Radeon RX Vega 64 & 56: Details und erste Benchmarks zu den Vega-Grafikkarten 3/3

Wolfgang Andermahr 1.417 Kommentare

Wolfenstein 2 und Doom mit FP16

AMD hat angekündigt, dass Wolfenstein 2: The New Colossus von id Software (erscheint im Oktober) das erste Spiel sein wird, das Rapid Packed Math und damit die FP16-Berechnungen von Vega 10 unterstützen wird. Wie groß die Vorteile in dem Spiel sein werden, wurde jedoch nicht verraten. Darüber hinaus unterstützt der First-Person-Shooter nicht nur Vulkan, sondern auch DirectX 12, Async Compute sowie die AMD-exklusiven Shader Intrinsics. Damit handelt es sich um einen Vorzeigetitel für die Radeon RX Vega.

Der 3DMark mit Rapid Packed Math
Der 3DMark mit Rapid Packed Math

Einen Ausblick, was FP16 in Spielen bringen kann, hat AMD anhand eines noch nicht veröffentlichten, Serra genannten, Tests vom 3DMark gezeigt, der eben auf FP16-Berechnungen setzt. Je nach Effekt können durch Rapid Packed Math in dem Tests 20 bis 25 Prozent mehr Leistung herausgeholt werden. Es gab auch ein Video von dem Test zu sehen, das die FPS-Steigerung bestätigt. Unter anderem sollen diverse Post-Processing-Effekte wie Bloom und die Beleuchtung durch FP16 profitieren können.

Der High Bandwidth Cache Controller

Der High Bandwidth Cache Controller ist eines der Highlights der neuen Vega-Architektur. Nun gibt es neue Informationen zu diesem. Und zwar ist dieser derzeit standardmäßig noch abgeschaltet, da die gesammelten Erfahrungen noch nicht ausreichen, um den HBCC durchweg zu aktivieren. Dies kann im Radeon-Settings-Menü jedoch geändert werden. Darauf hin lässt sich auf der Radeon RX Vega konfigurieren, wie viel Arbeitsspeicher der High Bandwidth Cache Controller als erweiterten GPU-Speicher nutzen soll – maximal 64 Gigabyte sind möglich.

Normalerweise wird das Speichermanagement der Grafikkarte durch das Spiel festgelegt. Ist der HBCC aktiviert, übernimmt dieser zu einem Großteil die Arbeit. Und falls das Management suboptimal ist, kann der HBCC durchaus auch eine bessere Performance erbringen, wenn der auf der Grafikkarte vorhandene HBM2-Speicher noch lange ausreicht. So zeigt AMD einen Benchmark vom Unigine Heaven, der mit aktiviertem HBCC um sieben Prozent schneller läuft als wenn der Benchmark selbst den Speicher verwaltet.

Dies liegt daran, dass der HBCC so genanntes (flexibel großes) Page-Based Memory Management nutzt, das die Speicherdaten selbstständig in für die GPU optimale Pages aufteilt. Dadurch ist es zum Beispiel nicht nötig, immer einen kompletten Datensatz im Grafikspeicher zu haben. Dieser kann zum Teil im Grafikspeicher und zum anderen Teil im Systemspeicher liegen. Aktive Pages werden im High Bandwidth Cache (der HBM2-Speicher) gehalten, während inaktive in den Systemspeicher geschoben werden. Ohne HBCC würde auch inaktive Teile durchweg im Grafikspeicher gelassen oder müssten komplett in den Systemspeicher und bei erneuter Verwendung wieder zurück kopiert werden.

Der Draw Stream Binning Rasterizer

Bei den Tests der Radeon Vega Frontier Edition gab es die große Frage, ob der Draw Stream Binning Rasterizer aktiv ist oder nicht. Unabhängig von der Antwort, ist dieser auf der Radeon RX Vega generell angeschaltet. Jedoch kann dieser aus Kompatibilitätsgründen (der Software) per Treiber deaktiviert werden. Für welche Spiele dieser abgeschaltet ist, ist bisher unklar.

Jedoch gibt es eine Präsentationsfolie, die den Einsatz vom Draw Stream Binning Rasterizer (DSBR) in Spielen zeigt. Diese konzentriert sich auf die durch den DSBR gewonnenen Bytes, die durch den DSBR entfallen, und gibt diese in Prozent an. In Battlefield 4 sollen es fast 35 Prozent weniger Bytes sein, in Fallout 4 knapp 15 Prozent und in Rise of the Tomb Raider noch etwa drei Prozent. Wie sich die Werte in Bildern pro Sekunde ausdrücken, bleibt aber unklar.

Ein erster Eindruck

Mit der Radeon RX Vega 64 bietet AMD endlich wieder eine High-End-Grafikkarte an. Verschiedene Versionen, wie zum Beispiel die optisch schöne Radeon RX Vega 64 Limited Edition, einige neue Features, eine deutlich überarbeitete Architektur sowie die Möglichkeit, mit den Radeon Packs beim restlichen Hardware-Kauf Geld zu sparen, machen die Sache zudem als Komplettpaket interessanter.

Allerdings sieht es derzeit nicht danach aus, als könnte AMD einen Konkurrenten zur GeForce GTX 1080 Ti stellen. Zumindest weisen darauf AMD-eigene Benchmarks hin. Bis zur finalen Beurteilung der Performance sollte jedoch noch auf die richtigen Tests gewartet werden. Dasselbe gilt bezüglich der Leistungsaufnahme und weiteren Features sowie Eigenschaften wie zum Beispiel der Lautstärke.

AMD Vega 10 (oben) und Fiji (unten)
AMD Vega 10 (oben) und Fiji (unten)

Erste Tests der Radeon RX Vega 64 wird es noch im August geben

Sicher ist, dass es AMD recht Aggressiv mit dem Preis angeht. 399 US-Dollar für die Radeon RX Vega 56 und 499 US-Dollar für die Radeon RX Vega 64 (jeweils vor Steuern) sind nicht allzu hoch angesetzt. Damit bekommen auf jedenfalls die GeForce GTX 1070 sowie die GeForce GTX 1080 eine ernsthafte Konkurrenz. Wie gut diese genau sein wird, wird ComputerBase noch im August klären.

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