Windows für Entwickler: Tar und cURL wandern in die Eingabeaufforderung

Jan-Frederik Timm 29 Kommentare
Windows für Entwickler: Tar und cURL wandern in die Eingabeaufforderung

Nach der Integration von Linux und einer SSH-Funktionalität als Beta in Windows 10 geht Microsoft mit der Aufnahme der Kommandozeilen-Tools Tar und cURL bereits den nächsten Schritt auf Entwickler zu. Besonders beim Umgang mit Containern soll die in der Windows 10 Insider Preview 17063 bereits verfügbare Neuerung helfen.

Ohne PowerShell ging per Texteingabe bisher nichts

Tar ist ein Packprogramm und gleichzeitig die Bezeichnung damit gepackter Dateien. Es wurde erstmals im Jahr 1976 mit einem Update für Unix 7 veröffentlicht, heute ist die Spezifikation nach GNU Tar Standard. Microsofts Umsetzung setzt auf libarchive auf.

cURL wiederum ist ein Kommandozeilen-Programm zum Übertragen von Dateien von Rechner zu Rechner über das Netzwerk. Zu den unterstützten Protokollen gehören HTTP, HTTPS, FTP, FTPS, DICT, LDAP, RTMP und Gopher.

Tar in der Eingabeaufforderung von Windows 10
Tar in der Eingabeaufforderung von Windows 10 (Bild: Microsoft)

cURL und eine Alternative zum Packen und Archivieren waren bisher schon in der PowerShell von Windows enthalten, nicht aber in der Eingabeaufforderung (Cmd.exe). Und das war durchaus ein Problem für Entwickler und Administratoren.

Vorteile bei der Einrichtung im Container

Insbesondere wer Windows 10 aus einem Nano-Server-Image in einem Container aufsetzt, kann davon profitieren. Diese nur knapp 200 Megabyte große Installation verzichtet nämlich auf die 56 MB schwere PowerShell und benötigt zur Erweiterung um weitere Pakete ein potenteres Image in einem zweiten Container oder dem System des Anwenders. Mit cURL in Cmd.exe und der Möglichkeit zum Entpacken von Paketen mit Tar können Entwickler jetzt ohne externe Hilfsmittel aus einem Nano-Server-Image das System machen, das sie benötigen.