Moto Z2 Play im Test: Viele Upgrades und ein Akku-Downgrade 2/3

Nicolas La Rocco 62 Kommentare

Genialer Akku wegrationalisiert

Der Akku war einmal die Vorzeigekomponente der Moto-Z-Play-Serie. Präteritum deshalb, weil sich Lenovo beim Moto Z2 Play zu einem sonderbaren Schritt entschieden hat, der nicht wirklich nachvollziehbar ist. Das Moto Z Play liegt in der ComputerBase-Rangliste für Smartphone-Laufzeiten im PCMark für Android auf dem zweiten Platz sowie beim Videostreaming mit YouTube mit großem Abstand auf dem ersten Platz. Das Moto Z Play ist ein Garant für lange Laufzeiten und für volle zwei Tage geeignet.

6,1 Millimeter dünn, aber mit 3,5-mm-Klinke und USB Typ C zum Aufladen mit bis zu 15 Watt
6,1 Millimeter dünn, aber mit 3,5-mm-Klinke und USB Typ C zum Aufladen mit bis zu 15 Watt

Deshalb erscheint es eigentlich nur sinnvoll, darauf aufzubauen und vielleicht sogar noch etwas besser abzuschneiden. Lenovo schlägt aber genau den entgegengesetzten Weg ein und streicht 510 mAh der Nennladung. Unterm Strich stehen somit 3.000 statt ehemals 3.510 mAh. Der Grund dafür ist klar beim Gehäuse zu finden, das jetzt einen Millimeter dünner ausfällt. Aber war dieser eine Millimeter wirklich derart entscheidend, dass die wichtigste Eigenschaft des Moto Z Play kastriert werden musste?

Das dünnere Moto Z2 Play ist definitiv etwas eleganter als das Moto Z Play und auch die Moto Mods verdicken das Smartphone aufgrund der dünneren Bauform jetzt weniger stark, der eine Millimeter mehr hat beim Vorgänger allerdings in keinster Weise gestört, zumal das Moto Z Play ja ganz bewusst häufig aufgrund der langen Laufzeiten gewählt wurde. Der Kundschaft dürfte ein etwas dickeres Gerät mit im Gegenzug besonders langer Laufzeit egal gewesen sein. Die jetzt kürzeren Laufzeiten sind es hingegen nicht.

Das Aushängeschild ist weg

Mit 3.000-mAh-Akku ist das Moto Z2 Play noch immer ein Smartphone, das überdurchschnittlich lange Laufzeiten besitzt und sich im oberen Bereich der Konkurrenz einsortiert. Es sticht aber eben nicht mehr so stark aus der Masse hervor wie das erste Moto Z Play. Jetzt ist es in diesem Punkt nur noch eines von mehreren Smartphones. Lenovo hat das Aushängeschild des Moto Z Play wegrationalisiert – unverständlich.

Der Akku-Benchmark im PCMark konnte aufgrund wiederholter Abstürze nicht auf dem Moto Z2 Play durchgeführt werden.

Sauberes Android 7.1.1

Weniger zu meckern gibt es dann allerdings bei der verbauten Hardware sowie dem installierten Betriebssystem. Allerdings sollte auch hier gleich vorweggesagt werden, dass Lenovo nach wie vor Geräte mit veraltetem Sicherheits-Patch-Level für Android ausliefert und keine Updates zeitnah zur Verfügung stellt. Das Moto Z2 Play befindet sich noch auf dem Stand von Mai.

Allerdings punktet Lenovo wieder mit einem beinahe unveränderten Stock-Android, weshalb die ausstehenden Updates noch viel weniger als ohnehin nachvollziehbar sind. Das installierte Android 7.1.1 Nougat kommt einer Light-Version des Betriebssystems auf dem Google Pixel gleich, da es einen ähnlichen App-Drawer verwendet und bereits mit dem Google Assistant ausgestattet ist. Besonders gut gefällt die beinahe pausenfreie Performance des Betriebssystems. Hier zahlt sich wieder einmal aus, dass Lenovo auf schwere Skins für die Oberfläche verzichtet.

Snapdragon 626 und mehr Speicher

Dadurch kann Lenovo gut kaschieren, dass im Moto Z2 Play mit dem Snapdragon 626 nur ein Chip aus der Mittelklasse steckt. Dessen acht Cortex-A53-Kerne dürfen in der Spitze 200 MHz höher takten als beim Snapdragon 625 des Moto Z Play. Lenovo spendiert dem Gerät darüber hinaus 1 GB mehr RAM (4 statt 3) und hat den internen Speicher von 32 auf 64 GB aufgestockt. Erfreulicherweise ist der Speicher nach wie vor per microSD-Karte erweiterbar. Lenovo ist zudem einer der wenigen Hersteller, die eine Speicherkarte und zwei Nano-SIM-Karten erlauben, während andere oftmals Hybridlösungen verwenden, die nur eine von beiden Funktionen erlauben.

Das Moto Z2 Play nimmt zwei SIM- und eine microSD-Karte auf
Das Moto Z2 Play nimmt zwei SIM- und eine microSD-Karte auf

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