Spezifikation 1.0: Die Nachfrage nach PCIe 4.0 ist „beispiellos“

Michael Günsch 112 Kommentare
Spezifikation 1.0: Die Nachfrage nach PCIe 4.0 ist „beispiellos“

Im Juni hatte die PCI-SIG die Spezifikation 0.9 für den Schnittstellenstandard PCIe 4.0 veröffentlicht. In diesen Tagen folgte die offizielle Herausgabe der finalen Spezifikation 1.0 von PCIe 4.0. Die anfängliche Nachfrage unter den Firmen sei beispiellos, erklärt das Konsortium.

Die wesentliche Neuerung von PCIe 4.0 gegenüber PCIe 3.0 ist die Verdoppelung der Datenrate auf nun bis zu 16 GT/s. Über eine Datenleitung sollen brutto knapp 2 GB/s übertragen werden – 1.969 MB/s sind es abzüglich Overhead. Die PCIe-4.0-Spezifikation steht für Mitglieder der PCI-SIG ab sofort kostenlos (online) respektive für 50 US-Dollar bereit. Nichtmitglieder zahlen hingegen 4.500 US-Dollar.

Weitere Verbesserungen werden wie folgt beschrieben:

  • Extended tags and credits for service devices
  • Reduced system latency
  • Lane margining
  • Superior RAS capabilities
  • Scalability for added lanes and bandwidth
  • Improved I/O virtualization and platform integration

„Beispiellose“ anfängliche Nachfrage

Nun liegt es an den Industriepartnern, Produkte auf Basis von PCIe 4.0 auf den Markt zu bringen, um die neue Schnittstelle zu etablieren. Laut der PCI-SIG sei das Interesse groß, man habe eine „beispiellose anfängliche Nachfrage“ erlebt. Unter anderem bei SSDs und schnellen Netzwerklösungen deutet sich eine zügige Umsetzung an. Der SSD-Controller-Hersteller Silicon Motion hat für das kommende Jahr einen mit PCIe 4.0 kompatiblen Chip (SM2264) geplant. Noch mangelt es allerdings an Plattformen mit Support. Noch vor AMD oder Intel wird voraussichtlich IBM die ersten CPUs (Power 9) mit PCIe 4.0 anbieten.

PCIe 5.0 bereits in Sichtweite

Die PCI-SIG hält an der Roadmap fest und will bereits im zweiten Quartal 2019 die Spezifikation von PCIe 5.0 veröffentlichen. Geplant ist die erneute Verdoppelung der Datenrate pro Lane auf 32 GT/s respektive rund 4 GB/s.