Windows 10 Mobile: Windows-Chef sieht Zukunft der Plattform skeptisch

Nicolas La Rocco 166 Kommentare
Windows 10 Mobile: Windows-Chef sieht Zukunft der Plattform skeptisch

Microsofts Windows-Chef Joe Belfiore hat sich in einer Reihe von Tweets zur Zukunft von Windows 10 Mobile geäußert. Er selbst habe die Plattform zugunsten einer breiteren Auswahl an Apps und Hardware verlassen. Neue Features oder gar neue Geräte für Windows 10 Mobile seien nicht geplant, nur noch Bugfixes und Sicherheitsupdates.

Wenn selbst der Windows-Chef Windows 10 Mobile nicht mehr verwendet, scheint das Ende der Plattform besiegelt zu sein. Der globale Marktanteil von Windows 10 Mobile lag zuletzt bei weniger als 0,1 Prozent. Dass Windows 10 Mobile dem Untergang geweiht ist, wird immer wieder gesagt, doch deutlicher als jetzt waren die Signale, dass das wirklich stimmt, noch nie zuvor. Das oftmals herbeigesehnte Surface Phone scheint laut Aussage von Windows-Chef Joe Belfiore nicht mehr Realität zu werden.

Der Support wird aufrechterhalten

Ob es Zeit sei, die Windows-10-Mobile-Plattform zu verlassen, wurde Belfiore am Sonntag auf Twitter gefragt. Viele Unternehmen würden die Plattform noch ihren Mitarbeitern anbieten, und diese Kunden werde Microsoft weiterhin unterstützen, bekräftigte Belfiore. Er als individueller Endverbraucher habe die Plattform aber bereits zugunsten einer breiteren Auswahl an Apps und Hardware verlassen. Jeder Nutzer solle das wählen, was für ihn/sie am besten geeignet sei.

Support soll Windows 10 Mobile allerdings weiterhin erhalten. Dazu zählt Belfiore aber ausschließlich Bugfixes und Sicherheitsupdates. Neue Features für Windows 10 Mobile oder neue Geräte für die Plattform stünden bei Microsoft derzeit aber nicht im Fokus, sagte er.

Der Teufelskreis aus fehlenden Apps und Nutzern

Von Twitter-Nutzern darauf angesprochen, dass das größte Problem von Windows 10 Mobile die mangelhafte App-Auswahl gewesen sei, bestätigt Belfiore. Microsoft habe sehr hart daran gearbeitet, Anreize für App-Entwickler zu schaffen, etwa Geld bezahlt, um auf der Plattform präsent zu sein oder sogar Apps für die Entwickler geschrieben. Weil die Anzahl der Nutzer aber zu gering gewesen sei, hätten viele Firmen von Investitionen für Windows-10-Mobile-Apps abgesehen. Es ist das typische Henne-Ei-Problem, mit dem Microsoft seit der ersten Version von Windows Phone zu kämpfen hatte. Mit jeder neuen Plattform konnte der Teufelskreis nicht gebrochen werden.

Dass Belfiores Aussagen auf Twitter mit einer ordentlichen Portion Wehmut verbunden sind, machen die von ihm verwendeten traurigen Emojis deutlich. Immerhin sollte Windows 10 Mobile ursprünglich einmal eine zu Android und iOS konkurrierende Plattform werden. Davon ist die Plattform derzeit aber weiter entfernt als je zuvor.