Windows 10 Build 16215: Fluent-Design-Premiere und Scrollen mit dem Digitizer

Jan-Frederik Timm 30 Kommentare
Windows 10 Build 16215: Fluent-Design-Premiere und Scrollen mit dem Digitizer
Bild: Microsoft

Vier Wochen keine neue Testversion von Windows 10 für Teilnehmer am Windows Insider Program kamen nicht von ungefähr: Mit Build 16215 hat Microsoft jetzt eine der bisher umfangreichsten Aktualisierungen zur Verfügung gestellt. Es enthält einen ersten Ausblick auf die neue Designsprache „Fluent Design“.

Ein erster Ausblick auf das Fluent Design

Microsoft hatte die neue Designsprache Anfang Mai 2017 für das nächste große Update für Windows 10 im Herbst angekündigt. Sie wird Entwicklern die Möglichkeit bieten, ihre Apps für jegliche Geräteklasse mit dem Betriebssystem programmieren zu können. Microsoft nutzt in diesem Zusammenhang gern verwendete Begriffe wie intuitiv, harmonisch, responsiv und inklusive, um das Fluent Design System zu beschreiben – Metro soll endgültig begraben werden und aus den Köpfen der Entwickler und Anwender verschwinden. Optisch markante Aspekte sind die Verwendung von Tiefe und Transparenz („Acrylic“).

In Windows 10 Build 16215 zeigen sich erste Einflüsse im Startmenü und dem Action-Center für Benachrichtigungen. Das Startmenü lässt sich stufenlos vertikal, horizontal und diagonal in der Größe anpassen und bei aktivierter Transparenz zeigt sich wie im Action-Center und den aufpoppenden Benachrichtigungen Acrylic. In einigen Fällen kommt es bei den Benachrichtigungen allerdings noch zu Darstellungsproblemen, erklärt Microsoft.

Erste Ansätze von Fluent Design im Startmenü und Action-Center
Erste Ansätze von Fluent Design im Startmenü und Action-Center (Bild: Microsoft)

Mit dem Surface Pen scrollen und ihn finden wird möglich

Viele Anpassungen in der neuen Version richten sich an Anwender mit Digitizer. Unter anderem macht es Microsoft auf vielfachen Wunsch möglich, überall auf dem Bildschirm mit dem Stift zu scrollen – das Greifen eines Scrollbalkens ist nicht mehr erforderlich. Das gilt vorerst zwar nur für UWP-Anwendungen, soll in Zukunft aber auch mit Win32-Programmen funktionieren. Wer seinen Stift verlegt, soll ihn darüber hinaus in Zukunft schneller wieder finden, indem das mit dem Stift gekoppelte Endgerät die letzte Position anzeigt, an dem der Stift zum Einsatz kam. Vorausgesetzt es ist sich über GPS und/oder WLAN selbst darüber im Klaren, wo es sich befindet.

Edge mit rahmenlosem Vollbildmodus und Emoji-Tastatur

Der Browser Edge verfügt im neuen Build über einen rahmenlosen Vollbildmodus, in dem die Webseite den kompletten Bildschirm einnimmt. Aktiviert wird er wie gehabt über „F11“. Ferner können sich in Zukunft per Edge erstellte Bookmarks mit dem Logo der Webseite wieder direkt in der Taskleiste ablegen lassen. Und wer in einem anderen Programm einen Link öffnet, der landet bei mehreren aktiven Tabs in Edge direkt auf dieser Seite.

Nur für Anwender mit einem englischen Tastaturprofil gibt es eine neue virtuelle Emoji-Tastatur. Sie wird durch Drücken von Windows + Punkt oder Windows + Semikolon in einem Textfeld aktiviert und erleichtert es Anwendern physischer Tastaturen Emojis in Texten einzupflegen. Auch Anwender einer virtuellen Tastatur erhalten eine Überarbeitung: Die neue Version lehnt sich an den von Smartphones bekannten an, soll Wortvorschläge zuverlässiger abgeben und unterstützt das Schreiben mittels Streichen von Buchstabe zu Buchstabe.

Virtuelle Tastatur mit Shape-Writing
Virtuelle Tastatur mit Shape-Writing (Bild: Microsoft)

Informationen über HDR-Displays und Language-Packs

Wer an seinem Windows-10-PC einen HDR-Bildschirm betreibt, erhält in den Bildschirmeinstellungen ab sofort Informationen zum Display und dessen Betriebsmodus. In den persönlichen Einstellungen zur Wiedergabe von Videos kann HDR beim Streaming zudem aktiviert oder deaktiviert werden. Seit längerer Zeit wieder verfügbar sind alternative Sprachpakete direkt über die Einstellungen von Windows 10.

Eine Warnung richtet Microsoft an Entwickler, die Windows 10 Build 16215 nutzen wollen: Normalerweise über Windows Update bereitgestellte Zusatzfunktionen wie der Developer Mode oder das .NET Framework 3.5 können in dieser Variante nicht bezogen werden. Entwickler sollten vor dem Upgrade sicherstellen, dass die Software bereits vorliegt.

Weitere Änderungen wie Anpassungen an Cortana, der Spracheingabe oder zur Unterstützung der Blindenschrift Braille hält Microsoft im Windows-Blog bereit.