Phison: Über Controller für 8‑TB‑SSDs, 96 Layer und sinkende Preise

Michael Günsch 22 Kommentare
Phison: Über Controller für 8‑TB‑SSDs, 96 Layer und sinkende Preise
Bild: My Drivers

In Asien hat Phison einen Ausblick auf künftige Produkte gegeben. Darunter waren die neuen SSD-Controller PS5012-E12 (PCIe) und PS3112-S12 (SATA), die Speicherkapazitäten von bis zu 8 TB unterstützen. Für Ende 2018 erwartet Phison den Einsatz von 96-Layer-3D-NAND. Zudem rechnet der Hersteller mit bald sinkenden SSD-Preisen.

8-TB-SSDs mit neuen 8-Kanal-Controllern

Im Rahmen eines vom Hersteller Galax ausgerichteten Events (GEC 2017) wurden SSD-Prototypen mit den neuen Chips gezeigt. Die Controller weisen jeweils acht NAND-Channel auf und gehören in diesem Punkt zur Oberklasse für Client-Produkte. Aktuelle Mainstream-Controller bieten dagegen meist nur vier Speicherkanäle. Beide Chips sollen im ersten Quartal 2018 auf den Markt kommen und unterstützen aktuellen 3D-NAND-Flash. Die Prototypen sollten den maximalen Speicherausbau von 8 TByte demonstrieren. Derzeit bieten Client-SSDs bis zu 4 TByte Speicherplatz. My Drivers liefert diverse Fotos von der Veranstaltung.

Phison S12 mit SATA

Der PS3112-S12 (kurz: S12) arbeitet mit SATA 3 (6 Gbit/s) und besitzt ein relativ großes Chip-Gehäuse (Package). Der ältere Phison S11 mit nur zwei NAND-Kanälen wirkt dagegen winzig. Der S11 ist allerdings auch für die unterste Einstiegsklasse bestimmt und muss ohne DRAM-Cache auskommen, was Nachteile mit sich bringt. Der S12 spielt dagegen in der SATA-Oberklasse und kann auf DRAM zurückgreifen.

Die sequenziellen Transferraten sind nur ein grober Anhaltspunkt für die Leistungsfähigkeit und hier bietet der Phison S12 mit 550 MB/s beim Lesen und 530 MB/s beim Schreiben keine Mehrleistung, denn in diesem Punkt bewegen sich fast alle aktuellen Modelle am Limit der SATA-Schnittstelle. Bei wahlfreien Zugriffen unter Dauerlast dürfte sich der 8-Kanal-Controller dagegen von Einsteigermodellen absetzen. Phison spricht zudem von der zweiten Generation der LDPC-Fehlerkorrektur und Funktionen wie Smart X-Block und Code Sign, zu denen aber keine weiteren Details vorliegen.

Phison E12 erreicht 3.200 MB/s über PCIe

Dank der schnelleren Schnittstelle in Form von PCIe 3.0 x4 erlaubt der PS5012-E12 (kurz: E12) deutlich höhere sequenzielle Transferraten von bis zu 3.200 MB/s lesend und 3.000 MB/s schreibend. Das NVMe-Protokoll wird in Version 1.3 unterstützt. Die oben genannten Funktionen gelten auch für den E12. Für M.2-SSDs nennt der Hersteller ein maximales Speichervolumen von 2 TByte. Die besagten 8 TByte werden nur als PCIe-Steckkarte (AIC) erreicht, denn auf M.2-Modulen ist nicht genügend Platz für so viel Speicher.

Die ausgestellte 8-TB-SSD im Format einer Erweiterungskarte für den PCIe-Slot erinnert stark an frühere Designs wie zum Beispiel bei der Zotac Sonix (Test), die noch mit dem älteren Phison PS5007-E7 bestückt ist.

96-Layer-3D-NAND Ende 2018, bald sinkende Preise

Derweil berichtet DigiTimes über Aussagen von Phison-Chairman Khein Seng Pua. Laut Pua sei mit dem Anbruch der Ära für 96-Layer-3D-NAND gegen Ende 2018 zu rechnen. Aktuell bieten Speicherhersteller wie Samsung, Toshiba, Micron und SK Hynix 64 bis 72 Layer, arbeiten aber längst an der nächsten Generation. Durch die höhere Zahl der Zellschichten soll die Speicherkapazität pro Chip weiter gesteigert werden.

Pua habe sich auch zur aktuellen Preissituation geäußert. Durch hohe Nachfrage und knappe Produktionskapazitäten hat sich NAND-Flash in den letzten Monaten und Jahren verteuert, was die Preise für SSDs ansteigen ließ. Allmählich herrsche wieder eine Balance zwischen Angebot und Nachfrage, sodass Pua ein Sinken der SSD-Preise auf ein „vernünftiges Niveau“ erwartet. Dies könne den Weg für mehr Speicherkapazität im Mainstream-Bereich ebnen. Das typische Speichervolumen verharre aufgrund der hohen Preise seit einer Weile bei 128 GByte, so Pua.