Linux-Notebooks: Purism rüstet TPM nach und bietet deutsches Layout an

Ferdinand Thommes 50 Kommentare
Linux-Notebooks: Purism rüstet TPM nach und bietet deutsches Layout an
Bild: Purism

Die Linux-Notebooks der Firma Purism werden ab sofort ohne Mehrkosten mit einem Trusted Platform Module (TPM) ausgeliefert. Ebenfalls neu: In Folge der großen Nachfrage aus der Region kann optional erstmals auch eine deutsche Tastaturbelegung bestellt werden.

Notebooks vom Hersteller der anderen Art

Purism ist ein kleines Unternehmen aus den USA, das Linux-Notebooks verkauft. Diese werden mit dem auf Debian basierenden angepassten Betriebssystem PureOS ausgeliefert und weisen standardmäßig Hardware-Schalter auf, um WLAN und Bluetooth sowie Webcam und Mikrofon auszuschalten. Das Unternehmen mit sozialem Anspruch gibt sich eine ethische Handlungsweise vor, bei der Profit nicht verpönt ist, aber dessen Maximierung nicht an erster Stelle steht. Damit hat das Unternehmen in den USA den Status einer Social Purpose Corporation inne.

TPM als Standard

Wie Purism jetzt im Firmenblog bekannt gegeben hat, werden ab sofort alle Modelle mit einem TPM-Chip ausgestattet. In einer Umfrage hätte sich herausgestellt, dass sich nahezu alle Kunden einen solchen zusätzlichen Schutz wünschen, wie ihn viele Business-Notebooks bereits seit Längerem mitbringen.

Auch hierzulande interessant

Bisher waren die Purism-Laptops für den deutschen Markt eher uninteressant. Das ändert sich mit zwei weiteren Neuerungen. Zum einen kann aufgrund hoher Nachfrage nun ein deutsches Tastatur-Layout bestellt werden. Darüber hinaus entfallen ab sofort die Versandkosten, die Geräte werden international kostenfrei ausgeliefert.

Viel Presse wurde Purism im letzten Jahr durch die erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne für das jetzt in Entwicklung befindliche Linux-Smartphone Librem 5 zuteil, dessen Auslieferung im Frühjahr 2019 erwartet wird.

Eigenes Mainboard

Die Notebooks Librem 13 und 15 sind mit einem von Purism entworfenen Mainboard ausgestattet. Sie bieten mit dem Intel-Core-i7-6500U eine nicht mehr ganz zeitgemäßen aber immer noch ausreichend schnellen Skylake-Prozessor mit zwei Kernen und sind standardmäßig mit vier GByte DDR4-RAM ausgestattet, die auf 16 GByte erweitert werden können.

Die matten Displays haben beide eine Auflösung von 1920 × 1080 Bildpunkten. Bei den Festplatten wird in der Basisausführung eine 2,5-Zoll-SATA-SSD mit 120 GByte ausgestattet, die bei Bestellung bis auf bis zu vier TByte aufgerüstet werden kann. Der standardmäßig freie M.2-Anschluss kann mit SATA- oder NVMe-SSDs von 260 GByte bis zu zwei TByte belegt werden.

PureOS von der FSF geadelt

Das verwendete Betriebssystem PureOS wurde von der Free Software Foundation FSF im Dezember 2017 in seine Liste der unterstützten GNU/Linux-Distributionen aufgenommen. Das hat bisher nicht einmal Debian geschafft. Zusätzlich kann ein USB-Stick mit einem Image von Qubes OS 4 geordert werden, mit dem sich PureOS mit der Sicherheits-Distribution ersetzen lässt.

Die Preise für die Notebooks Librem 13 und 15 beginnen mit deutscher Tastaturbelegung bei 1.478 respektive 1.578 US-Dollar. Mit der Auslieferung der soeben eingetroffenen neuen Chargen mit TPM wird Mitte März begonnen.