Medion Erazer X67015 im Test: Aldi-Gaming-PC mit Core i7-8700 und GeForce GTX 1070 3/3

Jan-Frederik Timm 208 Kommentare

Aufrüstbarkeit

Käufer können den Medion Erazer X67015 aufrüsten, müssen dabei aber ein paar Einschränkungen beachten. Für OEM-PCs sind sie nicht unüblich, für PC-Enthusiasten natürlich trotzdem ein Unding. Wer beim Austausch von SSD, HDD, RAM oder Grafikkarte vorsichtig vorgeht, hat dabei keinen Garantieverlust zu befürchten. Bevor die CPU getauscht wird, sollte man sich vom Hersteller im Zweifelsfall aber Absolution einholen.

Grundsätzlich ist der Tower nach dem Lösen von nur zwei Kreuzschlitzschrauben frei zugänglich. Die aufgesetzte Front macht das Schließen der Seite allerdings etwas komplizierter, weil das Stahlblech hinter die Front geschoben werden muss.

Anschlüsse für SATA-Laufwerke, auch als M.2

Mit zwei weiteren SATA-Anschlüssen auf dem Mainboard und am Netzteil sowie dem Hot-Swap-Festplattenrahmen bieten sich verschiedene Möglichkeiten zur Erweiterung mit klassischen 3,5 und 2,5-Laufwerken. Eine Befestigungsmöglichkeit im Gehäuse gibt es aber nur für ein weiteres 2,5-Zoll-Laufwerk, eine zweite 3,5-Zoll-HDD hat keinen Platz. Für diese Variante kann aber der verbaute und bereits vollständig verkabelte Hot-Swap-Rahmen zur Erweiterung genutzt werden. Wie das möglich ist, wird im Handbuch ausführlich beschrieben.

Das System mit einer zusätzlichen SATA-SSD für M.2
Das System mit einer zusätzlichen SATA-SSD für M.2

Darüber hinaus bietet das Mainboard noch einen freien M.2-Steckplatz mit SATA-Schnittstelle, in dem entsprechende SSDs eingesetzt werden können. Mit einer WD Blue 500 GB klappte das im Test problemlos. Die zwei freien PCIe-x1-Steckplätze werden hingegen beide von der Grafikkarte belegt.

Platz für eine 2. M.2-SSD, die aber SATA bieten muss
Platz für eine 2. M.2-SSD, die aber SATA bieten muss

Ein 8-PIN-Anschluss für Grafikkarten

Wer die Grafikkarte wechseln will, muss zwingend bei einem Modell mit maximal einem 8-PIN-Stromanschluss bleiben, denn das Netzteil bietet nur den einen Strang (Aufteilung 6+2). Der Wechsel auf eine GeForce GTX 1080 Founders Edition mit 8-PIN-Anschluss war im Test so aber ohne Komplikationen möglich.

Eine GeForce GTX 1080 mit 8-PIN-Anschluss ist möglich
Eine GeForce GTX 1080 mit 8-PIN-Anschluss ist möglich

Wer den Speicher aufrüsten will, muss die verbauten Module austauschen, denn es ist kein Steckplatz mehr frei. Zu bedenken gilt es dabei, dass es im BIOS keinerlei Einstellungmöglichkeiten gibt – Takt und Timings werden vom Mainboard unter Berücksichtung des Speichers festgelegt.

Fazit

Intel Core i7-8700, GeForce GTX 1070, 16 GB RAM, 256 GB SSD- sowie 2 TB HDD-Speicherplatz und drei Jahre Garantie für 1.299 Euro – auch dieses Angebot von Medion und Aldi Süd sucht aktuell einen Vergleich am Markt. Und handfeste Argumente sprechen nach dem Test nicht gegen den Kauf: Werden viel Spiele-Leistung zum rekordverdächtig niedrigen Preis ohne eigene Bastelambitionen gewünscht, kann zugegriffen werden.

Mit einem 8-PIN-PCIe-Stecker, dem 450 Watt starken Netzteil und einem freien M.2-Slot (SATA) auf dem Mainboard lässt sich der Erazer X67015 sogar etwas besser auf- oder umrüsten als der Akoya P56000. Dafür wird das System unter Spielelast relativ laut und liefert in Anwendungen mit hoher Last auf allen Kernen nicht die Leistung, die Mainboard-Hersteller auf Endkunden-Platinen aus dem Core i7-8700 holen. Die OC-Funktionalitäten des Z370-Chipsatzes nutzt weder die CPU, noch kann das Mainboard den Speicher schneller als ab Werk vorgesehen adressieren. Negativ anzumerken sind ferner der Verzicht auf USB Typ C sowie die billig wirkende Plastikummantelung am Standardgehäuse.

Der Aldi-PC Medion Erazer X67015 im Test
Der Aldi-PC Medion Erazer X67015 im Test

Günstiger Gaming-PC vom OEM oder Eigenbau?

Wie beim nur 599 Euro teuren Medion Akoya P56000 (Test) sollten Käufer also auch in diesem Fall die Einschränkungen des OEM-PCs mit der eigenen Aversion gegenüber dem eigenhändigen Zusammenstellen oder höhere Preispunkten abwägen. In diesen Preisregionen und vor dem Hintergrund des geplanten Einsatzzweckes bietet sich das gleich doppelt an.

Mit der FAQ „Der Ideale Gaming-PC: Spiele-PC selbst zusammenstellen“ bietet die Community von ComputerBase seit Jahren eine Anlaufstelle für PC-Spieler, die nach abgestimmten Konfigurationen zu verschiedenen Preispunkten suchen. Hier locken potentiell leisere Systeme mit mehr Flexibilität, preislich und in Sachen Garantie kommen sie an das Angebot von Medion aber nicht heran.

Der Core i7-8700 lässt Fragen offen

Unabhängig von diesem Fazit wird ComputerBase am unterschiedlichen Abschneiden des Core i7-8700 auf handelsüblichen Platinen und in diesem OEM-PC dran bleiben. Wahrscheinlich ist, dass die CPU im Erazer X67015 die von Intel gewünschte Leistung zeigt, die einen klaren Unterschied zum Core i7-8700K aufweist. Auf Platinen für den Endkunden liegen beide CPUs hingegen quasi gleichauf, weil die maximal möglichen Taktraten ohne Einschnitte bei der TDP quasi dieselben sind. Intel hat vorerst aber nur mehr Informationen erbeten und noch keine abschließende Aussage erteilt.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung in Form deaktivierter Werbeblocker oder eines Abonnements von ComputerBase Pro. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.