Mining-Entspannung: Grafikkarten-Preise von Ende 2017 teilweise erreicht

Wolfgang Andermahr 131 Kommentare
Mining-Entspannung: Grafikkarten-Preise von Ende 2017 teilweise erreicht

Von wegen, nach Weihnachten wird alles günstiger. Grafikkarten sind aufgrund des Mining-Booms Anfang des Jahres massiv teurer geworden. Im Februar wurde der Höhepunkt erreicht, denn dann kostete selbst eine Radeon RX 580 fast 500 Euro. Mittlerweile hat sich die Situation jedoch wieder entspannt. Und das könnte so auch bleiben.

Wer eine neue Grafikkarte kaufen muss oder möchte, steht derzeit nicht mehr plötzlich vor einem großen beziehungsweise teurem Problem. Der Mining-Boom ist vorbei, zumindest so lange der wenig berechenbare Bitcoin-Kurs nicht urplötzlich wieder deutlich ansteigt und andere für GPU-Mining relevante Währungen mit sich zieht. Das ist zwar schlecht für AMD, Nvidia und die Bordpartner, aber gut für den Spieler. Denn fast alle Grafikkarten sind mittlerweile nicht mehr oder nur noch minimal teurer als Weihnachten letztes Jahr. Manche 3D-Beschleuniger sind sogar günstiger. Und nur wenige noch deutlich teurer.

Die Einsteigermodelle sind die Problemfälle

Auch wenn große Preissprünge nicht mehr zu erwarten sind, sind in den letzten zwei Wochen die Preise von sechs Grafikkarten weiter gesunken. Fünf Modelle sind preislich unverändert, teurer ist kein 3D-Beschleuniger geworden. Die Radeon RX 560 ist mit nun 136 Euro um fünf Prozent im Preis gefallen, zugleich mit einer Preissteigerung von 22 Prozent im Vergleich zu Dezember aber immer noch das größte Problemkind.

4. Dezember 2017
(lieferbar)
05. Februar 2018
(lieferbar)
04. Juli 2018
(lieferbar)
16. Juli 2018
(lieferbar)
Preisänderung
seit dem 04.07.18
Preisänderung
seit dem 04.12.17
AMD Radeon
Radeon RX 560 111 Euro 149 Euro 143 Euro 136 Euro -5 Prozent 22 Prozent
Radeon RX 570 206 Euro 309 Euro 219 Euro 219 Euro 0 Prozent 6 Prozent
Radeon RX 580 249 Euro 449 Euro 276 Euro 269 Euro –2 Prozent 8 Prozent
Radeon RX Vega 56 549 Euro 839 Euro 509 Euro 509 Euro 0 Prozent -7 Prozent
Radeon RX Vega 64 602 Euro 999 Euro 569 Euro 569 Euro 0 Prozent -5 Prozent
Nvidia GeForce
GeForce GTX 1050 Ti 149 Euro 164 Euro 165 Euro 165 Euro 0 Prozent 11 Prozent
GeForce GTX 1060 256 Euro 350 Euro 275 Euro 269 Euro -2 Prozent 5 Prozent
GeForce GTX 1070 420 Euro 559 Euro 419 Euro 416 Euro -1 Prozent -1 Prozent
GeForce GTX 1070 Ti 440 Euro 579 Euro 449 Euro 436 Euro -3 Prozent -1 Prozent
GeForce GTX 1080 503 Euro 668 Euro 489 Euro 489 Euro 0 Prozent -3 Prozent
GeForce GTX 1080 Ti 705 Euro 940 Euro 759 Euro 725 Euro -4 Prozent 3 Prozent

Das (kleinere) Problemkind Nummer 2 ist die GeForce GTX 1050 Ti. Es ist auffällig, dass die Einsteigermodelle von AMD und Nvidia mittlerweile am schlechtesten dastehen. Denn in der Mining-Hochzeit zeigten diese den geringsten Preisanstieg. Doch von diesem erholen sich die zwei 3D-Beschleuniger nur in Zeitlupe. Die Nvidia-Grafikkarte ist seit Monatsanfang unverändert im Preis geblieben, was immer noch ein Plus von elf Prozent bedeutet.

Mit vier Prozent und damit 725 Euro ist die GeForce GTX 1080 Ti etwas in den Kosten gefallen, die so kaum noch teurer als letztes Jahr ist. Auch die Radeon RX 580, GeForce GTX 1060, GeForce GTX 1070 und die GeForce GTX 1070 Ti sind ein kleines Stück günstiger geworden. Preislich am besten steht damit die Radeon RX Vega 56 dar. Die Grafikkarte ist zwar diesen Monat bis jetzt preislich konstant geblieben, seit Weihnachten aber zumindest sieben Prozent günstiger geworden. Die Radeon RX Vega 64 folgt mit einem fünf Prozent geringerem Preis, die GeForce GTX 1080 mit drei Prozent.

Preissprünge aufgrund von Turing haben ein Fragezeichen

Wenn auch oft vermutet, zeigt sich bis jetzt noch kein Preisverfall der GeForce-Grafikkarten aufgrund der demnächst anstehenden Nachfolgegeneration Turing. Da jedoch immer noch schwer absehbar ist, wann entsprechende GeForce-Grafikkarten erscheinen werden, ist es wenig sinnvoll, auf entsprechend sinkende Preise zu warten. Zumal noch genauso unklar ist, ob es diese überhaupt geben wird. Genauso wenig zeigen sich preislich die angeblich vollen Lager der Grafikkarten-Hersteller, die aufgrund des abgeflautem Mining-Booms noch auf zahlreichen 3D-Beschleunigern sitzen sollen. Darum gilt auch hier: Auf etwas zu warten, was möglicherweise nicht eintreten wird, ist wenig sinnvoll. Wer eine neue Grafikkarte benötigt, sollte diese schlicht jetzt kaufen.