PayPal: Tod verstößt gegen die Nutzungsbedingungen

Aljoscha Reineking 136 Kommentare
PayPal: Tod verstößt gegen die Nutzungsbedingungen
Bild: pixabay.com | CC0 1.0

Der Zahlungsdienstleister PayPal hat in Großbritannien einer kürzlich verstorbenen Frau vorgeworfen gegen die Nutzungsbedingungen zu verstoßen und mit der Einschränkung des Kreditrahmens gedroht. Der betroffene Witwer hat sich über das Vorgehen von PayPal via Twitter beschwert.

Mit dem Schreiben hat der Zahlungsdienstleister versucht, die noch offene Rechnung von 3240,72 britischen Pfund (rund 3.660 Euro) einzufordern. Das Kuriose an dieser Meldung ist, dass PayPal über den Tod der Nutzerin vor drei Wochen bereits informiert worden ist und dieser nun den Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen vorwirft.

Verstoß gegen die Nutzungsbedienungen durch das Ableben

In dem Schreiben, welches der Witwer via Twitter veröffentlichte, wird direkt Bezug auf den Tod und der damit einhergehende Verstoß der Nutzungsbedingungen eingegangen. „Sie verstoßen gegen Abschnitt 15.4(c) ihrer Vereinbarung mit PayPal Credit, da wir kürzlich erfahren haben, dass Sie verstorben sind“, wie es in dem Schreiben heißt. Darüber hinaus droht das Unternehmen, dass das Konto geschlossen und der Kreditrahmen bei ausstehender Begleichung des Betrags eingeschränkt wird. Notfalls soll der offene Betrag bei den Verwandten eingetrieben werden.

Entschuldigung und Fehlersuche

Wie PayPal gegenüber The Next Web bestätigte, hat sich das Unternehmen bereits für das unsensible Vorgehen entschuldigt. In Zukunft sollen die internen Prozesse, die zu dem Schreiben führten, besser überprüft werden. Als mögliche Schuldige wurde eine unpassende Textvorlage, ein schlichter Fehler oder menschliches Versagen genannt. Genauer eingrenzen, wie es zu diesem Fehler gekommen ist, konnte PayPal bislang noch nicht.

Risiko von automatisch generierten Schreiben

Der Witwer bezeichnet das Vorgehen als „völlig inakzeptabel“ und möchte auf die Risiken von automatisch verschickten Schreiben und E-Mails hinweisen. Er selbst kann zwar mit der Angelegenheit und dem dazugehörigen Papierkram bereits umgehen, viele Angehörige in seiner Situation können durch ein solches Schreiben aber wieder aus der Bahn geworfen werden.