. Geladen werden beide Varianten über USB Typ C; ein Kabel aber kein Netzteil liegt bei.

Flir One und Flir One Pro in 3. Generation
Flir One und Flir One Pro in 3. Generation (Bild: Flir)

Flir One Pro mit 160 × 120 thermischen Messpunkten

Die spezifischen Vorteile der Pro-Version liegen zum Einen in der höheren Auflösung der thermischen Kamera mit 160 × 120 Messpunkten, wie sie bereits die Flir One 2. Generation geboten hat. Die günstigere neue Flir One 3. Generation fällt hingegen auf die Auflösung der 1. Generation mit 80 × 60 Pixel zurück. Eine exklusive und echte Neuerung der Pro-Version betrifft hingegen den neuen Bildverarbeitungsprozessor VividIR, der durch Postprocessing schärfere Bilder aus dem Rohmaterial erstellen können soll; die von Flir bereitgestellten Vergleichsbilder geben diesen Effekt zwar nicht korrekt wieder, weil der One nicht nur VividIR sondern auch Dreiviertel der Messpunkte fehlt. Die Aufnahmen der von ComputerBase zum Test genutzten Flir One Pro für iOS zeigen auf Basis des Zusammenspiels beider Kameras (160 × 120 und 1.440 × 1.080 Pixel) aber in der Tat eine hohe Schärfe, wie die Aufnahme des MacBook Pro 13 Zoll zeigt.

Weitere Vorteile der Flir One Pro gegenüber der Flir One finden sich im Funktionsumfang in der ebenfalls neuen App: Anstatt eines festen Messpunktes zur Anzeige der absolut gemessenen Temperatur können Anwender drei Punkte an beliebiger Stelle setzen oder alternativ drei Rechtecke oder Kreise definieren, in denen die maximale Temperatur angezeigt wird. Auch den separaten Einsatz einer der beiden Kameras lässt die App nur bei der One Pro zu.

Neue App mit Tutorials und Community

Auch die vollständig überarbeitete App für iOS und Android soll ihren Teil dazu beitragen, mehr Anwender zum Kauf einer Wärmebildkamera für das Smartphone zu animieren. Zu diesem Zweck gibt es neben Videos mit Tutorials sowie Tipps und Tricks auch die Möglichkeit, eigene Aufnahmen zu veröffentlichen und nach Prüfung durch Flir in der App mit der Community zu teilen. Darüber hinaus sollen Apps für Flir One und One Pro von Drittanbietern in der Anwendung beworben werden. Erste Anwendungen richten sich an Seefahrer oder Personen, die die Welt in VR durch die Augen einer Wärmebildkamera erleben wollen: Die Verarbeitung der Bildsignale zieht allerdings eine spürbare Verzögerung bis zur Ausgabe nach sich, die für VR geforderte direkte Umsetzung der Bewegungen des Anwenders gibt es hier nicht. Eine Beta der App zeigte sich im Test noch fehleranfällig, bis zum Marktstart soll das aber behoben sein.

Ab 199 Euro ab sofort bestellbar

Flir One und One Pro der 3. Generation sind ab sofort vorbestellbar, die Auslieferung beginnt Ende Juni. In Deutschland betragen die Preise 199 respektive 399 Euro, der Vorgänger Flir One 2. Generation ist aktuell für 250 bis 300 Euro verfügbar.