CPU-Aufrüsten: Sandy Bridge bis Coffee Lake mit Overclocking im Vergleich 2/3

Volker Rißka 1.241 Kommentare

Benchmarks: i7-2600K (OC), i7-4770K (OC), i7-6700K (OC) und i7-7700K (OC) gegen i7-8700K (OC)

In der ersten Testrunde sind es sechs Anwendungen, der sich die Prozessoren auf einem neu installierten Windows 10 inklusive aller aktuellen Updates stellen müssen. Die Anwendungsbenchmarks sind dabei zum größten Teil neu aufgelegt und nicht mit vorherigen Tests vergleichbar, denn viele haben zusätzliche Optimierungen insbesondere auf mehr Threads und erweiterte Instruktionen erfahren. In den Benchmarks werden größere Unterschiede erkennbar als zuvor vermutet.

In Anwendungen ist Sandy Bridge abgeschlagen

In der Standard-Konfiguration ist der Intel Core i7-2600K auf dem Asus P8P67 heutzutage deutlich abgeschlagen. Der Speicher ist nach Standard DDR3-1333 schlichtweg als lahm zu bezeichnen, auch die im Schnitt 3,5 GHz hat heutzutage selbst jeder Pentium – für 60 Euro. Aber selbst wenn der Core i7-2600K übertaktet im Schnitt um fast 30 Prozent zulegt, die Zeit des Sandy Bridge ist für Anwendungen abgelaufen. Dies ist aber keinesfalls als Niederlage zu werten, nach sechs Jahren ist dies vielmehr normal und längst überfällig.

Neue Instruktionen und die erhöhte Anzahl an Threads zeigen sich dann insbesondere in Tests wie Blender, Handbrake und Cinebench. Der original Core i7-2600K benötigt 240 respektive 260 Prozent der Zeit eines Core i7-8700K, aus acht Minuten werden satte 19 Minuten und aus 3:20 knapp neun Minuten. Durch das Overclocking gewinnt der 2600K zwar rund 30 Prozent, im Durchschnitt ist der 8700K aber noch immer fast doppelt so schnell – mit 50 Prozent mehr Threads bei im Schnitt gleichem Takt zeigen sich hier die Verbesserungen, die die Architektur über die Jahre dann doch erfahren hat.

Haswell profitiert von neuen Instruktionen und erhöhter IPC

Haswell in Form des Core i7-4770K macht in den Anwendungstests gegenüber Sandy Bridge bereits einen großen Schritt nach vorn, wenngleich der Takt beim jeweiligen Flaggschiff nur 100 bis 200 MHz über dem Vorgänger-Modell liegt. Der Rest kommt von der Architektur und allen voran den neuen Instruktionen, auf die moderne Anwendungen reagieren. 25 Prozent Vorsprung kann die CPU bereits in der Default-Konfiguration verbuchen. Übertaktet auf 4,5 GHz und somit mit etwas weniger Takt als Sandy Bridge sind es immer noch 17 Prozent – der Core i7-8700K bleibt bei 50 Prozent mehr Threads auch über 50 Prozent schneller.

Skylake und Kaby Lake kommt in erster Linie über den hohen Takt

Ein hoher Basistakt direkt ab Werk ist es, der den Core i7-6700K zu seinem Vorgänger unterschied. 4 GHz ermöglichten der CPU bereits in der Standard-Konfiguration eine sehr hohe Leistung über die acht Threads abzuliefern, Kaby Lake legt in Form des Core i7-7700K sogar noch einmal 400 MHz drauf. Auch dank schnellerem Speicher liegen die CPUs so in der Basiskonfiguration schon auf Augenhöhe zum übertakteten Haswell-Prozessor. Doch der hohe Basistakt brachte einen Nachteil: Durch Overclocking war kaum noch etwas zu gewinnen, erst das Zusammenspiel mit noch 65 Prozent schnellerem Speicher brachte Erfolge.

