Ende des GPU-Mining-Booms: Profitrückgang bei Nvidia, AMD und Partnern erwartet

Volker Rißka 145 Kommentare
Ende des GPU-Mining-Booms: Profitrückgang bei Nvidia, AMD und Partnern erwartet

Die Nachfrage nach GPUs für Mining-Systeme ist zuletzt deutlich gesunken. Nach einem Rekordquartal zum Jahresanfang 2018 kam im April die plötzliche Wende. Ein AMD-Boardpartner sah einen Umsatzrückgang von 80 Prozent, die Prognose für das Gesamtjahr wurde deutlich nach unten korrigiert.

Tul verzeichnet 80 Prozent Umsatzrückgang im April

Tul, Mutterkonzern des AMD-exklusiven Herstellers PowerColor, sah im vergangen Monat ein Rückgang von 80 Prozent des Umsatzes auf nur noch 280 Millionen New Taiwan Dollar (rund 8 Millionen Euro), im ersten Quartal waren es fast 3 Milliarden New Taiwan Dollar, davon allein im März 2018 1,3 Mrd. NT-Dollar. Der Rückgang kann in diesem Fall direkt der gefallenen Nachfrage nach Grafikkarten zugeschrieben werden, besteht Tuls Geschäft doch quasi ausschließlich aus dem Verkauf von Grafikkarten über PowerColor, berichtet das in Taiwan ansässige Branchenblatt Digitimes.

Auch andere Hersteller seien signifikant von den fallenden Umsätzen aus Verkäufen an Miner betroffen, so Digitimes, auch wenn deren Quartalsberichte das nicht so eindeutig erkennen lassen. AMD und Nvidia hatten da zuletzt ein anderes Bild gezeichnet.

Sowohl AMD als auch Nvidia haben den Einfluss von Mining auf das Geschäft als relativ klein dargestellt. Nvidias letzte Quartalszahlen hatten einen separaten Posten von 289 Millionen US-Dollar aufgeführt, der Mining berücksichtigte – allerdings nur die Verkäufe an OEMs. Alle Gaming-Lösungen, die über Boardpartner verkauft und dann für das Mining benutzt werden, sind dort nicht erfasst, weshalb die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher ist. Ein Indiz: Ohne Neuankündigung und trotz horrender Preise hat Nvidia im Vergleich zum Vorjahr 68 Prozent mehr Umsatz mit Gaming-Grafikkarten gemacht. Aber auch, dass auf Nvidia gut 70 Prozent des Marktanteils an Mining-Lösungen entfallen sollen, pro Quartal aber nicht einmal zehn Prozent damit am gesamten Umsatz erwirtschaftet, passt nicht zusammen. AMD hatte im März wiederum von einem einstelligen Umsatzanteil durch Mining gesprochen.

Vorhersagen nahezu unmöglich

Ob die Vorhersagen der Brancheninsider hinsichtlich der sinkenden Umsätze und damit Profite für AMD, Nvidia und die Partner für das restliche Jahr zutreffen, bleibt trotzdem abzuwarten. Die Kurse der Kryptowährungen schwanken stark, nachdem Ethereum im April schon wieder bei unter 400 US-Dollar rangierte, sind es aktuell 700 US-Dollar. Dadurch wird ein GPU-Einsatz wieder lohnenswerter und die zuletzt bereits gesunkenen Preise im April und Anfang Mai für die Grafikkarten auch im heimischen Handel könnten wieder anziehen. Aktuell haben sie jedoch noch den Stand der letzten ComputerBase-Meldung zu gefallen Grafikkartenpreisen von Mitte Mai.