Assassin's Creed: Origins: Im Benchmark ein echter Threadripper 3/3

Wolfgang Andermahr 540 Kommentare

Eine unglaubliche CPU-Kern-Skalierung

Das gibts ja gar nicht! Während man in vielen Spielen schon fast froh sein kann, wenn mehr als vier CPU-Kerne genutzt werden, setzt Assassin's Creed: Origins nicht nur einen, sondern gleich zwei drauf. Denn das Spiel skaliert selbst mit sechs Kernen noch gut.

Der Core i7-8700K liefert in Verbindung mit der hoch getakteten Asus GeForce GTX 1080 Ti Strix OC klar die beste Performance, was nicht verwunderlich ist. Der Prozessor ist in 1.920 × 1.080 19 Prozent schneller als der Core i7-7700K und liefert zwölf Prozent bessere Frametimes. Schon das ist ein deutlich größerer Unterschied als in anderen Spielen und nicht nur durch mehr Takt zu erklären.

Darüber hinaus schneidet der Ryzen 7 1800X gut ab. AMDs Consumer-Flaggschiff hat gegen den Core i7-8700K zwar keine Chance, kann jedoch mit dem Core i7-7700K mithalten und diesen gar leicht schlagen. Gewöhnlich ist der Intel-Prozessor rund zehn Prozent schneller in Spielen.

Sind weniger als acht Threads vorhanden, wird es in Assassin's Creed: Origins etwas verrückt. Der Core i5-7600K, der immerhin wie der Core i7-7700K vier Kerne hat, aber auf Hyper Threading verzichten muss, ist satte 27 Prozent langsamer als das größere Modell. Bei den Frametimes kommt der Core i5-7600K völlig aus dem Tritt und ist 38 Prozent langsamer. Das lässt sich im Spiel bereits spüren.

Volle Details sind mit dem Pentium G4560 unspielbar

Beim Pentium G4560 mit zwei Kernen und vier Threads brechen alle Dämme. Die CPU verliert noch einmal 24 Prozent an Bildern in der Sekunde und die Frametimes sind um 29 Prozent schlechter. Das Ergebnis: Man kann das Spiel gar nicht genug ins GPU-Limit drücken, damit die CPU nicht ruckelt. Der Pentium G4560 ist für die höchste Detailstufe in Assassin's Creed: Origins zu langsam. Auch der Core i5-7600K kommt spürbar nicht an die Performance der schnelleren Prozessoren heran, wobei die Spielbarkeit nicht gefährdet ist.

Damit lässt sich sagen, dass ein Zwei-Kern-Prozessor selbst mit vier Threads für Assassin's Creed: Origins und die höchste Detailstufe zu langsam ist. Oft spielt der Prozessor zwar eine kleinere Rolle, vergleichbare Szenen wie im Test gibt es aber immer mal wieder. Selbst ein Prozessor mit vier Kernen arbeitet am absoluten Limit. Ab acht Threads entspannt sich die Situation deutlich und es gibt keine Schwierigkeiten mehr.

Update:
Assassin's Creed: Origins kann gar mit mehr als 16 Threads umgehen. So arbeitet der Ryzen Threadripper 1920X noch einmal 14 Prozent (FPS) beziehungsweise sechs Prozent (Frametimes) schneller als der Ryzen 7 1800X und kommt damit nahe an den Core i7-8700K heran. Dabei ist es wichtig, den Distributed-Mode und nicht den eigentlich für Spiele gedachten Local-Mode zu nutzen. Denn letztere arbeitet in dem neusten Ubisoft-Titel deutlich langsamer. Weitere Threads schmecken dem Spiel dagegen überhaupt nicht: Mit dem Ryzen Threadripper 1950X startet Origins gar nicht erst. Egal, wie löblich die Kern-Skalierung ist. Ein neues Spiel sollte auch mit 32 Threads keine Probleme haben.

Die kleineren AMD-Prozessoren zeigen dann zwei Dinge. Assassin's Creed: Origins skaliert nicht nur bei Intel gut mit Kernen und SMT, sondern auch bei AMD. Alle getesteten AMD-CPUs, die sich in der Kernanzahl und SMT unterscheiden, liefern eine deutlich unterschiedliche Geschwindigkeit.

Das andere was auffällt: Assassin's Creed: Origins schmeckt den Ryzen-CPUs generell sehr gut. Und das nicht nur, wenn es mehr Kerne oder SMT gibt. So duelliert sich der Ryzen 3 1300X eigentlich mit dem Pentium G4560. Dieser wird aber nicht nur deutlich hinter sich gelassen, der Ryzen 3 1300X arbeitet gar genauso schnell wie der Core i5-7600K, der ebenso über vier Threads, aber einen höheren Takt verfügt. Und damit bleibt der Ryzen 3 1300X, anders als der Pentium G4560, bei vollen Details spielbar. Ab dem Core i7-7700K geht die Rechnung dann nicht mehr auf, da Intel-Prozessoren in dem Spiel von SMT deutlich mehr als die AMD-Pendants profitieren. Hier kann AMD dann durch die zusätzlichen Kernen gegenhalten.

Fazit

Assassin's Creed: Origins sieht deutlich besser als der Vorgänger aus und gehört am PC zu den grafisch besten Titeln. An die Qualität kommt kein anderes Open-World-Spiel heran. Auch mit der PC-Umsetzung selbst hat sich Ubisoft viel Mühe gegeben, denn so ein gutes Grafikmenü mit den angebotenen Optionen gibt es heutzutage nur noch selten.

Dass eine solch gute Grafik viel Rechenleistung benötigt, ist selbstverständlich. Die Performance auf Nvidia-Grafikkarten geht für das Gebotene dabei durchaus in Ordnung, allerdings sollte sich Ubisoft noch einmal mit AMD zusammensetzen, um die Leistung in niedrigen Auflösungen zu verbessern. In Full HD werden die Radeon-Grafikkarten, allen voran die Radeon RX Vega, teils stark ausgebremst, da sie nicht voll ausgelastet werden. In höheren Auflösungen löst sich das Problem dann von selbst.

AC: Origins braucht für volle Leistung eine CPU mit acht Threads

Neben der Grafikkarte braucht es für Assassin's Creed: Origins auch einen zügigen Prozessor. Der beliebte und oft gekaufte Core i5-7600K ist für die volle Leistung bei maximalen Details zu langsam. Das Preisschnäppchen Pentium G4560 gar unspielbar. Das gilt zwar nur für die vollen Details – bei einer geringeren Einstellung gibt es keine Probleme mehr – gab es in dieser Form aber noch nie. Das Spiel beziehungsweise die Engine skaliert sehr gut mit der Anzahl der CPU-Kerne.

Assassin's Creed: Origins im Benchmark-Test

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