Auch ein übertakteter Coffee Lake bringt noch mehr Leistung

Auch dem Core i7-8700K kann noch mehr Leistung abgerungen werden. Denn auch dieser unterstützt schnelleren Speicher, DDR4-4000 sind kein Problem. Zusammen mit einem Takt von 5 GHz für alle zwölf Threads wird die Messlatte noch einmal deutlich höher gelegt, rund 15 Prozent Leistungsgewinn sind so noch einmal möglich.

In Spielen stehen Sandy Bridge und Haswell noch deutlich besser da ..

Prozessoren werden in Spielen in der Regel in niedrigen Auflösungen getestet, um so eine Aussage über die Leistungsfähigkeit heute, aber auch in den nächsten Monaten und Jahren zu treffen und nicht die limitierende Grafikkarte zu testen. Doch Spieler interessiert vor allem, wie sich Prozessoren im Alltag und in von ihnen genutzten Auflösungen schlägt: Doch je höher die Auflösung und Details, desto wichtiger wird die Grafikkarte und damit auch zum limitierenden Faktor.

Dieses Verhalten ist auch in den fünf aktuellen Blockbuster-Spielen Assassin's Creed: Origins, Destiny 2, Forza 7, Star Wars Battlefront 2 und Wolfenstein 2: The New Colossus in jeweils maximalen Details zu beobachten. In den Auflösungen von 720p oder den weiterhin als Standard gängigen 1.920 × 1080 Bildpunkten (fast 30 Prozent auf ComputerBase nutzen diese Auflösung zusammen mit 1900 × 1.200) liegt Coffee Lake deutlich vor Sandy Bridge. Der Schritt ans Limit zeigt jedoch etwas anderes: Die Grafikkarte ist in UHD-Auflösung so wichtig, dass der Prozessor extrem in den Hintergrund rutscht und Sandy Bridge selbst unübertaktet bis auf zehn Prozent an das neue Intel-Flaggschiff heranrückt. Noch ein wenig besser sieht es für den Core i7-4770K aus, kommt er doch noch näher an Coffee Lake heran, besonders in übertaktetem Zustand. Auf ComputerBase kommt diese Auflösung bei den Zugriffen von Lesern allerdings nicht einmal bei einem Prozent zum Einsatz, sie ist ein anderes Extrem zu 720p.

.. Skylake und Kaby Lake kommen ganz nah heran

Die Core i7-6700K und Core i7-7700K sind im Grunde genommen die gleiche Architektur wie der Core i7-8700K, letzterer bietet ab Werk nur mehr Kerne und Takt – eine zweijährige Evolution. Rein von der Architektur hat das Modell so aber keinen Vorteil, das auf 4,5 GHz übertaktete Modell des Core i7-6700K gleicht die Frequenz nahezu an, sodass nur noch zwei zusätzliche Kerne den Vorsprung des Core i7-8700K ins Ziel retten. Der Core i7-7700K geht dank etwas mehr Overclocking-Potential sogar etwas besser, am Ende wird es ein Patt. Die nicht neue Erkenntnis wird so noch einmal bestätigt: Vier oder sechs Kerne mit sehr hohem Takt sind für Spiele Ende 2017 die beste Kombination.

Bei den 99th-Percentile-Frametimes sieht es für Sandy Bridge und Haswell hingegen schlechter aus. Während sie sich in geringer Auflösung mit den regulären Bildern pro Sekunde prozentual gesehen nichts nehmen, zeigt schon die Full-HD-Auflösung Nachteile für Sandy Bridge und Haswell. In UHD zeigen die durchschnittlichen Bilder pro Sekunde fast ein gleiches Ergebnis zwischen den Generationen, bei den Frametimes wird jedoch sichtbar, dass Sandy Bridge viel schneller zu kleinen Einbrüchen neigt. Haswell bei hohem Takt steht hingegen schon sehr gut da, vier moderne Kerne bei hohem Takt bieten also auch heute noch hohe Leistung, Skylake setzt noch einmal einen oben drauf und kommt ganz nah an Coffee Lake heran.

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