XPS 13 (9370) im Hands-On: Dells Lifestyle-Notebook erweitert Kundenkreis

Nicolas La Rocco 101 Kommentare
XPS 13 (9370) im Hands-On: Dells Lifestyle-Notebook erweitert Kundenkreis

Dells neues XPS 13 mit der Modellnummer 9370 ist nach Jahren von kleinen Updates und Wechseln der CPU-Generation die erste vollständige Neuentwicklung des Notebooks. ComputerBase hat sich den neuen Laptop zur CES 2018 angeschaut und vor allem ein schöneres XPS 13 entdeckt. Aber ist es deshalb auch besser geworden?

Das XPS 13 war bisher ein Arbeitstier, wie man es nur noch selten auf dem Markt findet. Der Redakteur dieses Berichts nutzt das Modell 9360 mit Kaby Lake, mattem Full-HD-Display für lange Laufzeiten und vollständiger Anschlusssektion samt USB Typ-A und vollwertigem SD-Cardreader. Auf Messen ist der Laptop ein unabdingbarer Begleiter: Es muss tagsüber nicht geladen werden, Pressematerial lässt sich schnell von USB-Sticks einspielen und Fotos können per Cardreader flink von der Speicherkarte der Kamera auf die SSD kopiert werden. Der perfekte Laptop für den rasenden Reporter sozusagen.

Was machen Stammkunden jetzt?

Und an dieser Stelle kommt das neue Dell XPS 13 (9370) ins Spiel: Kein USB Typ-A mehr, kein vollwertiger SD-Cardreader mehr und drei Stunden weniger Akkulaufzeit bei „Verwendung von Produktivitätsanwendungen“ (52 Wh statt 60 Wh). Folgt die Funktion nun etwa der Form, anstatt andersherum? In gewisser Weise schon, denn wer die umfangreichen Anschlüsse des eine Generation älteren XPS 13 bisher zwingend für seine Arbeit vorfinden musste, kann das neue Modell nicht mehr nutzen.

Aber was ist mit denjenigen, die USB Typ-A nicht mehr benutzen, die einen Cardreader seit Jahren nicht mehr genutzt haben? Die Akkulaufzeit ist zwar kürzer geworden, mit knapp 20 Stunden bei der Nutzung von produktiven Anwendungen wie Word und Excel ist sie aber alles andere als schlecht. Lenovos neues ThinkPad X1 Carbon (Hands-On) schafft das auch in der sechsten Generation nicht.

Dell spricht einen anderen/erweiterten Kundenkreis an

Und mit 2 × Thunderbolt 3, 1 × 3.1 USB Typ-C und einer Headsetbuchse sind die neuen Anschlüsse auf Höhe der Zeit. Außerdem hat Dell die Speichererweiterung nicht komplett gestrichen: Aus einem vollwertigen SD-Cardreader ist jetzt ein kleiner microSD-Cardreader geworden. Dieser eignet sich mehr für die günstige Speichererweiterung der internen SSD als für das schnelle Ein- und Ausstecken einer Kamera-Speicherkarte. Hier spricht Dell jetzt tatsächlich eine andere Kundschaft an.

Apropos andere Kundschaft: Die neue Farbe Rosagold mit Handablage in Alpinweiß soll insbesondere die weibliche Kundschaft ansprechen, sagte Dells Chef-Designer der Consumer-Produkte Justin Lyles im Gespräch mit ComputerBase. Anders als beim silbernen Modell mit schwarzer Handablage besteht die weiße nicht aus Kohlefaser, sondern einem speziellen Glasfasergewebe, an dem Dell für 18 Monate getüftelt hat. Das Webmuster lässt sich mit den Fingern erfühlen und bietet weniger Widerstand als die matte Kohlefaser. Doch auch beim innen schwarzen Modell gibt es eine Veränderung: Die Außenhülle ist jetzt in einem helleren Silber ausgeführt.

Neues 4K-Display ist deutlich besser

Ohne Frage wieder echte Hingucker sind Dells schmal eingefasste Displays. Als neue Touch-Option bietet Dell jetzt ein IPS-Panel mit 4K-Auflösung und 100 Prozent Abdeckung des sRGB-Farbraums an. Zuvor wurden als Touch-Option 3.200 × 1.800 Pixel mit 73 Prozent Abdeckung des sRGB-Farbraums angeboten. Der Kontrast des 4K-Displays liegt nun bei 1.500:1 statt 1.000:1, während die maximale Helligkeit von 400 cd/m² beibehalten wurde. Wer das Touch-Display nicht haben möchte, dem bietet Dell nach wie vor eine matte Full-HD-Variante ohne Touch, bei der keine Veränderungen erkennbar sind. Dieses Modell dürfte aber erneut mit längeren Laufzeiten als das 4K-Modell punkten.

Weil Dell die Displayränder erneut schmal halten wollte, diese sogar um 23 Prozent reduziert hat, sitzt die Webcam wieder unterhalb des Displays, jetzt aber an zentraler Position unterhalb des leicht nach oben verschobenen Dell-Logos. Würde es eine entsprechende Technologie bereits geben, würde Dell die Webcam am liebsten in das Display integrieren, sagte Justin Lyles. Der Winkel ist zwar weiterhin ungünstig, nun gibt es aber immerhin eine Zertifizierung für Windows Hello. Alternativ kann das neue XPS 13 auch per Fingerabdrucksensor im Ein- und Ausschalter entsperrt werden.

Erstes Fazit

Dells neues XPS 13 (9370) ist eines der spannendsten Windows-10-Notebooks des noch jungen Jahres. Es spricht eine breitere Nutzergruppe an als bisher, dürfte dabei aber auch einige frühere Nutzer vergraulen, die den Laptop seit Jahren verwenden und dieses Jahr auf ein vollständig neu entwickeltes Modell wechseln wollten. Für den Einsatz in der Redaktion kommt die neue Generation aufgrund der genannten Einschränkungen erst einmal nicht infrage, obwohl es noch etwas kleiner geworden und damit perfekt zum Reisen geeignet ist. Die Kunden, die Dell potenziell verlieren wird, wird das Unternehmen mit anderen Käuferkreisen sicherlich wiedergutmachen und darüber hinaus auch mehr Frauen für sich gewinnen. Denn ein sehr gutes Notebook ist das XPS 13 auch mit den dem Redakteur nicht passenden Veränderungen nach wie vor.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung in Form deaktivierter Werbeblocker oder eines Abonnements von ComputerBase Pro. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.