AMD Radeon Instinct: Spezifikationen zu MI25 mit Vega und MI8/MI6 für AI

Wolfgang Andermahr 22 Kommentare
AMD Radeon Instinct: Spezifikationen zu MI25 mit Vega und MI8/MI6 für AI

AMDs neue Vega-Architektur kommt so langsam in Fahrt: Nach der professionellen Radeon Vega Frontier Edition hat AMD nun die ebenso professionelle Radeon-Instinct-Serie vollständig enthüllt. Darunter die Radeon Instinct MI25, die auf der Vega-10-GPU basiert.

Radeon Instinct ist der Konkurrent zu Nvidia Tesla

Anders als die Radeon Vega Frontier Edition, die sich an Content Creators richtet, ist die Instinct-Serie für den Einsatz in Cloud- sowie Hyperscale-Data-Center (Machine Learning) gedacht und damit der Gegenspieler von Nvidias Tesla-Serie. Das Flaggschiff Radeon Instinct MI25 basiert dabei auf Vega und wird von AMD erstmals explizit mit 4.096 Next Gen Compute Units (NCU) genannt – „New Compute Unit“ ist damit nicht wie zunächst vermutet die offizielle Bezeichnung.

MI25 basiert auf Vega, die restlichen MI-Karten auf älteren GPUs

Die Radeon Instinct MI25 bietet eine theoretische Rechenleistung von 12,3 Teraflops mit einfacher FP32-Genauigkeit sowie die doppelten 24,6 TFLOPs bei halbierter FP16-Genauigkeit. Daher kommt auch die Bezeichnung „MI25“ (aufgerundet). Um die Leistung bei 4.096 ALUs zu erhalten, muss die GPU auf der MI25 mit ungefähr 1.500 MHz arbeiten. Das sind rund 100 MHz weniger als auf der Radeon Vega Frontier Edition.

Auch dieser Beschleuniger wird einen 16 Gigabyte großen HBM2-Speicher bieten, der eine Bandbreite von 484 Gigabyte in der Sekunde aufweist. Der Speicher arbeitet entsprechend mit kapp 950 MHz und erreicht so das Niveau der Frontier Edition. Die TDP ist mit 300 Watt angegeben, wobei dies nicht bedeuten muss, dass die MI25 tatsächlich 300 Watt benötigt. Die Boardpower der Dual-Slot-Karte ist mit 300 Watt angegeben.

AMD Radeon Instinct offiziell vorgestellt

Radeon Instinct MI8 sowie Radeon Instinct MI6 basieren dagegen noch auf alter Technik. Die MI8 setzt auf die Fiji-GPU mit ebenso 4.096 ALUs, jedoch ohne beschleunigte FP16-Leistung. Die FP32-Performance beträgt 8,2 TFLOPs, sodass die GPU mit 1.000 MHz arbeitet. Der vier Gigabyte große HBM1-Speicher ist mit 512 GB/s angegeben und taktet daher mit 500 MHz. Die Boardpower der Single-Slot-Karte beträgt 150 Watt. Die Radeon Instinct MI6 basiert dagegen auf Polaris (Polaris 10) und kommt mit 2.304 ALUs und einem Takt von etwa 1.250 MHz auf 5,7 TFLOPs FP32-Leistung. Der 16 Gigabyte große GDDR5-Speicher bietet 224 GB/s und arbeitet daher mit 3.500 MHz. Die MI6 kommt im Single-Slot-Format daher und hat eine Boardpower von 175 Watt.

Radeon Instinct im Server
Radeon Instinct im Server

Alle drei Radeon-Instinct-Lösungen sind passiv gekühlt, was für den Einsatz in einem aktiv gekühlten Server-Rack nicht ungewöhnlich ist. Während die Radeon Instinct MI25 für maschinelles Lernen (AI Learning) gedacht ist, richtet sich die MI6 an Code, der aus bestehendem Wissen eigenständig Schlussfolgerungen ziehen soll (AI Inference). Die MI8 soll beide Einsatzgebiete kombinieren. Die Radeon MI25 wird gerade zu ersten Partnern geschickt, um den Beschleuniger mit den eigenen Systemen zu zertifizieren. Im Laufe des dritten Quartals sollen entsprechende Produkte im Handel verfügbar sein. Als Partner nennt AMD unter anderem Inventec, Gigabyte und Supermicro.

Radeon Instinct besteht neben Hardware auch aus Software

Neben der Hardware kommt die Radeon-Instinct-Serie auch mit einem eigenen Ökosystem daher. Dies beinhaltet ROCm in der Version 1.6, das Vega unterstützt und auch mit mehreren GPUs umgehen kann. ROCm ist eine von AMD erstellte Open-Source-Software-Plattform, um die GPUs mit den nötigen Tools für den Betrieb auszustatten. Hinzu kommt MIOpen als sogenannter „Solver“, der die Kommunikation der AMD-GPUs mit Machine-Learning-Frameworks wie Caffe (2), TensorFlow und mxnet ermöglicht.

Update 21.06.2017 01:37 Uhr

ComputerBase hatte die Möglichkeit, das von AMD und Inventec entwickelte 1P-Serversystem mit einer Epyc-CPU und vier Radeon Instinct MI25 zu fotografieren. Das System bietet eine FP16-Performance von einem Teraflop. Zudem ist auf den Fotos zu erkennen, dass die Radeon Instinct MI25 über einen Acht-Pin- und einen Sechs-Pin-Stromstecker verfügt.